Arbeitskampf

Streik von Lkw-Fahrern führt zur Parkplatzsperrung

Osteuropäische Lastwagenfahrer streiken in Gräfenhausen für ausstehende Löhne, rund 130 Fahrer befinden sich im Streikcamp. Die Verhandlungen stocken bereits seit Montag.

Viele Lkw einer polnischen Spedition stehen auf der Raststätte Gräfenhausen. Die Fahrer streiken. Foto: Andreas Arnold/dpa
Viele Lkw einer polnischen Spedition stehen auf der Raststätte Gräfenhausen. Die Fahrer streiken.

Gräfenhausen (dpa) – Kein Ende des Streiks osteuropäischer Lastwagenfahrer an der Raststätte Gräfenhausen in Sicht – und auch kein Platz auf dem Parkplatz. Der Parkplatz West ist mittlerweile für Lastwagen gesperrt. Die Polizei schätzte die Zahl der Lastwagen, die sich zu einem provisorischen Streikcamp auf den Plätzen Gräfenhausen West und Ost versammelt hatten, am Freitag auf 130.

Fahrer aus Georgien, Usbekistan und anderen zentralasiatischen Republiken gingen davon aus, dass sich mittlerweile fast 200 Fahrer im Streik befinden könnten, da es auch noch auf zwei anderen Parkplätzen Aktionen gäbe.

Fahrer wollen ausstehende Löhne einfordern

Mit dem Arbeitskampf wollen die Männer, die alle für denselben polnischen Spediteur auf deutschen Autobahnen unterwegs sind, ausstehende Löhne einfordern. Einige von ihnen geben an, bereits seit fünf Monaten allenfalls Essenszuschüsse überwiesen bekommen zu haben. Die ersten Fahrer waren am Dienstag vergangener Woche in Gräfenhausen aufgetaucht, wo im April ein mehrwöchiger Streik von Fahrern der gleichen Spedition bundesweit Schlagzeilen gemacht hatte.

Zunächst hatte es in der vergangenen Woche so ausgesehen, als könnte der Konflikt diesmal schnell beigelegt werden: Mehrere Fahrer konnten in individuellen Verhandlungen die Überweisung ihres Lohnes erreichen und gaben ihre Lastwagen zurück. Sie verließen daraufhin den Parkplatz. Auch die ständig wachsende Gruppe der hinzugekommenen Fahrer hatte als Geste guten Willens mehrere Fahrzeuge an die Spedition zum weiteren Transport übergeben. Die Gespräche stocken aber. «Seit Montag gab es keine neuen Überweisungen», sagte Anna Weirich vom Beratungsnetzwerk «Faire Mobilität».