Mineralölwirtschaft: Steuersenkung wird weitergegeben
Von Mai bis Juni soll Sprit durch eine Steuersenkung günstiger werden. Der Verband betont: Wie viel Autofahrer sparen, entscheidet auch die Lage an den internationalen Märkten.
Berlin (dpa) - Die Mineralölwirtschaft will die von der schwarz-roten Koalition geplante Steuersenkung zur Abfederung hoher Spritpreise an die Autofahrer weitergeben. Der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie (en2x), Christian Küchen, sagte im Deutschlandfunk, die Steuersenkung werde beim Verbraucher ankommen.
«Was ich mit großer Sicherheit sagen kann, ist, dass die Steuerreduktion um circa 14 Cent plus Mehrwertsteuer, das ergibt dann die 17 Cent, weitergegeben wird», sagte der Verbandsmanager. Nicht vorhergesagt werden könne aber, was in dieser Zeit am Weltmarkt passiere.
Verband: Entwicklung hängt von Weltmarktpreisen ab
Es könne sein, dass der Preis um 14 oder auch um 20 Cent zum geplanten Datum der Steuersenkung am 1. Mai sinke. Aber an den Weltmärkten herrsche auch eine sehr volatile Lage mit schwankenden Preisen, sagte Küchen.
«Insofern kann ich keinen absoluten Reduktionsbetrag an der Zapfsäule garantieren, aber wie in der Vergangenheit auch: Die Steuersenkung wird weitergegeben.» Unabhängig davon werde der Preis vielleicht stärker sinken oder auch nicht sinken - je nachdem, wie sich die Weltmarktpreise entwickeln. Der Produktpreis werde von vielen Faktoren beeinflusst.
Was geplant ist
Um die Spritpreise zu senken, sollen nach den Koalitionsplänen befristet für zwei Monate die Steuern auf Diesel und Benzin um je rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt werden. Bereits 2022 nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte es einen befristeten «Tankrabatt» gegeben. Die reduzierten Steuersätze auf Diesel und Benzin sollen nach den bisherigen Regierungsplänen vom 1. Mai bis 30. Juni dieses Jahres gelten.
Küchen wies Kritik, wonach der «Tankrabatt» 2022 nicht über die drei Monate, in denen er galt, weitergegeben worden sei, als nicht nachvollziehbar und nicht haltbare Behauptungen zurück. Das Bundeskartellamt sei zu anderen Erkenntnissen gekommen und habe von «weitgehender Weitergabe» gesprochen.
Küchen verwies auf einen globalen Wettbewerbsmarkt. Auch beim «Tankrabatt» 2022 habe es regionale Knappheiten gegeben, die dann nach Angebot und Nachfrage die Marktentwicklung beeinflusst hätten.
Derzeit stehen laut Küchen 20 Prozent der weltweiten Produkte - Rohöl oder Fertigprodukte - nicht zur Verfügung. Teilweise erfolge eine Versorgung aus Europa in Richtung Asien, wo viel höhere Preise gezahlt würden, weil dort die Knappheit sich sofort bemerkbar gemacht habe.