Gastronomie

Bergstraße: Gewerkschaft warnt vor Überstunden-Flut und Gummiband-Arbeitszeit

Die NGG schlägt Alarm: Durch neue Arbeitszeit-Pläne der Bundesregierung drohen im Kreis Bergstraße XXL-Arbeitstage und noch mehr Überstunden.

Die Gewerkschaft warnt vor XXL-Arbeitstagen. (Symbolbild) Foto: Nils Hillebrand
Die Gewerkschaft warnt vor XXL-Arbeitstagen. (Symbolbild)

Bergstraße. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat vor einem drastischen Anstieg von Überstunden und extrem langen Arbeitstagen im Kreis Bergstraße gewarnt. Nach Angaben der NGG Darmstadt und Mainz drohen Beschäftigten insbesondere in der Gastronomie „Stoßarbeitszeiten und Überstundenberge“, sollte die Bundesregierung ihre geplanten Änderungen beim Arbeitszeitgesetz umsetzen.

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Laut NGG-Geschäftsführer Guido Noll würde die geplante Abschaffung der täglichen Acht-Stunden-Regel zugunsten einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit dazu führen, dass der klassische Acht-Stunden-Tag kippt und durch „10 plus X“-Stunden-Tage ersetzt wird. Viele Beschäftigte – vom Kellner über Lagerarbeiter bis zur Bürokraft – müssten dann mit kaum planbarer Arbeitszeit leben, was nicht nur die Unfallgefahr erhöhe, sondern auch das Familienleben massiv belaste.

Noll kritisierte zudem die angedachte Steuerfreiheit für Überstundenzuschläge. Diese Maßnahme mache Überstunden zwar attraktiver, verhindere aber gleichzeitig Neueinstellungen und verschärfe so den Fachkräftemangel. Bereits im Jahr 2023 summierten sich die Überstunden in Hessen laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf 62,4 Millionen.

Die NGG fordert daher die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD im Kreis Bergstraße auf, die Pläne zur flexibleren Arbeitszeitgestaltung entschieden abzulehnen. Andernfalls drohe eine massive Belastung für die Beschäftigten im gesamten Landkreis. (dls)