500 Fälle an der Bergstraße

Rhein-Neckar: Kreis blickt mit Sorge auf "extrem dynamische" Verbreitung der Schweinepest 

Afrikanische Schweinepest (ASP): Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis beobachtet das Seuchengeschehen an der hessischen Bergstraße mit Sorge. Erneut wurden infizierte Tiere bei Heppenheim gefunden - die Behörden zählen bereits mehr als 500 Fälle.

Mittlerweile wurden bereits 22 Kilometer Schutzzaun im Kreis aufgebaut. (Symbolbild) Foto: Paul_Henri
Mittlerweile wurden bereits 22 Kilometer Schutzzaun im Kreis aufgebaut. (Symbolbild)

Rhein-Neckar. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich weiter an der Bergstraße aus. Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis beobachte das weiterhin "extrem dynamische Seuchengeschehen" mit Sorge, hieß es in einer Mitteilung.

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Im Heppenheimer Stadtteil Kirschhausen seien drei positiv auf ASP getestete Wildschweine gefunden worden – und die bei Heppenheim verlaufende Bundesstraße 460 stelle mit dem dort verlaufenden Zaun quasi die letzte Bastion vor der Länder- und Kreisgrenze dar. Diese Funde haben derzeit jedoch noch keine Auswirkungen auf die Sperrzonen im Rhein-Neckar-Kreis, hieß es weiter.

„Gleichwohl zeigt diese Lageentwicklung in Hessen, dass wir jederzeit auch auf baden-württembergischen Gebiet mit weiteren positiven Funden rechnen müssen“, sagte Doreen Kuss, Dezernentin für Ordnung und Gesundheit im Landratsamt. Auch ein Blick in Richtung der Landesgrenze bei Mannheim treibe den Verantwortlichen Sorgenfalten auf die Stirn. Denn auch hier seien in unmittelbarer Nähe zur Landesgrenze zahlreiche positiv auf die ASP getestete Kadaver gefunden worden.

Der Bau von Zäunen in der Region schreite aufgrund dieser Entwicklung weiter voran - mittlerweile betrage die Länge der Schutzzäune im Rhein-Neckar-Kreis entlang von Kreis-, Landes- und Bundesstraßen bereits 22 Kilometer. Elektrozäune sollen nach und nach durch Festzäune ersetzt werden, neue Elektrozäune seien in Planung. Die Zäune sollen den Bewegungsspielraum potenziell infizierter Wildschweine einschränken. „Intakte Zäune und geschlossene Gatter oder Tore sind daher für eine Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest extrem wichtig“, erklärte Kuss.

Aufgrund der weit mehr als 500 positiven ASP-Fällen im Landkreis Bergstraße werde deutlich, dass die Tierseuche in der Region noch immer grassiert. Daher können auch in vielen Teilen des Rhein-Neckar-Kreises die Vorgaben und Verbote für Menschen in betroffenen Gebieten noch nicht aufgehoben werden. Gewisse Einschränkungen, wie das Verbot von Veranstaltungen im Wald in Sperrzonen, werden daher noch länger fortbestehen müssen, hieß es weiter „Es gilt nach wie vor, die Wildschweine nicht aus ihren Revieren zu vertreiben, um die Seuche nicht zu verschleppen. Zudem lässt das EU-Recht Lockerungen nicht ohne Weiteres zu“, wurde Kuss abschließend zitiert. (dls)

Weitere Informationen zum Thema ASP finden Sie hier.