Süßwarenkonzern

Haribo baut doch kein neues Werk in Neuss

Um mehr Maoam-Kaubonbons produzieren zu können, wollte Haribo in NRW für 300 Millionen Euro ein neues Werk bauen. Nun hat der Süßwarenhersteller das Vorhaben aufgegeben.

Maoam gehört erst seit 1986 zu Haribo, als die Firma den Kaubonbon-Hersteller Edmund Münster GmbH & Co. KG übernahm. (Symbolbild) Foto: Wolf von Dewitz/dpa-Zentralbild/dpa
Maoam gehört erst seit 1986 zu Haribo, als die Firma den Kaubonbon-Hersteller Edmund Münster GmbH & Co. KG übernahm. (Symbolbild)

Neuss (dpa) - Anders als ursprünglich geplant baut der Süßwarenhersteller Haribo doch kein neues Werk in der nordrhein-westfälischen Stadt Neuss. Das Unternehmen teilte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es die Baupläne aufgegeben habe. Zuvor hatte die «Neuß-Grevenbroicher Zeitung» darüber berichtet.

«Seit Planungsbeginn haben sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend verändert», sagte eine Unternehmenssprecherin. Anhaltende globale Krisen hätten zu Verknappungen bei Baumaterialien und zu deutlichen Preissteigerungen auf den internationalen Märkten geführt. Ein Projekt dieser Größenordnung erfordere Planungssicherheit sowie einen verlässlichen, kalkulierbaren Zeit- und Kostenrahmen. In der Gesamtbetrachtung sei es die wirtschaftlich und unternehmerisch sinnvollere Lösung, die Planungen für den Neubau nicht weiterzuverfolgen.

Produktion sollte 2028 starten

Im Mai 2024 war bekanntgeworden, dass Haribo neben dem bereits bestehenden Werk in Neuss für rund 300 Millionen Euro noch ein weiteres Werk in der Stadt bauen wollte, um dort Maoam-Kaubonbons zu produzieren. 

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Nach einer Übergangszeit mit Parallelbetrieb sollte, so der Plan, das alte und deutlich kleinere Werk stillgelegt werden. Der neue Standort solle dazu beitragen, die hohe Nachfrage nach Maoam zu decken, hieß es damals. Die Produktion könne 2028 starten. Der für 2025 geplante Baubeginn war bislang jedoch nicht erfolgt. Haribo will sich nach eigenen Angaben nun darauf konzentrieren, bestehende Standorte weiterzuentwickeln, darunter auch das Werk in Neuss. 

Haribo verkaufte 2025 so viele Süßigkeiten wie nie zuvor

Der Firmenname Haribo steht für «Hans Riegel Bonn». In der ehemaligen Bundeshauptstadt hatte die Süßigkeitenfirma lange ihren Sitz, 2018 verlagerte sie diesen allerdings nach Grafschaft. Dort betreibt sie ebenso ein Werk wie in Bonn, Neuss und Solingen. 

Im Mai dieses Jahres meldete Haribo einen Verkaufsrekord. Der Absatz des Unternehmens legte 2025 weltweit um 4,5 Prozent zu. Haribo-Produkte sind nach Unternehmensangaben in fast 200 Ländern weltweit zu kaufen. Sie werden demnach an 16 Standorten in elf Ländern produziert. Haribo beschäftigt rund 8.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.