Brand in Heppenheim: „Euro und Asien Markt“ komplett zerstört
In der Nacht kam es zu einem Brand in der Lehrstraße. Alle Bewohner des Hauses konnten evakuiert werden - 100 Einsatzkräfte vor Ort.
Heppenheim. Von einem Feuer vollständig zerstört wurde in der Nacht zum Mittwoch der „Euro und Asien Markt“ in der Heppenheimer Lehrstraße. Um 3:30 Uhr wurde die Feuerwehr mit dem Stichwort „Feuer 2, brennt Gebäude, Menschenleben in Gefahr“ alarmiert. Kurz zuvor waren Anwohner bereits durch eine Brandmeldeanlage geweckt worden. Als die Feuerwehr eintraf, stand das Geschäft bereits im Vollbrand. Flammen schlugen aus dem Erdgeschoss, über das gesamte Gebäude bis hinauf ins dritte Stockwerk des Wohnkomplexes war eine starke Rauchentwicklung zu beobachten, wie der stellvertretende Stadtbrandinspektor und Einsatzleiter Leo Einberger mitteilte. Wegen des Ausmaßes des Brandes und der Gefahr des Übergreifens der Flammen auf weitere Gebäudeteile wurden alle Heppenheimer Ortsteil-Wehren alarmiert. Aus Bensheim wurde zur Sicherheit eine zweite Drehleiter angefordert. Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte vor Ort.
Als erste Maßnahme wurde das Gebäude mit massivem Atemgeräteträgereinsatz nach Menschen durchsucht. Alle Bewohner des Hauses wurden vorsorglich evakuiert. Die meisten hatten sich zuvor bereits selbstständig ins Freie begeben. Sie wurden in einer Sportsbar in unmittelbarer Nähe untergebracht und von Vertretern der Notfallseelsorge Bergstraße betreut. Gleichzeitig wurde die Brandbekämpfung im Erdgeschoss in Angriff genommen. Dies geschah sowohl von der Lehrstraße aus als auch von der Rückseite des Gebäudes. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehren gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf den Rest des Gebäudes zu verhindern. Auch der direkt neben dem Asia-Geschäft liegende Döner-Imbiss blieb auf den ersten Blich im Innern vom Feuer verschont. Lediglich ein Teil der Leuchtreklame und der Front des Imbisses wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Bild der Verwüstung
Nach den Löscharbeiten bot sich dem Betrachter ein Bild der Verwüstung. Nichts mehr ist zu sehen von der Glasfront und der Leuchtreklame über dem Geschäft, Teile der Fassade sind rußgeschwärzt. Im Innern des Asia Marktes liegen Deckenelemente auf dem Boden, man erkennt umgeworfene Kühlschränke, die zerstörte Lüftungsanlage. Die Regale an der rechten Wand des Geschäftes sind verkohlt, stehen aber noch. Man erkennt Konservendosen, die noch immer in Reih und Glied stehen, freilich ohne Etiketten und rußgeschwärzt. Alles ist mit einem dichten Schaumteppich überzogen. Nur der kleine Briefkasten neben dem Eingang ist wie ein Wunder unversehrt. Das Halteverbotsschild mit dem Zusatz „Feuerwehrzufahrt“ ist ebenfalls angekokelt. Zum Glück stand kein Fahrzeug im Weg, die Einsatzkräfte konnten mit dem Löschfahrzeug zur Hinterseite des Gebäudes gelangen.
Menschen kamen nicht zu Schaden
Mit der Drehleiter sucht ein Feuerwehrmann die Fassade ab, sucht nach Hinweisen, ob noch irgendwo Brandnester sind. Wohnung für Wohnung haben die Einsatzkräfte unter die Lupe genommen, um ja nichts zu übersehen. Auch das betroffene Geschäft wird noch einmal gründlich durchsucht, doch es kann schnell Entwarnung geben werden: Menschen kamen nicht zu Schaden. Ein in der Nachbarschaft lebender Mann berichtet, er sei auf einmal aufgewacht und „in meinem Zimmer war alles orange“. Die Flammen hätten aus dem Laden geschlagen, er habe „Angst gehabt, dass gleich das ganze Haus brennt.“ Beeindruckt zeigte er sich davon, wie schnell die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle hatten.
Eigentlich, so die Aussage von Stadtbrandinspektor Christian Stadler, hätte der Rauch aus dem Geschäft gar nicht durch das gesamte Gebäude ziehen dürfen. Warum das so war und was die Brandursache gewesen ist, wird nun Gegenstand von Ermittlungen sein. Zur Schadenshöhe konnte am frühen Mittwochmorgen noch nichts gesagt werden.
Seit Beginn des Einsatzes ist die Lehrstraße (B460) zwischen der Darmstädter Straße (B 3) und dem Starkenburger Weg voll gesperrt. Es kommt rund um die Einsatzstelle in der Heppenheimer Innenstadt zu Verkehrsbehinderung.