Nach Amokfahrt am Rosenmontag

Mannheim: Haftbefehl gegen 40-Jährigen wegen Mordes erlassen

Ein 40-Jähriger ist in der Mannheimer Innenstadt in eine Menschenmenge gefahren. Gegen ihn wurde nun ein Haftbefehl wegen Mordes und schwerer Körperverletzung erlassen.

Das LKA und die Staatsanwaltschaft haben einen Haftbefehl wegen Mordes nach der Mannheimer Todesfahrt erlassen. Foto: Priebe/PR-Video
Das LKA und die Staatsanwaltschaft haben einen Haftbefehl wegen Mordes nach der Mannheimer Todesfahrt erlassen.

Mannheim. Gegen den 40-jährigen Mann, der am Montag mit seinem Auto in der Mannheimer Innenstadt in eine Menschenmenge gefahren ist, ist jetzt ein Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Mannheim und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit. Dabei geht es um Mord in zwei Fällen, versuchten Mord mit gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen und Körperverletzung in elf Fällen.

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Der 40-jährige Deutsche soll am Montag, 3. März, gegen 12.15 Uhr mit seinem Pkw mit hoher Geschwindigkeit in der Mannheimer Innenstadt über die "Planken" in Richtung Paradeplatz gefahren sein und hierbei mehrere Personen erfasst haben. Zwei der Opfer, eine 83-jährige Frau und ein 54-jähriger Mann, erlagen trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen vor Ort ihren Verletzungen. Elf weitere Personen wurden verletzt, fünf davon schwer. Diese befinden sich noch in stationärer Behandlung in verschiedenen Krankenhäusern.

Verdächtiger flüchtet zu Fuß

Der Tatverdächtige ließ anschließend sein Fahrzeug im Bereich des Quadrates E7 zurück und flüchtete zu Fuß in den Parkring. Kurz darauf wurde er festgenommen. Der Mann hatte vorher versucht, sich durch einen Schuss in den Mund mit einer Schreckschusswaffe das Leben zu nehmen.

Der 40-Jährige wurde zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht und kam anschließend in Gewahrsam der Polizei. Am Dienstagnachmittag wurde er im Amtsgericht Mannheim vorgeführt, wo der von der Staatsanwaltschaft Mannheim beantragte Haftbefehl erlassen und in Vollzug gesetzt wurde. Der Mann wurde daraufhin in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Zahlreiche Rettungskräfte waren am Montag in Mannheim im Einsatz - und nahmen am Dienstag an der Andacht teil. Foto: Evangelische Kirche Mannheim / Andreas Henn
Zahlreiche Rettungskräfte waren am Montag in Mannheim im Einsatz - und nahmen am Dienstag an der Andacht teil.

Motiv weiterhin unklar

Der Verdächtige schwieg vor dem Haftrichter, sodass sein Motiv für die Tat weiterhin unklar bleibt. Auch aus der Durchsuchung seiner Ludwigshafener Wohnung ergaben sich keinerlei Hinweise auf die Beweggründe oder ein Motiv. Die bisherigen Ermittlungen ergaben Hinweise auf psychische Vorerkrankungen und deuten demnach darauf hin, dass sich der Tatverdächtige in einem psychischen Ausnahmezustand befand.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen handelte der Mann allein. Namen von mutmaßlichen Mittätern, die insbesondere in den Sozialen Medien verbreitet werden, sind entweder frei erfunden oder haben offensichtlich keinen Bezug zu dem Tatverdächtigen und der Tat.

Die bei dem Mann, in seinem Fahrzeug und in seiner Wohnung sichergestellten Gegenstände, wie die Schreckschusswaffe, schriftliche Unterlagen und digitale Datenträger werden derzeit kriminaltechnisch untersucht und ausgewertet.

Die Stadt Mannheim lud gemeinsam mit der katholischen und evangelischen Kirche am Dienstag zu einer Andacht nach der Todesfahrt ein. Foto: Evangelische Kirche Mannheim / Andreas Henn
Die Stadt Mannheim lud gemeinsam mit der katholischen und evangelischen Kirche am Dienstag zu einer Andacht nach der Todesfahrt ein.

Andacht in Mannheim am Dienstag

In der Citykirche Konkordien in Mannheim bekundeten zahlreiche Menschen ihre Anteilnahme. Die Aufzeichnung des ökumenischen Gottesdiensts kann hier angesehen werden. (sig)