Bürgermeister Weber zum Neubaugebiet und der Zukunft von Wald-Michelbach
Neujahrsempfang: Bürgermeister Dr. Sascha Weber nutzt den Jahreswechsel für einen Blick zurück und nach vorne. Was ihm neben Demokratie und Meinungsvielfalt wichtig ist.
Wald-Michelbach. „Das alte Jahr hat’s schlau gemacht, fort ist’s bei Nebel und bei Nacht. Zum großen Glück für fern und nah war auf der Stell’ ein andres da.“ Mit diesen Worten des südbadischen Dichters und Theologen Johann Peter Hebel begrüßte Bürgermeister Dr. Sascha Weber die Gäste des Neujahrsempfangs in der Rudi-Wünzer-Halle in Wald-Michelbach.
Ein Jahreswechsel markiert keinen Wendepunkt, sagte er, aber er gewährt im Gegensatz zum sonst hektischen Alltagsbetrieb einen Moment des Innehaltens. „Wir blicken noch einmal zurück sowie nach vorn, wir fragen uns, wo wir stehen.“ 2024 war von den immer noch andauernden Kriegen überschattet und im öffentlichen Diskurs von den Präsidentschaftswahlen in den USA dominiert.
Seit Ende 2023 ist das Medieninformationszentrum Teil des Verbandes der Metropol-Card-Bibliotheken Rhein-Neckar, wodurch allen Nutzern für eine geringe Jahresgebühr der Zugang zu einem großen und breit aufgestellten Angebot an E-Books und e-Papern offensteht, blickte der Bürgermeister zurück. Die Kirchstraße in Unter-Schönmattenwag bildete den Anfang des neuen Straßenbauprogramms der Gemeinde. Richtung Korsika wurde nach vielen Jahren endlich die Brücke erneuert. Über das Heimatfest eröffnete sich die Möglichkeit, mit den Freunden aus der englischen Partnergemeinde Hassocks alte Freundschaften zu pflegen und neue zu begründen.
Schwerpunkt Infrastruktur
Im Sommer begann außerdem die Erschließung des Neubaugebietes Pfeifersacker mit 43 Bauplätzen, die voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein wird. In der Kindertagesstätte Glückszauber wurde das Außengelände eingeweiht, in Siedelsbrunn der neue Naturkindergarten eröffnet. Das Begegnungszentrum entwickelte sich zu einer festen Institution im Gemeindeleben.
2025 und in den kommenden Jahren wird der Schwerpunkt der gemeindlichen Investitionen auf der Infrastruktur liegen, fuhr der Bürgermeister fort. Dazu zählen die Sanierung des Straßennetzes und der Erhalt von kommunalen Liegenschaften, aber auch, mehr im Verborgenen, die dringend notwendige Erneuerung der Wasserleitungen und Kanalisation.
Große Schritte kündigte Weber in diesem Jahr beim Anbau für die Feuerwehr am Haus des Gastes Schönmattenwag an. Auch im Begegnungszentrum stehen weitere große Sanierungsmaßnahmen mit Blick auf die Barrierefreiheit an. Eine große Belastung für Gemeinde und Gewerbetreibende wird die auf drei Jahre geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt Wald-Michelbach sein, blickte das Gemeindeoberhaupt nach vorn. Eine genaue Aussage über den Baubeginn und ob die Maßnahme tatsächlich dieses Jahr oder erst 2026 beginnt, „kann noch nicht getroffen werden“. Denn Ausführende ist die Straßenbaubehörde Hessen Mobil, die sich noch nicht zum Zeitplan erklärt hat.
„Gerne inhaltlich streiten“
Der Michelbus wurde vorerst für ein halbes Jahr im bestehenden Modell verlängert. Er soll in der zweiten Jahreshälfte mit einem verbesserten Konzept aufgewertet und ausgeweitet werden, sagte Weber. Er rief dazu auf, darüber nachzudenken, „in welcher Gesellschaft wir leben wollen“. Der Rathauschef warb dafür, „dass wir uns hier in Wald-Michelbach zwar gerne inhaltlich streiten können, aber als Gemeinschaft zusammenleben und zusammenhalten sollten“. Er wünschte sich für den neuen Bundestag endlich den Mut, nicht ständig nur neue Gesetze zu schaffen, sondern auch einmal Unnützes zu streichen und Wege zu finden, wie der Staatsapparat und die Gesellschaft wieder reibungsloser und menschlicher gemeinsam agieren können. „Demokratie ist manchmal schwierig, weil sie Spannungen und Konflikte aushalten muss. Aber Demokratie ist auch spannend, weil sie Meinungsvielfalt kennt, weil sie offen ist, weil sie immer auf dem Weg ist“, sagte Weber.
Ein wichtiger und notwendiger Wert der Demokratie ist die Toleranz. Sie bedeutet, andere Meinungen und Andersdenkende ertragen zu können. In einer Gemeinschaft ist es wichtig, hob er hervor, bei allen politischen Konflikten, bei allen Diskussionen um die Sache dennoch weiter miteinander reden zu können und bei allen Unterschieden gemeinsam für die Zukunft einzustehen. Vieles von dem, was das Leben lebenswert macht, was Wald-Michelbach für seine Bewohner attraktiv macht, geht auf das Engagement und die Initiative der Bürger zurück, betonte er. „Ich sah es schon immer als Stärke unserer Gemeinde an, dass sich bei uns viele Menschen für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl einsetzen. Darauf können wir aufbauen.“
„Sie ist es wert“
Die Ehrenamtlichen sind aktiv in Vereinen, in der Feuerwehr und karitativen Organisationen, sie engagieren sich in der Nachbarschaft, sie machen sich stark für ihren Ortsteil. „Sie sind ein unverzichtbarer Aktivposten“, dankte der Bürgermeister. Er bat: „Engagieren Sie sich weiterhin in und für unsere Gemeinde. Sie ist es wert – und das Engagement ist es auch.“ - tom