Mehr E-Scooter-Unfälle – Hessen setzt auf Prävention
Schwere E-Scooter-Unfälle haben in den vergangenen Wochen auch in Hessen wieder die Risiken verdeutlicht. Mit Aufklärung und Kontrollen will Innenminister Poseck gegensteuern.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit Prävention und Kontrollen will Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) die Gefahren des E-Scooter-Fahrens eindämmen. Vor dem Hintergrund steigender Unfallzahlen sei die hessische Polizei für dieses Thema besonders sensibilisiert, erklärte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. So bestehe in Frankfurt eine enge Zusammenarbeit mit der städtischen Verkehrsüberwachung. Zu den Maßnahmen gehörten Aufklärungsgespräche durch Schutzleute vor Ort, Informationsstände sowie Kooperationen mit weiteren Akteuren der Verkehrssicherheitsarbeit. Auch über soziale Medien werde das Thema aufgegriffen.
Die hessische Polizei hatte laut Innenministerium für 2024 1.081 E-Scooter-Verkehrsunfälle registriert - das waren fast doppelt so viele wie 2021 (677 Unfälle). Auch die Zahl verunglückter Menschen verdoppelte sich im selben Zeitraum nahezu - von 391 im Jahr 2021 auf 716 im Jahr 2024.
Keine Verbote, aber konsequentes Reagieren auf Gefahren
«E-Scooter haben sich in den letzten Jahren als praktische Alternative im Straßenverkehr etabliert.» Sie würden vor allem von jungen Menschen als schnelles und flexibles Fortbewegungsmittel für kurze Strecken verwendet. «Wir wollen das E-Scooter-Fahren nicht grundsätzlich verbieten oder zurückdrängen, aber wir müssen auf die Gefahren noch konsequenter reagieren», mahnte der Minister.
Erst in den vergangenen Wochen hatte es in Hessen eine Reihe von Unfällen mit E-Rollern gegeben - den schwersten davon in Frankfurt, wo zwei 18-Jährige auf einem E-Scooter an Straßenbahngleisen stürzten. Einer der beiden starb, nachdem er von einer Tram erfasst wurde, der andere wurde schwer verletzt.