Tödliche Virus-Erkrankung

Mehr als 9.000 Ebola-Fälle im Kongo

Noch nie zuvor hat sich das Ebola-Virus in so schnell ausgebreitet wie aktuell im Kongo. Schon über 9.000 Menschen haben sich infiziert. Bekommt das Land den Ausbruch unter Kontrolle?

Die Nachverfolgung von Kontakten ist in der Ebola-Bekämpfung elementar. Foto: Sebastien Kitsa Musayi/AP/dpa
Die Nachverfolgung von Kontakten ist in der Ebola-Bekämpfung elementar.

Kinshasa (dpa) - In der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Behörden bereits 9.144 Ebola-Fälle im Labor bestätigt worden. Zudem seien 4.410 Menschen an Ebola seit Beginn des Ausbruchs Mitte Mai gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden des zentralafrikanischen Landes mit. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC spricht von dem am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch der Geschichte.

Anfang des Monats war im ostafrikanischen Kenia der erste Ebola-Fall der hochansteckenden Bundibugyo-Variante des Virus bestätigt worden. Der mittlerweile verstorbene Patient war im Kongo erkrankt, auf dem Landweg ins benachbarte Uganda gereist und von dort nach Kenia geflogen. Kenianische Gesundheitsbehörden verfolgen alle Menschen, mit denen der erkrankte Mann auf der Reise in Kontakt gekommen war.

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.

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Noch kein Impfstoff und keine Therapie

Der aktuelle Ausbruch ist auch deshalb besonders schwer einzudämmen, weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Zudem ist in der Anfangsphase einer Ansteckung mit dem Bundibugyo-Erreger leicht eine Verwechslung etwa mit einer Malaria-Erkrankung möglich. Das kann zu einer verspäteten Isolation und Behandlung der Patienten beitragen.

Seit Juli laufen allerdings klinische Versuche zur Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. In zwei weiteren Versuchsreihen wird untersucht, ob der Ebola-Impfstoff Ervebo auch vor dem Bundibugyo-Typ schützt. Ervebo ist für den Einsatz bei Ausbrüchen des Typs Ebola-Viruskrankheit – früher Zaire-Ebolavirus genannt – zugelassen und empfohlen.