Krieg kann medizinische Hilfe nicht stoppen
Verein "Asiens vergessene Kinder" hat Einsätze in Kliniken entlang der Grenze zwischen Thailand und Myanmar. Ziel ist bei der aktuellen Reise auch ein neues Projekt: das Camp 585 in der nordöstlichsten Grenzregion Thailands zu Myanmar.
Seit zweieinhalb Jahren herrscht wieder Krieg in Myanmar. Wenn deshalb Menschen – vor allem der verfolgten Bevölkerungsgruppe Karen – im unwegsamen Grenzgebiet zu Thailand vor Verhaftungen, Vergewaltigungen und Folter fliehen, wenn Bomben auch manche Klinik und Ambulanz dem Boden gleichmachen und sich neue große Menschenansammlungen in Flüchtlingscamps bilden, wird die medizinische Hilfe des Vereins „Asiens vergessene Kinder“ (AvK) immer wichtiger. Dieser Tage startet der Bensheimer Allgemeinmediziner und Vereinsvorsitzende Dr. Michael Schütz zusammen mit Vorstandsmitglied und Helfer Albert Wollbeck aus Gorxheimertal zu seinem zweiten Hilfseinsatz in diesem Jahr. Ziel ist diesmal auch ein neues Projekt: das Camp 585 in der nordöstlichsten Grenzregion Thailands zu Myanmar.
Spendenkonto:
Für die Arbeit des gemeinnützigen Vereins „Asiens vergessene Kinder“ kann auf folgendes Konto bei der Sparkasse Bensheim gespendet werden:
IBAN: DE41 5095 0068 0002 1118 70.
Mehr Informationen gibt es auch im Internet unter asiens-vergessene-kinder-verein.de
Zu diesem Flüchtlingscamp baute der Verein bereits im vergangenen Jahr über Mitarbeiter der Karen-Thai-Group den Kontakt auf. Auch hier wird AvK mit regionalen Health-Workern und Krankenschwestern zusammenarbeiten. Dank der inzwischen elfjährigen Vereinsarbeit ist auch in besonders entlegenen Gegenden der Grenzregion die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern stabil und zuverlässig. Die persönlichen Sprechstunden, die Dr. Schütz und Wollbeck bei ihren Hilfseinsätzen in den verschiedenen Kliniken und Ambulanzen anbieten, werden ebenso geschätzt wie Ausbildungs- und Weiterbildungsseminare für einheimische medizinische Mitarbeiter und Pflegekräfte, die Dank AvK möglich sind und eine durchgängige qualitätvolle Hilfe in den Camps und Kliniken garantieren.
Medikamente werden bestellt
Der Verein steht digital permanent in Kontakt mit seinem langjährigen Kooperationspartner in Sangkhlaburi, mit Dr. Sakda von der San Jai Dee Clinic. „Weil Medikamente und Equipment für unsere Einsätze jetzt von Dr. Sakda schon vor Ort besorgt werden und bereits bei unserer Ankunft in den Einsatzorten zur Verfügung stehen, müssen wir keine gefährlichen Grenzkontrollen mehr über uns ergehen lassen“, sagt Michael Schütz. Beim Gespräch über die bevorstehende Reise ins Grenzgebiet zeigt er mehrere Medikamentenlisten, die von ihm geprüft und für die Bestellung der Medizin in Bangkok wieder nach Thailand geschickt werden. Durch die Mithilfe von Dr. Sakda und S. Netek, den medizinischen Leitern der San-Jai-Dee-Clinic am Drei-Pagoden-Pass in Thailand, wird ganzjährig eine medizinische Grundversorgung durch AvK nachhaltig gewährleistet.
Aktuell sieben Hilfsprojekte
Der Verein kann seine Hilfe nur dank einer großen Spendenbereitschaft hierzulande gewährleisten. Alle Spendengelder fließen direkt in den Kauf von Medikamenten und medizinischen Geräten, in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und teilweise auch in Personalkosten für Pflegekräfte in den abgelegenen Camps und Urwaldkliniken. Die Namen von Einsatzorten wie dem Health-Center Pa La U, dem Flüchtlingscamp Huay Malai oder der Klinik Htee Ler Par kommen dem AvK-Vorsitzenden mühelos über die Lippen. Schon lange vor der Gründung von AvK leistete er über die Organisation Freunde für Asien Hilfseinsätze im Grenzgebiet zwischen Thailand und Burma, das 1989 in Myanmar umbenannt wurde.
Durch den erneut entbrannten Krieg musste AvK verschiedene, tiefer im Dschungel von Myanmar gelegene Projekte nach Bombenangriffen aufgeben. Die Hilfe für verfolgte und vertriebene, nahezu vollkommen mittellose Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Volksgruppe Karen geht aber unverändert weiter. Vier der derzeit sieben Hilfsprojekte des Vereins liegen direkt an der Grenze, drei Projekte auf Myanmar-Gebiet, die allerdings nur über Thailand zu erreichen sind. Die medizinische Hilfe kennt indessen keine Grenzen.