Straßenfastnacht

Der FC Fürth feiert in seinen 75. Geburtstag hinein

Die Straßenfastnacht in Fürth steht diesmal unter besonderen Vorzeichen. Sergeant Andy feiert sein Comeback.

Rund 300 Gäste sind am Samstag zur Straßenfastnacht im Partyzelt des FC Fürth gekommen. Foto: Fritz Kopetzky
Rund 300 Gäste sind am Samstag zur Straßenfastnacht im Partyzelt des FC Fürth gekommen.

Die Straßenfastnacht des FC Fürth auf dem Parkplatz der Gaststätte „Zum Anker“ besuchten über 300 Narren und Närrinnen. Bei vielen in der Hand: ein Glas „Kölsch“, frisch gezapft von Mark Lang. „Ich bin Fan vom 1. FC Köln“, erklärt der FC-Funktionär. Lang hatte die Fässer einer Kölner Brauerei besorgt und stilecht dazu die Tabletts, mit denen jede Runde Kölsch an die Tische balanciert wurde.

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Um 16.11 Uhr startete die Straßenfastnacht auf dem gut gesicherten Parkplatz. Vom ersten Moment an war das Zelt voll mit fantasievoll maskierten Menschen. Lutz und Andrea Greim reisten extra zur Straßenfastnacht aus Reichelsheim an. „Ich habe im Internet recherchiert und die Veranstaltung gefunden.“ Andrea Greim arbeitet im Krankenhaus und sie wollte an diesem Wochenende „das Leben“ feiern. „Heute früh waren wir beim Fastnachtsumzug in Gernsheim am Rhein. Jetzt bei der Straßenfastnacht in Fürth und am Sonntag gehts zum Fastnachtsumzug nach Heppenheim“, berichtet sie.

Von Köln nach Fürth

Die Straßenfastnacht des FC Fürth ist auch eine Veranstaltung für Fußballfans. Die schauten in der Gaststätte die Bundesligaspiele oder spielten eine Runde Dart, bevor sie sich wieder ins Partygetümmel im Zelt stürzten.

Viele Gäste fanden das Kostüm der Bieraktivisten genial. Unter dem Motto „Heben statt kleben“, angelehnt an die Klimaaktivisten, hatten sie links und rechts am Kopf jeweils einen Becher mit der goldgelben Flüssigkeit, die per Schlauch direkt in den Mund geleitet wurde.

Im Partyzelt feierten Haie mit Prinzessinnen, Fröschen und Gärtnerinnen. Jennifer Thiele aus Erlenbach berichtet: „Ich komme jedes Jahr und bringe Klopfer mit.“ Auf dem Tisch – einem hölzernen Bierfass – standen kleine „hochprozentige“ Fläschchen. „Nur Kölsch ist für die Geschmacksknospen von Gärtnerinnen zu wenig.“

Früher fand die Straßenfastnacht auf dem Marktplatz statt, erinnert sich Mark Lang. „Wir haben acht Tische aufgestellt, Karnevals- und Partymusik gespielt und uns verkleidet.“ Die Fürther Bürger haben das angenommen.

Der FC Fürth wurde genau vor 75 Jahren, am 11. Februar 1949, gegründet. Die Alliierten gaben dem Club „grünes Licht“ für Fußballspiele und kulturelle Veranstaltungen. Eine Woche nach Gründung des Vereins organisierten seine Mitglieder den ersten Maskenball in Fürth. Heute ist der FC Fürth ein Verein mit 450 Mitgliedern. Die Straßenfastnacht ist seit zwei Jahrzehnten fester Bestandteil im Jahresprogramm des FC. Einige Mitglieder waren am Freitag in Köln, um Karneval zu feiern. Sie sind aber rechtzeitig zurückgekommen, um beim Auf- und Abbau des vereinseigenen Partyzelts und des Ausschanks zu helfen. Für die Stimmung im Partyzelt sorgte DJ Marco. In der Scheune hatte er sein Mischpult aufgebaut und spielte Partyhits.

Verlegung zahlt sich aus

Der FC Fürth feierte in seinen 75. Geburtstag hinein mit dem Liveauftritt von Sergeant Andy. Ein Urgestein aus dem Fürther Ortsteil Fahrenbach, das heute in Krumbach lebt. Mit seiner „Stuhl-Gang-Band“ sorgte er schon vor 13 Jahren für Stimmung. Er hatte sogar seinen Fanclub bei der Straßenfastnacht dabei. Bei Hits wie „Spargelzeit auf Rimini“ und „Ich hab dein Herz am Haken“ sangen alle mit.

Das Ehepaar Greim aus Reichelsheim freute sich über die gelungene Straßenfastnacht; auch wenn die Party nicht um die Ecke war. Bis nach Mitternacht wurde gefeiert, dann war das Kölsch ausverkauft.

„Es zahlt sich aus, dass wir die Straßenfastnacht seit vergangenem Jahr am Samstag feiern. Da kommen einfach mehr Gäste als am Fastnachtsdienstag“, erklärt Mark Lang. Mit den Einnahmen, nach Abzug der Ausgaben, werden die Fußballmannschaften des FC Fürth unterstützt.