Thüringen

Unfall mit sieben Toten: 34-Jähriger saß am Steuer

Nach dem tragischen Unfall mit sieben Toten in Thüringen ist die Trauer groß. Die Ermittler sind sich inzwischen sicher, wer der Unfallfahrer war, der das Auto in den Gegenverkehr steuerte.

Polizei und Gutachter werten die Spuren des schweren Unfalls aus. Foto: Michael Reichel/dpa
Polizei und Gutachter werten die Spuren des schweren Unfalls aus.

Mühlhausen/Bad Langensalza (dpa) - Der mutmaßliche Verursacher des schweren Unfalls mit sieben Toten in Thüringen ist ein 34-Jähriger. Nach den bisherigen Ermittlungen sei nunmehr «gesichert» davon auszugehen, dass der bei dem tragischen Unfall selbst lebensgefährlich verletzte Mann das Auto lenkte, sagte der stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft Mühlhausen, Ulf Walther, der Deutschen Presse-Agentur. Dies habe die Auswertung von Spuren und die Befragung von Zeugen ergeben.

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Unter Alkoholeinfluss, ohne Führerschein

Bislang war er als Beifahrer und ein 45-jähriger, schwer verletzter Mann als Fahrer des unfallverursachenden Wagens vermutet worden. Gesichert ist laut Staatsanwaltschaft, dass beide Männer unter erheblichem Alkoholeinfluss standen und zum Unfallzeitpunkt keinen Führerschein besaßen. Der Jüngere schwebt den Angaben nach weiter in Lebensgefahr und konnte noch nicht vernommen werden.

Bei dem Unfall war am Samstag auf der Ortsumgehung von Bad Langensalza ein Auto in den Gegenverkehr geraten und mit zwei Wagen zusammengeprallt. Diese gingen sofort in Flammen auf und brannten aus. Unter den Toten sind fünf Jugendliche im Alter von 19 Jahren.

Zur Aufklärung der genaue Unfallumstände warten die Ermittler derzeit noch auf die Ergebnisse eines Gutachtens. Es soll laut Staatsanwaltschaft auch klären, warum die beiden Autos im Gegenverkehr so schnell Feuer fingen. Derzeit wird vermutet, dass durch ausgelaufenes Benzin und Funkenflug ein hochexplosives Gemisch entstand. Die Ermittlungen dauerten aber noch an, sagte Walther.

Trauerandacht in Mühlhausen

Die Trauer um die Opfer ist in Thüringen groß. In einer ökumenischen Andacht versammelten sich am Mittwochabend mehrere hundert Menschen in und vor der Divi-Blasii-Kirche in Mühlhausen. Fünf der tödlich Verunglückten waren erst 19 Jahre alt.

Der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer sagte, nach dem schrecklichen Unfall blieben Verzweiflung, Wut, Gelähmtheit und Sprachlosigkeit. «Wir spüren die große Leere, den großen Verlust, aber wir stehen zusammen», richtete der Landesbischof Worte des Trostes an die Angehörigen und Familien in dem vollen Gotteshaus. Auch Freunde, Ersthelfer, Feuerwehrleute und Polizisten waren zu der Andacht gekommen. Jugendliche entzündeten für jeden Toten eine Kerze und legten Steine ab. Im Anschluss standen Seelsorger bereit.

Bereits am Dienstagabend hatten sich in der Innenstadt von Mühlhausen hunderte Menschen versammelt. Sie legten Kerzen und Blumen nieder und stellten Fotos der Unfallopfer auf.

Auch im Internet ist die Anteilnahme ungebrochen. Auf einer Gedenkseite kondolierten bereits zahlreiche Menschen. Zudem gibt es einen Spendenaufruf zur finanziellen Unterstützung der Familien der fünf toten 19-Jährigen bei den Beerdigungskosten. Bislang wurden den Angaben zufolge knapp 13.500 Euro gesammelt.