Beim Spielen im Erlenbacher Bergtierpark lernen, die Natur zu schützen
Beim Kinderaktionstag des Freundeskreises Erlenbacher Bergtierpark wird an mehreren Stationen der Spaß mit der Wissensvermittlung verbunden
Am Sonntag veranstaltete der Freundeskreis Erlenbacher Bergtierpark einen Kinderaktionstag. Neben den Tieren in den Gehegen konnten die Familien an diesem Tag auch viele Stationen im Park entdecken. Dem seit 20 Jahren bestehenden Freundeskreis ging es, laut Vorsitzenden Dr. Ekkehard Bahlo, vor allem darum, den Kindern ein tolles Programm zu bieten, bei dem sie viel über die Natur lernen können. Damit reiht sich dieser Tag in die Naturpädagogik des Freundeskreises ein, die auf den Grundgedanken zurückgeht, dass der Mensch seine Umwelt verantwortungsvoll gestalten soll.
Mit dieser Philosophie unterstützte der Förderverein den Bergtierpark bislang unter anderem durch den Bau des Dr.-Kilian-Hauses, des Spielplatzes oder den beiden Tipis, die sich allesamt auf dem höchsten Bereich des Parkes befinden, der sich über eine Anhöhe erstreckt.
Bäume und Spuren zuordnen
Entlang des Rundweges um diesen Berg konnten die Kinder auch die Stationen des Aktionstages entdecken. Es wurden Hufeisen geworfen, auf der Slackline verschiedene Tierarten „gerettet“, Schmetterlinge mithilfe einer historischen Faltmaschine, aus alten Wanderkarten und Pfeifenreinigern, gebastelt oder es wurde sich, auf der Hüpfburg der Sparkasse Starkenburg ausgetobt.
Die kleinen Besucher konnten an diesem Tag im Spiel auch viel lernen, beispielsweise Baumarten anhand ihrer Rinde zu Gruppen zusammenzufassen. Daraus ergab sich ein Buchstabenrätsel, welches die Kinder zur richtigen Bezeichnung für den Baum führte. Es konnten außerdem verschiedene Tierspuren in einen Sandkasten gedrückt werden, wodurch zu erkennen war, worin sie sich unterscheiden und wie man ein bestimmtes Tier anhand der Abdrücke erkennen kann.
Wer es praktischer mochte, konnte außerdem lernen, wie man richtig mit einem Fernglas umgeht und damit die am Zaun der Gehege angebrachten Abbildungen verschiedener Vogelarten richtig erkennt.
Es gab aber auch die Möglichkeit, sich einen Nistkasten für zu Hause zu bauen, um die heimischen Vogel beim Ausbrüten und Aufziehen ihrer Jungen zu unterstützen. An all diesen Stationen wurden die Besucher von freiwilligen Helfern des Freundeskreises unterstützt, die dadurch einen weiteren ihrer Grundsätze abbildeten: die aktive Hilfe für heimische Arten, die auch innerhalb des Parks immer wieder eine wichtige Rolle spielt. Das sieht man beispielsweise an dem Biotop, das Tausenden von Insekten, vor allem Schmetterlingen und Wildbienen, die gerade besonders bedroht sind, ein Unterschlupf und die Möglichkeit zum Bestäuben der verschiedenen Blumen bietet.
Wiege für Hirschkäfer
Auch mit der sogenannten „Hirschkäfer-Wiege“ soll dieses Ziel vorangetrieben werden. Durch diese bekommen die Hirschkäfer einen geschützten Ort, an dem sie ihre Eier ablegen können, damit diese ungestört zu Larven heranwachsen können. In diesem Stadium verbleiben sie bis zu sieben Jahren, bis sie sich dann weiter zu Käfern entwickeln und sich, binnen weniger Wochen, paaren und ihre Eier vergraben müssen.
Zu all diesen Projekten finden die Besucher im Park saisonal bestückte Infokästen, in denen die einzelnen Projekte erklärt werden. Der Freundeskreis war sehr zufrieden mit dem Aktionstag, wie Vorsitzender Bahlo berichtete. Es seien „lauter beglückte Menschen“ zu sehen gewesen, die mit ihren Kindern die heimische Landschaft und deren Tiere auf ganz besondere Art und Weise kennenlernten.
Auch hiermit stellt der Verein sicher, dass ihre umweltpädagogischen Ansprüche umgesetzt werden. Diese wurden vor allem durch den ehemaligen Förster Jens-Uwe Eder geprägt, der der Auffassung ist, dass „Kinder frühzeitig an die Natur herangeführt werden sollen“, berichtet Bahlo weiter. „Durch das dadurch erlangte Wissen werden die Kinder hoffentlich besser mit ihrer Umwelt umgehen und sie zu schützen und bewahren wissen.“
Neue Sitzgelegenheiten
Versorgt wurden die Besucher hierbei durch einen Imbissstand beim Dr.-Kilian-Haus. Mit den Speisen und Getränke konnten sie es sich auf den neu geschaffenen Sitzmöglichkeiten rund um das Haus und den Spielplatz gemütlich machen und einen Tag, gefüllt mit allerhand Wissenswertem und spannenden Aktionen, ausklingen lassen. lk