Demonstrationen

Vier Klimaproteste innerhalb einer Stunde in Mannheim und Heidelberg

Am Samstag wurden über 100 Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste durch die Aktionen beschäftigt. Erneut klebten sich Aktivisten auf Straßen fest oder seilten sich von Brücken herab. Noch unklar ist, ob auf eine Polizeibeamtin Konsequenzen zukommen.

Foto: Fritz Kopetzky

Vier Klimaprotestaktionen innerhalb einer Stunde forderten am Samstag in Mannheim und Heidelberg über 100 Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. Bei allen Protestaktionen handelte es sich um nicht angemeldete Versammlungen, wie das Polizeipräsidium Mannheim in einer Pressemitteilung schreibt.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

In Mannheim fanden sich gegen 13.45 Uhr insgesamt elf Klimaaktivisten mittig auf der Konrad-Adenauer-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen ein. Fünf Personen begaben sich auf die Fahrbahn in Richtung Mannheim, wobei sich drei auf der Fahrbahn festgeklebten. Auf die Fahrbahn in Richtung Ludwigshafen begaben sich vier Personen, wovon sich ebenfalls drei festklebten. Zwei weitere Aktivisten seilten sich mit einem Transparent von der Konrad-Adenauer-Brücke ab. Der Bereich unterhalb der Brücke wurde für den Schiffsverkehr gesperrt und örtlich umgeleitet. Mit Unterstützung der Höhenrettung der Berufsfeuerwehr Mannheim wurden die beiden Personen gegen 15.30 Uhr wieder auf die Brücke geholt. Die festgeklebten Personen auf den Fahrbahnen wurden gegen 15.15 Uhr gelöst. Die elf Aktivisten wurden im Anschluss in Gewahrsam genommen, um die strafprozessualen Maßnahmen abzuschließen. Die Einsatzmaßnahmen erfolgten in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Ludwigshafen.

Wenig später gegen 14.15 Uhr begaben sich neun Aktivisten mit einem Transparent auf die Fressgasse zwischen den Quadraten Q6 und Q7. Die Personen standen hierbei nur auf der Fahrbahn, ohne sich festzukleben. Nach Rücksprache mit der Versammlungsbehörde der Stadt Mannheim wurde die Versammlung aufgelöst, da man sich nicht an die erteilten Auflagen halten wollte. Es folgten Personalienfeststellungen und Platzverweise für die Personen.

Aus der Fahrbahn herausgemeißelt

In Heidelberg setzten sich gegen 15.15 Uhr sieben Personen auf die Schurmannstraße (B 37). Davon klebten sich drei Aktivisten auf der Fahrbahn fest. Hier erfolgte ebenfalls eine Rücksprache mit der zuständigen Versammlungsbehörde der Stadt Heidelberg. Da die Demonstranten nicht kooperativ waren und sich nicht an die erteilten Auflagen halten wollten, wurde die Versammlung gegen 16 Uhr aufgelöst. Nachdem die Personen gegen 16.40 Uhr von der Fahrbahn gelöst wurden, teilweise durch die Feuerwehr Heidelberg herausgemeißelt, wurden sie bis zum Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in Gewahrsam genommen. Die Straße wurde für den Verkehr gegen 17 Uhr wieder freigegeben.

Zeitgleich begaben sich fünf Personen auf die Speyerer Straße und blockierten alle drei Fahrspuren in Richtung Heidelberg. Drei der fünf Aktivisten hatten sich auf der Fahrbahn festgeklebt. Die Polizisten hielten ebenfalls zuerst Rücksprache mit der Versammlungsbehörde der Stadt, ehe sie einschritten. Da die fünf Personen sich auch an dieser Örtlichkeit an keinerlei Auflagen halten wollten, wurde die Versammlung ebenfalls gegen 16 Uhr aufgelöst. Circa 20 Minuten später waren alle Personen von der Fahrbahn gelöst, auch hier teilweise durch Herausmeißeln durch die Feuerwehr. Sie wurden in Gewahrsam genommen und erhielten nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen einen Platzverweis.

Verzögerungen auf den Straßen und im Personennahverkehr

Es kam im gesamten innerstädtischen Bereich von Mannheim und Heidelberg zu verkehrstechnischen Beeinträchtigungen. Der öffentliche Personennahverkehr wurde streckenweise gesperrt beziehungsweise umgeleitet. Die Sperrungen wurden nach Abschluss der Einsatzmaßnahmen aufgehoben und die Straßen für den Verkehr wieder freigegeben.

Die Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat die Ermittlungen in allen vier Fällen übernommen. Inwieweit die Fahrbahnen durch das Festkleben an den einzelnen Örtlichkeiten beschädigt wurden, ist Gegenstand der aktuellen Ermittlungen.

Fehlverhalten einer Polizistin?

Wie das Polizeipräsidium am Mittwoch bekannt gab, kursiert in einem sozialen Netzwerk ein Video, welches eine Beamtin bei einem der Einsätze am Samstag auf der Konrad-Adenauer-Brücke zeigt. Laut der Behörde ist die Polizisten dabei zu sehen, wie sie zuerst Öl aus einem Kanister über die an die Fahrbahn angeklebten Hände einer Person gießt. Im Anschluss hiernach schüttet sie jedoch offenbar auch etwas von dem Öl über den Hinterkopf der Person, heißt es in der Pressemitteilung am Dienstag. Derzeit wird geprüft, ob sich aus dem Verhalten strafrechtliche und disziplinarrechtliche Konsequenzen für die Beamtin ergeben, so das Präsidum.