Antisemitischer Angriff auf Ehepaar in Heidelberg: Täter gefasst
Ein Mann ist in Heidelberg auf eine Frau losgegangen und hat auch ihren Ehemann verletzt. Auslöser soll ein T-Shirt gewesen sein, das die Frau trug.
Am Montagabend, dem 2. September, hat es einen antisemitischen Übergriff auf ein Ehepaar in Heidelberg gegeben. Der Täter wurde nun am Donnerstagabend, dem 5. September, im Rahmen einer Personenkontrolle in Ludwigshafen festgenommen.
Der 29-jährige Beschuldigte hatte sich nach der Veröffentlichung der Fahndungsfotos am Mittwoch, 4. September, telefonisch bei der Polizei gemeldet und zugegeben, die gesuchte Person zu sein. Da er allerdings seinen Aufenthaltsort nicht preisgeben wollte, beantragte die Staatsanwaltschaft Heidelberg am 5. September einen Untersuchungshaftbefehl beim Amtsgericht Heidelberg, das diesen erließ, sodass entsprechende Fahndungsmaßnahmen durch die Polizei ergriffen wurden. Nach seiner Festnahme wurde der in Deutschland geborene Täter am 6. September der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Heidelberg vorgeführt. Diese setzte den Haftbefehl gegen die Auflage eine Kaution in Höhe von 10.000 Euro zu erbringen außer Vollzug. Da der Beschuldigte die entsprechenden Barmittel zunächst nicht aufbringen konnte, wurde er in eine Justizvollzugsanstalt verbracht. Dies schreiben die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Polizeipräsidium Mannheim in einer gemeinsamen Pressemitteilung.
Was war passiert?
Am Montag, 2. September, gegen 18 Uhr hielten sich ein Mann und seine Frau am Heidelberger Neckarmünzplatz auf. Die Frau trug ein T-Shirt mit einem Davidstern und der Aufschrift "BRING THEM HOME NOW". Der Davidstern ist das Symbol Israels, die Organisation "Bring them home" setzt sich für die Freilassung der am 7. Oktober 2023 von der palästinensischen Terrororganisation Hamas verschleppten Geiseln ein.
Der Täter ging auf die Frau zu und packte sie am T-Shirt. Zudem forderte er sie auf, das T-Shirt auszuziehen. Wie die Polizei schreibt, erlitt die Frau dabei leichte Verletzungen am Oberkörper. Daraufhin eilte der Ehemann seiner Frau zu Hilfe und wurde durch den Täter durch einen Faustschlag ins Gesicht verletzt.
Täter ergriff die Flucht
Als sich die alarmierte Polizei dem Tatort näherte, ergriff der Täter die Flucht und konnte trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen entkommen.
Die Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hatte die weiteren Ermittlungen übernommen und Zeugen zur Mithilfe gebeten.
Die Tat wurde durch eine Zeugin teilweise gefilmt. Das Amtsgericht Heidelberg hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg die Veröffentlichung der so gefertigten Lichtbilder des Täters angeordnet.