Handelskonflikt

Trump streitet mit Kanada um neue Grenzbrücke

Der US-Präsident legt im Handelskonflikt mit dem Nachbarn Kanada nach. Neustes Druckmittel ist eine Grenzbrücke zwischen den beiden Ländern. Kanada wehrt sich gegen Vorwürfe aus dem Nachbarland.

Die neue Grenzbrücke scheint US-Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge zu sein. (Archivbild) Foto: Paul Sancya/AP/dpa
Die neue Grenzbrücke scheint US-Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge zu sein. (Archivbild)

Washington (dpa) - Vor dem Hintergrund des Handelskonflikts zwischen den USA und Kanada ist ein Streit um eine neue Grenzbrücke zwischen den beiden Ländern entbrannt. US-Präsident Donald Trump drohte in einem Beitrag auf der Plattform Truth Social, die Eröffnung nicht zuzulassen, bis Kanada die Vereinigten Staaten mit der Fairness und dem Respekt behandle, den die USA verdienten. Kanadas Premierminister Mark Carney widersprach der Darstellung des Republikaners.

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Die Brücke über den Detroit River verbindet die Stadt Windsor in der kanadischen Provinz Ontario mit der US-Stadt Detroit im nördlichen Bundesstaat Michigan. Die Gordie Howe International Bridge mit sechs Fahrspuren soll auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können. Die Eröffnung ist in diesem Jahr geplant. Kanada finanziert nach eigenen Angaben die Baukosten, die dann mit den Mautgebühren refinanziert werden sollen. Die seit langem geplante Brücke soll den Handel zwischen den Nachbarländern weiter ankurbeln.

Trump hatte gefordert, die Brücke müsse auch mindestens zur Hälfte den USA gehören. Man werde unverzüglich Verhandlungen aufnehmen, kündigte Trump an. Konkretere Angaben dazu machte der US-Präsident nicht. Carney erklärte vor Journalisten, in einem Telefonat habe er Trump erklärt, dass das Eigentum an der Brücke bereits zwischen Michigan und der kanadischen Regierung geteilt werde.

Eskalierender Handelskonflikt nach Carneys China-Reise

Trump warf Kanada in seinem Post auch vor, für den Bau keine US-amerikanischen Produkte wie Stahl genutzt zu haben. Auch dem widersprach Carney: Es würde kanadischer, aber auch Stahl aus den USA verwendet. Zudem kritisierte Trump erneut die jüngst von Kanadas Premierminister Mark Carney angekündigte begrenzte Annäherung an China in Handelsfragen. Deswegen hatte er dem Nachbarland unlängst auch bereits mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf den Import von Waren gedroht. Auch Strafzölle auf die Einfuhr kanadischer Flugzeuge hatte er jüngst angedroht. 

Trump greift häufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als Drohgebärde und setzt diese letztlich nicht um.

Nach einer China-Reise Anfang Januar fiel Premierminister Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver «America First»-Politik verstanden wurde. Der US-Präsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte.