Tropenkrankheit

Tod durch Malaria am Flughafen: Was heißt das für Reisende?

Eine importierte Mücke hat am Flughafen Frankfurt einen Menschen mit Malaria infiziert – er stirbt. Auch andere Mitarbeiter sind erkrankt. Was bedeutet das?

Sechs Mitarbeiter seien mittlerweile infiziert. (Symbolbild) Foto: Andreas Arnold/dpa
Sechs Mitarbeiter seien mittlerweile infiziert. (Symbolbild)

Frankfurt (dpa) - Er war nicht im Urlaub, sondern an seinem Arbeitsplatz: Ein Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens hat sich mit Malaria infiziert und ist gestorben. Ursache der Infektion soll eine importierte Mücke sein. Was heißt das für Reisende und Beschäftigte von Flughäfen?

Was genau ist in Frankfurt passiert?

Mitte Juli hatte das Robert Koch-Institut (RKI) einen Ausbruch von insgesamt vier Malaria-Erkrankungen bei Beschäftigten des Frankfurter Flughafens bestätigt. «Die betroffenen Personen erkrankten zwischen dem 4. und 6. Juli 2026», schrieb das RKI in seinem «Epidemiologischen Bulletin». «Es wird davon ausgegangen, dass die Infektion durch eine mit dem Flugzeug importierte infizierte Anophelesmücke übertragen wurde.»

Ein Sprecher des Flughafen-Betreibers Fraport sagte, mittlerweile wisse man von sechs Beschäftigten, die sich bei ihrer Arbeit infiziert hätten. Sie befinden sich demnach in ärztlicher Behandlung. Ein Teil von ihnen wurde nach Angaben des Frankfurter Uniklinikums zwischenzeitlich dort behandelt. 

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Was hat es mit der Flughafen-Malaria auf sich?

Die laut RKI «sehr seltene» Flughafen-Malaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, im Flughafen oder in unmittelbarer Umgebung. Auch der Infektiologe Christoph Stephan von der Frankfurter Uniklinik spricht von einem «sehr sehr seltenen Ereignis».

Allerdings habe es an Deutschlands größtem Flughafen schon vor ein paar Jahren einen Fall gegeben. Laut RKI wurde der bundesweit letzte Fall einer Flughafen-Malaria im Jahr 2023 am Frankfurter Flughafen dokumentiert. 

Jeder, der früh mit Malaria diagnostiziert werde, werde eigentlich wieder gesund, sagt Michael Ramharter vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenkrankheiten. Ein mögliches Problem bei der Flughafen-Malaria sei aber, «dass man nicht so schnell daran denkt»: «Je länger es dauert, bis es zur Diagnose kommt, desto gefährlich wird es.»

Die Flughafen-Malaria sei «besonders tückisch», sagt auch Stephan. Schließlich seien die Infizierten vorher nicht im Ausland gewesen. 

Müssen sich Reisende Sorgen machen?

«Das ist natürlich ein äußerst seltener Übertragungsweg», erklärte der Fraport-Sprecher zur Flughafen-Malaria. «Das sind ja Mücken, die im Gepäck oder im Frachtraum mitgeflogen sind.» Die Öffnungen zum Frachtraum seien besonders groß, heißt es zur Begründung. Insgesamt sei das Risiko für Flugreisende als gering einzuschätzen.

Wie geht der Flughafen Frankfurt mit den Malaria-Fällen um?

Ein Fraport-Sprecher teilte auf Anfrage mit: «Wir haben, als wir von den Fällen erfahren haben, über unsere internen Kanäle unsere Mitarbeitenden informiert.» Es sei dafür sensibilisiert worden, bei Krankheitssymptomen zum Arzt zu gehen und auch darauf hinzuweisen, dass man am Flughafen arbeite. 

Zudem seien auch alle sogenannten Flughafen-Ausweisträger informiert worden - dazu zählen neben den Fraport-Beschäftigten auch etwa Mitarbeiter von Airlines oder der Polizei. 

Ferner seien am Flughafen Mückenfallen aufgestellt und auch Mücken gefangen worden, sagte der Sprecher. Diese würden jetzt in einem Labor untersucht. 

Was ist Malaria eigentlich?

Malaria wird durch parasitäre Einzeller verursacht, die vor allem durch Mücken übertragen werden. Reisende aus Deutschland infizieren sich weit überwiegend in tropischen und subtropischen Ländern. Vor allem die schwerste Form, Malaria tropica, kann bei fehlender oder zu spät erfolgter Behandlung tödlich verlaufen. Ramharter zufolge ist Malaria tropica für über 95 Prozent der Todesfälle durch Malaria weltweit verantwortlich.

Malaria wird von Mücken übertragen. (Symbolbild) Foto: Stephen Morrison/EPA FILE/dpa
Malaria wird von Mücken übertragen. (Symbolbild)

Todesfälle hierzulande kommen nach RKI-Angaben immer wieder vor, weil nicht an diese Diagnose gedacht werde. Malaria beginne mit uncharakteristischen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl. «Häufig werden solche Anzeichen daher als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert», schreibt das RKI. 

Wie häufig kommt Malaria weltweit vor - und wie oft in Deutschland?

In Malaria-Endemiegebieten erkranken laut RKI schätzungsweise 200 Millionen Menschen pro Jahr. Weltweit sterben demnach jährlich etwa 600.000 Menschen an der Krankheit, etwa drei Viertel davon Kinder unter fünf Jahren. «Malaria wird überwiegend in Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas erworben», hieß es. Afrika sei mit etwa 90 der Fälle am stärksten betroffen.

In Deutschland wurden laut RKI 2024 insgesamt 934 Fälle von Malaria gemeldet, darunter vier Todesfälle. Alle Todesopfer - drei Männer und eine Frau - waren an Malaria tropica erkrankt und hatten sich in Afrika infiziert.