Blick zurück: Wie knapp die Landtagswahl 2018 für den Odenwaldkreis ausgegangen ist
Die Landtagswahl im Odenwaldkreis verspricht erneut ein spannendes Rennen zu werden. Vor fünf Jahren konnte Sandra Funken von der CDU das Direktmandat mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 99 Stimmen gewinnen. Es ist also spannend, wie die Landtagswahl für die Wald-Michelbacher am Sonntag ausgehen wird.
Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wie es spannender nicht sein kann: 99 Stimmen gaben bei der Landtagswahl vor fünf Jahren den Ausschlag dafür, dass die Sandra Funken das Direktmandat im Odenwaldkreis gewann. Während die CDU-Kandidatin 12 885 Wählerstimmen auf sich vereinen konnte, kam ihr SPD-Mitbewerber Rüdiger Holschuh auf 12 786 Stimmen und verfehlte daher den direkten Einzug ins Landesparlament in Wiesbaden. So waren es gerade einmal 0,2 Prozentpunkte, die den Unterschied ausmachten.
Wenn am morgigen Sonntag nun erneut der Landtag gewählt wird, geht die CDU nach den aktuellen Umfragen als klarer Favorit ins Rennen. So kann auch Sandra Funken auf den direkten Wiedereinzug hoffen, wenngleich die Sozialdemokraten im Odenwaldkreis traditionell mit guten Ergebnissen aufwarten. So lag Holschuh im Jahr 2018 knapp fünf Prozentpunkte über dem hessenweiten Wahlkreisstimmen-Ergebnis seiner Partei und fast neun Prozentpunkte über den Landesstimmen.
Nicht über die Liste abgesichert
Da der SPD-Mann nicht über die Landesliste seiner Partie abgesichert ist, muss er das Direktmandat gewinnen, will er in den nächsten fünf Jahren wieder seinen Landkreis im Parlament vertreten. Komfortabler ist da die Situation für Funken, die mit Listenplatz 20 ihren Sitz in Wiesbaden über diesen Weg sicher haben dürfte – in der auslaufenden Legislaturperiode verfügte die CDU über 40 Sitze, wobei die Umfragen ihr ein deutlich besseres Abschneiden als vor fünf Jahren prognostizieren.
Über die Landesliste schaffte 2018 Frank Diefenbach für die Grünen den Einzug in den Landtag. Wie vor fünf Jahren wurde er bei der aktuellen Liste auf Rang 28. platziert, und er hofft, dass dies wieder ausreichen wird. Doch die Umfragen sagen den Grünen einen Stimmenverlust zwischen zwei und drei Prozent voraus. 20 Abgeordnete stellte die Partei im Landtag, so könnte es eng werden für eine Rückkehr von Diefenbach.
Für die FDP tritt morgen der Generalsekretär des Landesverbands, Moritz Promny, als Direktkandidat im Odenwaldkreis an. Dem prominenten Liberalen dürfte die Rückkehr ins Landesparlament auf Rang vier der FDP-Landesliste sicher sein – sofern die Partei den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde packt. In den aktuellen Umfragen liegt sie bei etwa sechs Prozent und so müssen die Liberalen darum bangen, ob sie in den kommenden fünf Jahren wieder im Landtag vertreten sind.
Neue Zuordnung
Durch die Zuordnung der drei Bergsträßer Kommunen Wald-Michelbach, Hirschhorn und Neckarsteinach ist die Zahl der Wähler im Odenwaldkreis nun deutlich gestiegen – vor fünf Jahren waren es knapp 70 400 Wahlberechtigte, die aktuellen Zahlen werden von den Städten und Gemeinde erst an diesem Wochenende gemeldet. Hier wird es interessant sein zu sehen, wie sich die erstmalige Beteiligung der drei Bergsträßer Kommunen auf die Verteilung der Stimmen auswirkt.
Beim eigentlichen Urnengang ändert sich für die Wahlberechtigten in der Gemeinde Wald-Michelbach eigentlich nichts, außer dass auf dem Wahlzettel statt „Wahlkreis 55 – Bergstraße Ost“ nun „Wahlkreis 53 – Odenwald“ steht. Die Gemeinde ist wieder in zwölf Wahlbezirke aufgeteilt, die Wahllokale sind in denselben Gebäuden untergebracht wie zuvor, wie die Gemeindeverwaltung informiert.
Unsere Redaktion hätte im Vorfeld der Wahl auch gerne die Kandidaten Dr. Bernd Engemann (AfD) und Anton Stortchilov (Die Linke) vorgestellt, doch von ihnen kam keine Antwort auf unsere Anfrage.