Handel

Ikea will die Preise für 1200 weitere Produkte senken

Infolge des Ukraine-Kriegs und der Corona-Krise hatte Ikea 2022 weltweit die Preise im Schnitt deutlich angehoben. Nun soll ein kleiner Teil der Produkte in Deutschland wieder billiger werden.

Einige Produkte von Ikea Deutschland sollen wieder günstiger werden. Foto: Oliver Berg/dpa
Einige Produkte von Ikea Deutschland sollen wieder günstiger werden.

Hofheim (dpa) - Ikea Deutschland hat weitere Preissenkungen für Teile seines Sortiments angekündigt. 1200 Produkte sollen dauerhaft reduziert werden, teilte der Möbelhändler der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Preise der betroffenen Artikel sollen demnach im Schnitt um 20 Prozent sinken. Es geht laut Ikea unter anderem um Regalsysteme und Sofas, aber auch um Produkte für Schlafzimmer, Küche und Badezimmer sowie Dekorations- und Einrichtungsartikel.

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Bereits im November hatte Ikea erklärt, dieses Jahr 800 Produkte im Preis zu reduzieren. Insgesamt sollen damit nun 2000 Artikel günstiger werden. Dem Unternehmen zufolge entspricht dies etwa 20 Prozent des gesamten Sortimentes, 80 Prozent sind nicht von Preissenkungen betroffen. Die neuerlichen Pläne für Reduzierungen kosten das Unternehmen einen «mittleren dreistelligen Millionenbereich», sagte Deutschland-Chef Walter Kadnar.

Spürbare Folgen der Pandemie

Erst 2022 hatte Ikea die Preise weltweit deutlich angehoben, im Schnitt um neun Prozent. Das Unternehmen verwies auf spürbare Folgen der Corona-Krise und erhöhte Kosten für Einkauf, Transport und Energie. Infolge der Pandemie hatte auch Ikea deutliche Umsatzeinbußen erlitten.

Nach Angaben einer Ikea-Sprecherin gibt es einzelne Produkte, die künftig wieder auf oder unter dem Preisniveau vor der Pandemie und dem Ukraine-Krieg liegen. «Dies gelingt uns tatsächlich noch nicht flächendeckend. Auch wir spüren nach wie vor, dass sich die Welt und damit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundsätzlich verändert haben, Unsicherheiten und Inflation halten an.»

Geschäfte laufen zuletzt wieder besser

Die im Zuge des Ukraine-Kriegs hochgeschossene Inflation hat die Kauflust vieler Verbraucher in Deutschland gedämpft. Der Möbelhandel war von der schlechten Konsumstimmung besonders betroffen. Wie der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes mitteilt, sank der Umsatz der Produzenten in den ersten zehn Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Auch der stockende Wohnungsbau macht sich Verbandsangaben zufolge bemerkbar - die Menschen ziehen nicht so oft um und haben dadurch weniger Anlass, sich in den eigenen vier Wänden neu einzurichten.

Bei Ikea Deutschland liefen die Geschäfte zuletzt wieder deutlich besser. Für das Geschäftsjahr 2022/2023 vermeldete der Möbelhändler einen Rekordumsatz von 6,4 Milliarden Euro. Die Zahl der Besucher stieg um rund 11 Prozent auf 81,8 Millionen. Deutschland ist für den Konzern weltweit der größte Einzelmarkt. Ikea betreibt hierzulande 54 Einrichtungshäuser mit knapp 19.500 Beschäftigten.