Ausbildung

Untersuchung: Abgebrochene Ausbildung wird oft teuer

Wer aus sozial benachteiligten Milieus kommt und eine Ausbildung abbricht, verdient nach zehn Jahren weniger. Junge Leute aus bessergestellten Familien haben das Problem weniger.

Wer eine Ausbildung abbricht und aus nicht gerade gehobenen Verhältnissen kommt, muss dafür oft teuer bezahlen. (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa
Wer eine Ausbildung abbricht und aus nicht gerade gehobenen Verhältnissen kommt, muss dafür oft teuer bezahlen. (Symbolbild)

Nürnberg (dpa) - Der Abbruch einer Ausbildung kommt einer neuen Studie zufolge teuer - vor allem für junge Leute aus sozial schwächeren Familien. «Jugendliche, die ihre Ausbildung aufgrund einer anderen attraktiven Ausbildung oder Beschäftigung abbrechen, erzielen in den zehn Jahren nach Abbruch im Durchschnitt etwa die Hälfte des Einkommens vergleichbarer Absolventinnen und Absolventen», heißt es im Ergebnis einer gemeinsamen Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, der Universitäten Bamberg und Bielefeld sowie des schwedischen Instituts für Sozialforschung.

Der Einkommensverlust in den zehn Jahren nach Abbruch der Ausbildung liege bei sozial benachteiligten Jugendlichen im Durchschnitt bei 45 Prozent. Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, konnten im zehnjährigen Untersuchungszeitraum im Schnitt ein Einkommen von 153.000 Euro erzielen. Bei denjenigen, die ihre Ausbildung abgebrochen haben, beläuft sich dieses der Untersuchung zufolge auf lediglich 82.000 Euro.

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Für Jugendliche aus sozial besser gestellten Familien zeigen sich den Forschungsergebnissen zufolge hingegen keine Einkommensnachteile. Trotz des Abbruchs erreichen sie langfristig im Durchschnitt vergleichbare Einkommensniveaus, ergab die Studie.

«Die Folgen eines Ausbildungsabbruchs hängen auch mit den verfügbaren sozialen Ressourcen zusammen», betonte IAB-Forscherin Kerstin Ostermann. Jugendliche aus nicht benachteiligten Haushalten nehmen nach einem Abbruch häufiger erneut eine Ausbildung auf, sogenannte Zweite-Chance-Wege.