Polizei: Angriff bei Rave in der Schweiz war Amoklauf
Schüsse beim Techno-Rave: Eine 22-Jährige stirbt, fünf weitere werden verletzt. Ein Tatverdächtiger wird festgenommen. Nun gibt die Polizei weitere Details aus den Ermittlungen bekannt.
Aarau (dpa) - Die Schweizer Polizei bezeichnet den tödlichen Angriff bei einem Rave im Schweizer Kanton Aargau in der Nacht zu Sonntag inzwischen als Amoklauf. Eine Frau war dabei erschossen worden, weitere Menschen wurden durch Schüsse verletzt. Knapp 24 Stunden nach der Tat nahm die Polizei einen 43 Jahre alten Schweizer unter dringendem Tatverdacht fest.
Die Polizei geht nun mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Einzeltäter aus. «Es gibt keinerlei Hinweise auf weitere tatbeteiligte Personen», sagte Polizeichef Michael Leupold. Im Zusammenhang mit dieser Tat bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.
Deutsche erlitt Streifschüsse
Auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins war am Ende eines Techno-Musikevents in der Nacht zu Sonntag eine 22 Jahre alte Frau erschossen worden. Fünf Menschen zwischen 24 und 31 Jahren wurden durch Schüsse verletzt, eine weitere Person meldete sich nach Angaben der Polizei am Montag mit Verletzungen durch einen «Abpraller», wie der Polizeichef sagte. Unter den Verletzten war eine Deutsche. Sie sprach im Interview mit der Zeitung «Blick» von zwei Streifschüssen. Alle Opfer leben in der Schweiz.
Zunächst war unklar, ob es einen oder mehrere Täter gab. Die Polizei löste eine Großfahndung aus, an der auch deutsche Behörden beteiligt waren. Der Tatort liegt rund 25 Kilometer südlich von Bad Säckingen in Baden-Württemberg.
Die Polizei ermittelte zunächst in Richtung Terrortat, Amoklauf und Abrechnung im kriminellen Milieu. Sie hatte am Tatort Patronenhülsen gefunden, die auf zwei Tatwaffen hindeuteten.
Schüsse am Ende der Rave
Beim Rennverein im Kanton Aargau hatte am Samstag zum fünften Mal ein Rave mit DJs aus der Techno-Szene stattgefunden. Die Veranstalter hatten sich auf 3.500 Besucher eingestellt. Die Schüsse fielen gegen Ende, in den frühen Morgenstunden des Sonntags, als sich noch Dutzende Leute auf dem Gelände aufhielten.