Brandenburg

Nach Tesla-Anschlag noch kein Ende der Ermittlungen absehbar

Vor drei Monaten stoppt ein Anschlag zeitweise die Autoproduktion von US-Autobauer Tesla. Es gibt ein Bekennerschreiben, der Generalbundesanwalt übernimmt das Verfahren. Wie weit ist es?

Unbekannte Täter hatten auf einem Feld Feuer an dem frei zugänglichen Strommast gelegt, der auch für die Versorgung der Autofabrik zuständig ist. Die linksextreme «Vulkangruppe» hatte erklärt, sie sei für den Anschlag verantwortlich. Foto: Christophe Gateau/dpa
Unbekannte Täter hatten auf einem Feld Feuer an dem frei zugänglichen Strommast gelegt, der auch für die Versorgung der Autofabrik zuständig ist. Die linksextreme «Vulkangruppe» hatte erklärt, sie sei für den Anschlag verantwortlich.

Grünheide/Karlsruhe (dpa) - Drei Monate nach dem Anschlag auf die Stromversorgung von US-Elektroautobauer Tesla ist noch kein Ende der Ermittlungen absehbar. Die Ermittlungen dauerten an, sagte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof der Deutschen Presse-Agentur.

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Nach ihren Angaben besteht weiter der Anfangsverdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungs­feindlichen Sabotage sowie der gemeinschaftlichen Brandstiftung. Zeitliche Prognosen zum Abschluss des Verfahrens seien nicht möglich.

Bisher unbekannte Täter hatten am 5. März Feuer an einem Strommast gelegt, der Teil der Stromversorgung des Tesla-Werks ist. Das führte zu einem Stromausfall. Die Autoproduktion von Tesla lag fast eine Woche lang auf Eis. Der Ausfall traf aber auch ein Edeka-Verteilzentrum, es kam zu Lieferproblemen in Berlin und Brandenburg mit frischer Ware.

Die linksextreme «Vulkangruppe» erklärte, sie sei für den Anschlag verantwortlich. Der Generalbundesanwalt übernahm die Ermittlungen wenige Tage nach dem Anschlag. Die Kosten für das Wiederherstellen der Stromversorgung für die Tesla-Fabrik lagen nach einer Schätzung des regionalen Netzbetreibers Edis bei mehr als einer Million Euro.

Der Protest gegen Tesla nimmt zu

Tesla sieht sich einem zunehmenden Widerstand gegenüber. Die europaweit einzige Autofabrik von Tesla-Chef Elon Musk öffnete vor rund zwei Jahren in Grünheide. Umweltschützer und Anwohner hatten schon während des Baus Bedenken. In diesem Jahr nahmen die Proteste drastisch zu. Seit Ende Februar campieren Umweltaktivisten im Wald nahe dem Werk. Sie protestieren gegen eine geplante Erweiterung des Fabrikgeländes zum Bau eines Güterbahnhofs und von Logistikflächen. Dafür soll Wald gerodet werden.

Bei einer Bürgerbefragung in Grünheide stimmte die deutliche Mehrheit gegen die Erweiterung. Der Bebauungsplan wurde geändert, so dass weniger Wald gerodet werden muss. Die Gemeindevertreter des 9000-Einwohner-Ortes stimmten schließlich für die Erweiterung. Im Mai versuchten Umweltaktivisten während Protesttagen, das Tesla-Gelände zu stürmen, was die Polizei verhinderte. Es kam zu Ausschreitungen.

Musk setzt weiter auf Ausbau

Tesla-Chef Musk machte bei einem Fabrikbesuch Mitte März deutlich, dass er trotz des Anschlags auf die Stromversorgung und trotz anhaltender Proteste am geplanten Ausbau seines Werks festhält.

Der Autobauer fährt die Autoproduktion in Grünheide an fünf Tagen im Juni komplett herunter. Tesla begründet die geplanten Pausen mit Upgrades der Fertigungsanlagen zur Steigerung der Effizienz und der Optimierung von Verfügbarkeiten und Taktzeiten.