Auf der Hofwiese füllen sich die Reihen
Beim gut besuchten Frühschoppen am Montag in Wald-Michelbach fällt die erste Bilanz ausgesprochen positiv aus.
Wo man hinschaute, herrschte gute Laune, schließlich war der Frühschoppen angesagt, der traditionell am letzten Tag des Überwälder Heimatfestes im Mittelpunkt steht und die drei Festtage abschließt. Unter den Klängen von Musiker Harald Walz saßen die Gäste im sich stetig füllenden Biergarten auf der Wald-Michelbacher Hofwiese in geselliger Runde zusammen, unterhielten sich, ließen sich Essen und Trinken schmecken, um zu fortgeschrittener Stunde dann auch bei den Stimmungsliedern mit einzustimmen.
Dabei ging die Gemeinde als Vorbild voran, denn die Mitarbeiter aus dem Rathaus und dem Bauhof waren von Beginn an zahlenmäßig stark vertreten, ehe sich dann noch der eine oder andere Betriebe mit seinen Beschäftigten bei fast zu milden Temperaturen unter dem großen Schirm des Festplatzes versammelte, um gemeinsam zu feiern.
Durchweg zufriedene Gesichter
Zufriedene Gesichter gab es vor allem auch bei den Organisatoren, denn die ersten beiden Tage des Heimatfestes waren sehr gut angenommen worden, und so konnte der positive Trend des vergangenen Jahres nach der Corona-Pandemie fortgesetzt werden, nachdem in den Jahren zuvor die Besucherzahlen immer geringer geworden waren.
Der Höhepunkt war unbestritten der Festzug, der so viele Zuschauer wie selten zuvor in den vergangenen Jahren angelockt hatte. „Alle Teilnehmer haben sich bei den Motiven viel Mühe gemacht.Es wurde zwar etwas kritisiert, dass er so langsam unterwegs gewesen sei, aber das hatte den Vorteil, dass die Zugnummern nicht so auseinandergerissen wurden. Da hat die Polizei das Tempo gut vorgegeben“, sagte der Wald-Michelbacher Bürgermeister Dr. Sascha Weber.
Als „überragend“ bezeichnete Heinz Fischer, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Überwald die Resonanz. „Ich kann mich nicht erinnern, dass so viele Leute an einem Heimatfest-Sonntag unterwegs waren.“ Positive Rückmeldungen erhielt er auch aus der Geschäftswelt zum verkaufsoffenen Sonntag. „Weil sehr viele Kinder beim Umzug mitmachten, waren auch ihre Eltern dabei, die dann die Möglichkeit zum Shoppen gerne nutzten“, erklärte er.
Derweil stieg die Zahl der Besucher nach dem Umzug auf der Hofwiese, wo die teilnehmenden Musikgruppen noch ein kleines Platzkonzert gaben, immer weiter an. „Der Festplatz war zwischenzeitlich übervoll“, merkte Weber an. Deshalb sei es auch günstig gewesen, dass die dortige Metzgerei einen Essenstand aufgebaut und so den großen Andrang mit auffangen konnte.
Sehr gut besucht war schon der Samstagabend. Dabei gab es auch viel Lob für das musikalische Programm, für das die Kocherbacher Trachtenkapelle, die Big Band des Überwald-Gymnasiums und die Covergruppe „Thousand Years Later“ verantwortlich zeichneten. „Das ist sehr gut angekommen“, unterstrich der Bürgermeister. Und so hatte bis in die Nacht hinein Party gegeben.
Dank an die Helfer
Dank zollten Weber und Fischer den Vereinen, die an den drei Tagen die Bewirtung auf dem Festplatz übernahmen. „Die Helfer haben eine super Arbeit gemacht“, merkte der WVÜ-Vorsitzende an, der am Montag selbst Schnitzel bruzzelte. Ein kleines Dankeschön hatte der Bürgermeister hier für Tobias Johann von der Gemeindeverwaltung parat, das er ihm auf der Bühne überreichte. Da dessen Kollege Peter Jäger, mit dem er das Heimatfest normalerweise zusammen organisiert, nachwuchsbedingt ausgefallen war, musste „der Tobias das fast alleine stemmen“, wie Weber in seiner Würdigung hervorhob.
„Es ist jedes Mal eine Herausforderung“, sagte Johann im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch da die Helferteams der Vereine inzwischen sehr gut eingespielt seien und die Bauhof-Mitarbeiter die erforderlichen Vorarbeiten leisten würden, „klappt das inzwischen sehr gut“, wie Johann unterstrich – um gleich wieder eine frische Bon-Rolle für die Kasse zu holen.
Angesichts des guten Zuspruchs der beiden vergangenen Jahre stellt sich natürlich die Frage, ob das Heimatfest-Programm nicht wieder auf vier Tage ausgedehnt werden könnte. Doch hier erinnerte Weber an die sinkenden Besucherzahlen in den Jahren vor der Corona-Pause. „Wenn es nächstes Jahr auch wieder so gut läuft, kann man ja mal darüber nachdenken. Im Moment geht es jedoch eher darum, was wir am Programm verbessern können, um es moderner und attraktiver zu gestalten.“ Johann wies auf die Nachbetrachtung der Gemeinde mit den Vertretern der beteiligten Vereinen hin, bei der dies einmal angesprochen werden könnte. „Aber hier in der Hofwiese ist das anders als in einem großen Festzelt. Wenn es mal regner sollte, wird es schon schwierig, da werden die Leute nicht kommen. Deshalb waren wir uns eigentlich einig, es bei den drei Tagen zu belassen“, erklärt er.