Mannheim: 20 Jugendliche randalieren in Silvesternacht - verletzte Polizisten
Die Polizei zieht eine erste Bilanz nach der Silvesternacht. Gezielt seien Beamte mit Knallkörpern und Raketen beschossen worden. Besonders im Stadtteil Schönau hielten 20 Jugendliche die Polizei auf Trab.
Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar. Die Polizei Mannheim zieht eine erste Bilanz nach der Silvesternacht - drei Beamte wurden verletzt.
Etwa 20 Jugendliche beschädigten gegen 0.15 Uhr in der Silvesternacht in der Lilienstraße im Mannheimer Stadtteil Schönau mehrere Straßenbahnen, eine Haltestelle und weitere Einrichtungen. Insgesamt drei Straßenbahnen wurden durch Stein- und Böllerwürfe erheblich beschädigt. Dabei gingen mehrere Scheiben sowie eine Eingangstür zu Bruch, bei einer Straßenbahn wurde das Glas des gesamten Fahrerhauses zerstört.
Zudem wurden eine Straßenbahnhaltestelle beschädigt und die Scheiben eines Aufenthaltsraums der RNV sowie eines Jugendhauses eingeworfen. Personen kamen hierbei nicht zu Schaden. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Eine Person wurde festgenommen. Die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs dauern an.
Rund um den Wasserturm, die Kurpfalzbrücke und den Plankenkopf versammelten sich mehrere tausend Feiernde. In der Spitze hielten sich dort mehr als 2.000 Personen auf, weshalb der Fahrzeugverkehr zwischen 23.15 Uhr und 1 Uhr umgeleitet wurde. Vereinzelt traten Gruppen mit erkennbarem Aggressionspotenzial in Erscheinung, hieß es weiter. Die Polizei habe durch konsequentes Einschreiten mögliche Eskalationen frühzeitig unterbinden können.
Darüber hinaus kam es in Mannheim zu mehreren Brandeinsätzen, vor allem Mülltonnen und vereinzelt Balkone wurden durch fehlgeleitete Silvesterraketen beschädigt. Bei einem Brand in einem Doppelhaus in Käfertal entstand Sachschaden von rund 200.000 Euro, verletzt wurde niemand.
Die Polizei registrierte in Mannheim vier tätliche Angriffe auf Einsatzkräfte. Dabei verletzten sich insgesamt drei Beamte leicht. Teilweise wurden sie gezielt mit Knallkörpern und Silvesterraketen beworfen, hieß es weiter. Die Verursacher konnten in der Menschenmenge nicht identifiziert werden.
In Heidelberg konzentrierte sich der Großteil der Feiernden im Bereich Alten Brücke sowie der Theodor-Heuss-Brücke. Auf der Theodor-Heuss-Brücke hielten sich in der Spitze rund 1.800 Personen auf. Aufgrund des starken Andrangs wurde die Brücke gegen Mitternacht für weitere zuströmende Personen gesperrt. Zeitgleich wurde auch die B 37 zwischen Stadthalle und Neckarmünzplatz für den Verkehr gesperrt. Sämtliche Sperrungen konnten gegen 0.45 Uhr wieder aufgehoben werden, die Feiernden in Richtung Altstadt weitergezogen waren.
Im Rhein-Neckar-Kreis verlief der Jahreswechsel aus polizeilicher Sicht ohne nennenswerte Zwischenfälle, hieß es weiter. In Weinheim geriet ein Pkw - offenbar aufgrund von Feuerwerk - in Brand und es enstand hoher Sachschaden.
(dls)