Gesundheitsamt, Feuerwehr, THW und Bundeswehr

Wie sich Krankenhäuser und Bevölkerung auf Wassermangel vorbereiten sollten   

Wie können sich Krankenhäuser auf Wassermangel vorbereiten? Darüber haben sich Vertreter der Kliniken, Feuerwehr, Bundeswehr und weitere ausgetauscht - und sich auch an die Bevölkerung gewandt.

2019 sorgte bläulich verfärbtes Wasser aus Wasserhähnen in Heidelberg für Schlagzeilen (Symbolbild). Foto: photim / Pixabay
2019 sorgte bläulich verfärbtes Wasser aus Wasserhähnen in Heidelberg für Schlagzeilen (Symbolbild).

Heidelberg. Was müssen Krankenhäuser tun, wenn die Wasserversorgung zum Erliegen kommt? Darum ging es bei der Veranstaltung „Notfallplanung im Krankenhaus – Gefahrenlage Wasser“ des Gesundheitsamts Rhein-Neckar-Kreis im Landratsamt. Ein solches Szenario sei möglich, hieß es in einer Mitteilung. Das sei im Februar 2019 deutlich geworden, als das Wasser in Teilen Heidelbergs bläulich verfärbt aus der Leitung kam – letztlich entpuppte sich das Phänomen als ungefährliche physikalische Besonderheit.

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Die Veranstaltung habe einen erfolgreichen Austausch von Wissen und Erfahrungen über die Krisenbewältigung im Gesundheitswesen ermöglicht, speziell im Hinblick auf die Trinkwasserversorgung und Notfallmanagement in sensiblen Einrichtungen wie Krankenhäusern. Eingeladen waren Mitarbeitende aus den Krankenhäusern des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg, der Wasserversorger sowie der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Bundeswehr und der im Rhein-Neckar-Kreis und im Stadtgebiet Heidelberg ansässigen Hilfsorganisationen.

„Ein gut durchdachter Krankenhausalarm- und -einsatzplan sorgt dafür, dass die Kliniken auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig bleiben“, betonte Andreas Welker, Leiter des Gesundheitsamtes. Alle Beteilgten müssten im Ernstfall an einem Strang ziehen.

Alarmplanung, blaues Wasser und Notbrunnen

Stefan Kramer, Leiter des technischen Gesundheitsschutzes im Gesundheitsamt, berichtete über die 2019 gesammelte Erfahrung der damaligen bläulichen Verfärbung des Dossenheimer und Heidelberger Trinkwassers. Ergänzend gab Martin Scherrer, Stabstellenleiter Technische Krankenhaushygiene im Universitätsklinikum Heidelberg, einen Einblick in die praktischen Erfahrungen mit den Notbrunnen auf dem Gelände des Klinikums. Diese stellen die dortige Wasserversorgung sicher.

Ergebnis der Veranstaltung seien wichtige Impulse zur Verbesserung der Krankenhausalarm- und -einsatzplanung gewesen, die einen direkten Mehrwert für die tägliche Arbeit in den Kliniken bedeuten. So wurden Ideen zur Wassereinsparung, Möglichkeiten der Hilfsorganisationen zur Bereitstellung von Wasser sowie bauliche Veränderungen zur Wasserspeicherung und Sicherstellung von mehrfachen Anschlüssen von Kliniken an die örtlichen Wassernetze diskutiert.

Auch Bevölkerung sollte sich vorbereiten

„Wir haben die Zeit genutzt, um unsere Zusammenarbeit zu intensivieren und auf zukünftige Notfallsituationen besser vorbereitet zu sein“, berichtet ein Vertreter einer Hilfsorganisation. „Wir dürfen bei all unseren Planungen aber nicht außer Acht lassen, dass auch die Bevölkerung selbst sich vorbereiten muss", sagte Stefanie Heck, Kreisbrandmeisterin und Leiterin des Amts für Feuerwehr und Katastrophenschutz im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis. So empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) für den Fall, dass kein Trinkwasser mehr aus dem Wasserhahn kommt oder verwendet werden darf, sich einen Vorrat an Wasser anzulegen. Denn ein Mensch könne unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit. Ein erwachsener Mensch brauche mindestens eineinhalb Liter Flüssigkeit am Tag. Wenn man Kochen möchte, sollte man 0,5 Liter Wasser zusätzlich einplanen. Ein gewisser Anteil des Vorrats sollte daher auch aus (Mineral-)Wasser bestehen. Aber auch Fruchtsäfte oder andere Getränke können dazugerechnet werden.

In einer kommenden Veranstaltung des Gesundheitsamts Rhein-Neckar-Kreis soll das Thema Stromausfall näher beleuchtet werden. (dls)

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