Kreis Bergstraße

Jusos bereit für den Wahlkampf

Jahreshauptversammlung der Bergsträßer SPD-Jugendorganisation.

Die Bergsträßer Jusos haben ihren Vorstand neu gewählt (von links): Josefine Koebe, Mika Hoffmann, Alexander Fritz, Félix Noé, Aylin Erdogan, Lorenz Fery und Simone Reiners. Foto: Jusos
Die Bergsträßer Jusos haben ihren Vorstand neu gewählt (von links): Josefine Koebe, Mika Hoffmann, Alexander Fritz, Félix Noé, Aylin Erdogan, Lorenz Fery und Simone Reiners.

Die Jusos Bergstraße haben einen neuen Vorstand. Bei ihrer Jahreshauptversammlung im Einhäuser Bürgerhaus wählten die Mitglieder der SPD-Jugendorganisation nicht nur ihre neue Leitung, sondern stimmten sich auch auf das kommende Geschäftsjahr ein, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Einstimmig gewählt wurden demnach nach einem kurzen Tätigkeitsbericht Mika Hoffmann als Vorsitzender, Marlene Pfeifer und Alexander Fritz zu stellvertretenden Vorsitzenden, Félix Noé als neuer Kassierer und Aylin Erdogan als Schriftführerin. Als Beisitzer komplettieren den Vorstand Lara Strubel, Alexandra Kotlyarska und Lorenz Fery.

SPD-Kandidatinnen vor Ort

Inhaltlich im Vordergrund steht im kommenden Geschäftsjahr zunächst der Landtagswahlkampf. Und so waren auch die beiden Kandidatinnen der SPD in den Wahlkreisen Bergstraße West und Bergstraße Ost, Simone Reiners und Josefine Koebe, Gäste der Jusos. Reiners, die auch Vorsitzende der Jusos Bensheim, Heppenheim und Zwingenberg sowie Kreistagsmitglied ist, berichtete zu einem aktuellen Thema aus dem Kreistag.

Ein von der SPD-Fraktion eingebrachter Antrag zum Thema kostenfreie Menstruationsartikel auf Schultoiletten, der auf eine Initiative der Kreisschülervertretung zurückgeht, wurde von der Koalition aus CDU und Grünen zusammen mit der AfD abgelehnt. „Die Koalition auf Kreisebene ist hier ein Abklatsch der Landesregierung. Die Grünen widersprechen sich selbst und ignorieren ihre eigenen Forderungen und Ideale, nur um an der Macht zu bleiben. Progressive Politik für junge Menschen hat so keinen Platz. Das müssen wir als SPD ändern. Das gilt sowohl für den Kreis als auch für die Landespolitik. Nach fast 25 Jahren ist hier Veränderung nötig“, forderte sie in diesem Zusammenhang.

Für Koebe, die mit ihrem 35. Geburtstag erst kürzlich in ihr letztes Juso-Jahr startete, fühlt es sich noch nicht weit her an, dass sie sich selbst als Schulsprecherin für mehr Räume von und für Jugendliche einsetzte. Als ehrenamtliche Stadträtin ist ihr das Sichtbarwerden von jugendlichen Interessen nach wie vor ein Herzensthema. Der demografische Wandel sei ein dringliches Argument dafür, das Mindestalter für die Teilnahme an Wahlen abzusenken.

Nötige Reife

In Hessen wurde eine schon 1998 eingeführte Absenkung des Kommunalwahlalters auf 16 Jahre unter Roland Kochs Landesregierung ein Jahr später wieder abgeschafft. Im Gegensatz zu den Konservativen spreche die SPD jungen Menschen die nötige Reife zu, über ihre Zukunft mitbestimmen zu dürfen. Studien zeigten, dass dieses jugendliche Mitbestimmungsrecht auch mit höherem politischem Interesse und politischer Bildung einhergehe.

Der alte und neue Vorsitzende der Jusos, Mika Hoffmann, warf in seiner Ansprache auch einen Blick auf das allgemeine politische Geschehen und verwies auf das Erstarken der AfD sowie auf das gewandelte politische Klima, das immer stärker an die Kulturkampf-Rhetorik aus den USA erinnere. Dem müsse man eine klare sozialdemokratische Vision entgegensetzen. Ziel müsse es bleiben, eine Gesellschaft zu schaffen, an der alle teilhaben können. Denn nur eine starke Zivilgesellschaft könne sich den rechtspopulistischen Bedrohungen widersetzen.