Fahrzeugbau

Studie: Deutsche Autozulieferer verlieren Weltmarktanteile

Laut einer Studie fallen Autozulieferer aus Deutschland im internationalen Wettbewerb zurück. Können sie wieder aufholen?

Nockenwellen liegen in der Produktion eines Automobilzulieferers auf einem Gestell. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Nockenwellen liegen in der Produktion eines Automobilzulieferers auf einem Gestell.

München (dpa) - Die deutschen Autozulieferer fallen einer Branchenstudie zufolge im internationalen Wettbewerb zurück und verlieren Weltmarktanteile. Mit durchschnittlich 13 Prozent Umsatzwachstum im vergangen Jahr «bilden sie das globale Schlusslicht, weit abgeschlagen hinter dem Rest Europas (21 Prozent), Asien (23 Prozent) und Amerika (25 Prozent)», teilte die Unternehmensberatung PwC mit. Auch bei der Gewinnmarge landeten sie auf dem letzten Platz.

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Seit 2019 hätten die deutschen Autozulieferer 2,7 Prozentpunkte Weltmarktanteil eingebüßt - «so viel, wie sie zuvor in 20 Jahren mühsam hinzugewinnen konnten», schrieben die Branchenexperten. Im Wettlauf um Zukunftstechnologien und künftige Gewinne seien asiatische Konkurrenten stark aufgestellt.

Zwei südkoreanische Batteriehersteller schafften auf Anhieb den Sprung unter die Top-30, der chinesische Batteriehersteller CATL belegt bereits Platz zwei der Rangliste, vor dem japanischen Zulieferer Denso, Hyundai Mobis und ZF Friedrichshafen. Den Spitzenplatz behauptete Robert Bosch.

Echte Innovationen vorantreiben

Weltweit knüpfe die Branche beim Umsatz an die erfolgreichen Zeiten vor den vergangenen Krisen an. Aber weil sie gestiegene Kosten kaum an die Autobauer weiterreichen konnten, sanken die Ergebnismargen. Die deutschen Zulieferer landeten beim Gewinnanteil vom Umsatz vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) mit 3,9 Prozent auf dem letzten Platz des PwC-Vergleichs.

Sie «investieren mit knapp 16 Milliarden Euro so viel wie nie in Forschung und Entwicklung» und lägen damit auch in absoluten Werten an der Spitze. «Damit diese Investitionen auch Früchte tragen, sollten sie ihre Technologieentwicklung allerdings noch stärker auf den Marktbedarf sowie die Situation im Wettbewerb ausrichten, statt längst gesetzten Trends wie im Batteriegeschäft hinterherzulaufen», sagte Studienautor Henning Rennert. Um «aufzuholen, müssen die ehemaligen Platzhirsche wieder echte Innovationen vorantreiben, Skaleneffekte erzielen und zügig neue Wachstumsstrategien entwickeln.»