Affolterbach

Das Wetter spielt mit auf der Wald-Michelbacher Schnackertswies

Bands, DJs und Solokünstler machen drei Tage lang Musik im Wald-Michelbacher Ortsteil.

Abends wurde im Zelt gespielt; die Bäume waren stimmungsvoll angestrahlt. Foto: Fritz Kopetzky
Abends wurde im Zelt gespielt; die Bäume waren stimmungsvoll angestrahlt.

„Ich ruf Affolter-, und ihr ruft -Bach: Affolter-Bach, Affolter-Bach“ – wenn man das Publikum derart zum Mitmachen auffordert, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen in Sachen Stimmung. „Or Am I“ und „Night Shift“ heizten den Besuchern auf der Schnackertswies jedenfalls gekonnt ein, während sich unterm Zelt die Plattenteller drehten.

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Ins Mikro rappten und sangen die unterschiedlichsten Künstler. Alle hatten Spaß. Außerdem hatte die Neuauflage des „Schnackertswies Open Air Jams“ beziehungsweise ihre Organisatoren, Leon Autor und sein Team, offenbar einen guten Draht nach „ganz oben“: Zwar hatte es den ganzen Freitag über geregnet, doch pünktlich zum Festival-Auftakt zeigte der Wettergott Verständnis für die Musikfans in Affolterbach, und es wurde schön.

Und so kamen über 100 Gäste, um mit „Idiots In The Crowd“, „School Of Rock“, „TwistedFusion“ und der „Schnackertsband“ am Freitag ins Wochenende zu starten – den Geräuschpegel hatten dabei alle stets im Blick. Zwar kam die Polizei mal vorbei, wie der Veranstalter am Sonntagmorgen im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte, allerdings war sich Autor sicher: „Die wollte nur mal nach dem Rechten sehen.“

Friedlich seien jedenfalls alle Gäste gewesen. Auch zu medizinischen Notfällen sei es nicht gekommen. Ein Erste-Hilfe-Team hatte der Veranstalter der Musik-Party aber vorgehalten. „Jetzt nicht in Kooperation mit einem Verein. In unseren eigenen Reihen gibt es Leute, die Ahnung haben“, bemerkte Autor. Doch zum Einsatz seien sie nicht gekommen – zum Glück.

Beim Festival gab es auch ein Rahmenprogramm. Foto: Fritz Kopetzky
Beim Festival gab es auch ein Rahmenprogramm.

Beinahe tropische Temperaturen

Denn zugegebenermaßen hatte keiner mit der Rückkehr des Sommers gerechnet. Dass es am Samstag beinahe tropisch wurde, das hatten die Festival-Macher nicht für möglich gehalten. Denkbar wären da Kreislauf-Probleme und Überhitzung gewesen, aber die Festival-Gänger waren entsprechend gerüstet. Getrunken wurde viel.

Essen gab’s von „Vali’s Monkey’s Kitchen Lounge“ aus Falken-Gesäß. Getränke waren rund um die Uhr erhältlich. Bei mitgebrachten Sachen baten die Organisatoren, rücksichtsvoll mit dem Müll umzugehen, ein Aufruf, der von nahezu allen respektiert wurde.

Die 50 Helfer, Freunde, Familienangehörige und Freiwillige, die sich gemeldet hatten, bekamen ohnehin viel zu tun. Immer an Autors Seite: Kumpel Jan. Gemeinsam hatten die Männer alles im Griff, freuten sich, dass auch am Samstag wieder jede Menge los war.

Für bis zu 300 Leute war die Party ausgelegt. So viele waren es am Samstag zwar nicht, aber „wir sind total zufrieden“, sagte Autor. Doch weil das Festival-Team mit dem Auf- und Abbau etwas länger brauchte, konnte der Zeitplan nicht ganz eingehalten werden. An allen drei Tagen hinkte das Programm dem Zeitplan knapp zwei Stunden hinterher.

Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Dafür sorgten die verschiedenen Musik-Genres. Für jeden Geschmack war etwas dabei: Elektro, Reggae, House. Auch Afro, Soul und Funk brachte die Menschen zum Tanzen und Feiern. Am Abend waren die Bäume auf der Wiese indirekt beleuchtet und sorgten für ganz besondere Atmosphäre. Auf der Bühne wurde ordentlich was geboten.

Künstler und Publikum sangen gemeinsam. Foto: Fritz Kopetzky
Künstler und Publikum sangen gemeinsam.

Am Weltmusiktag des Festivals konnte man Auftritte von „Toni L“ erleben, von DJ „Haitian Star“, Thomas Lizzara, Sam Sillah, „Hexer“, „Hessedogg“, „Mystical Feelings“, „The Paper Sailors“, „Amadis & The Ambassadors“, „Crop“, „Jay Skillz“, „Freaky P“, „Kanee MC“, DJ „ill One“, „D-Mic“, „Artist DKM“, „Anti Gen“, „James Nice“, „Bendeform“, „Acidmouse“, „Surpriz“, Richard Ruiter und Künstlern von der Schnackertswies. Am Sonntag wurde gemütlich gemeinsam musiziert, außerdem gab es verschiedene DJ-Sets. „Wir freuen uns, dass alle am Start waren und so eine gute Zeit hatten“, bilanzierte Autor. Die große Organisation habe sich für ihn voll ausgezahlt.

„Mittelalte“ Klientel

Schon immer habe er „Bock“ gehabt, wie er sagt, solche Veranstaltungen zu planen. Doch dann brauche es auch immer Leute, die mitziehen. Mit einer Spielecke für die Kinder sollte auch Musikfreunden mit Familie der Besuch ermöglicht werden. Willkommen seien alle, hieß es, „vor und auf der Bühne“.

Auch die Kleinsten amüsierten sich beim Festival. Foto: Fritz Kopetzky
Auch die Kleinsten amüsierten sich beim Festival.

„Die Mischung ist prima. Alle Leute sind gut drauf, haben Spaß. So soll das sein“, freute sich der Organisator. Ob Neulinge oder alte Hasen, Fans der ersten Stunde oder Neuzugänge, egal ob jung oder betagt. Tatsächlich war die Klientel am Wochenende „mittelalt“. Autor fühlte sich in seiner Ausrichtung bestätigt. Das Schnackertswies-Festival könne sich so weiter etablieren und noch weiter wachsen.