Zotzenbach

Der Sieben-Punkte-Plan für Zotzenbach

Große Mehrheit stimmt im Ortsbeirat den Vorschlägen der Verwaltung für die Neustrukturierung öffentlicher Einrichtungen in dem Ortsteil zu

Der Vorplatz der Zotzenbacher Trommhalle mit dem Feuerwehrhaus im Hintergrund: Hier könnte es bald große Veränderungen geben. Foto: Thomas Rittelmann
Der Vorplatz der Zotzenbacher Trommhalle mit dem Feuerwehrhaus im Hintergrund: Hier könnte es bald große Veränderungen geben.

Sieben Punkte umfasst der Beschlussvorschlag der Rimbacher Verwaltung, der für den Ortsteil Zotzenbach weitreichende Veränderungen bringen könnte. Die zunächst bedeutsamsten davon: Der geplante Erweiterungsbau der Kindertagesstätte am aktuellen Standort „Am Thasberg“ wird zu den Akten gelegt, dafür wird eine neue Kita auf dem jetzigen Parkplatz der Trommhalle gebaut – und der Feuerwehrstandort von dort ins Gewerbegebiet verlegt.

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Der Zotzenbacher Ortsbeirat hat dem am Montag seine Zustimmung erteilt. Mit einer deutlichen Mehrheit von jeweils fünf Ja-Stimmen für alle sieben Punkte (siehe Infokasten). Nur Rainer Kühnel vom Bündnis Mensch und Natur (BMN) stimmte jeweils dagegen – beziehungsweise enthielt sich, als es um die Erweiterung der Grundschule ging.

Ortsvorsteher Gerhard Jäkle (FWG) sprach von „keiner leichten Entscheidung“. In der Tat hatte sich der Ortsbeirat sieben Wochen Bedenkzeit genommen, seit die Vorschläge der Verwaltung erstmals in dem Gremium beraten worden waren. Diese Zeit, erklärte Jäkle den zahlreichen Zuhörern in der Trommhalle, sei genutzt worden für viele Gespräche und alleine sieben Sitzungen mit unterschiedlichen Gruppierungen. Die Erkenntnis daraus: In der Ortsgemeinschaft gibt es Pro und Contra. Maßgeblich für den Ortsbeirat seien eine zukunftsweisende Ausstattung der Feuerwehr und, „das Bestmögliche für die Kinder zu erreichen“, so der Ortsvorsteher.

Den Feuerwehrverein im Blick

Wobei es im Bereich Feuerwehr zwei Aspekte gibt: den Brandschutz und das Vereinsleben. Auf Anregung der FWG hat der Ortsbeirat in seine Beschlussempfehlung deshalb noch einen Passus integriert: Bei der Planung des neuen Standorts soll ein adäquater Ersatz für das wegfallende Vereinsheim der Feuerwehr berücksichtigt werden. Und noch eine Ergänzung zu der Vorlage kommt aus dem Ortsbeirat: Bei den Planungen für das seitherige Kita-Gebäude „Am Thasberg“ soll ein Konzept für die Nutzung als Bürgerhaus erstellt werden.

Als Fürsprecher der Skeptiker fungierte am Montag Rainer Kühnel. Weder die Bebauung eines öffentlichen Platzes mit einer Kita noch die Verlegung des Feuerwehrstandortes in die Peripherie sind aus seiner Sicht „zukunftsweisende“ Ansätze. Er kritisierte die damit verbundene Flächenversiegelung und befürchtet eine sich anschließende Erweiterung des Gewerbegebiets.

Tatsächlich stehen bei der Bauleitplanung in der Philipp-Reis-Straße drei Varianten zur Auswahl, über welche die Mandatsträger abstimmen können. Zwei davon beinhalten eine moderate, beziehungsweise etwas größere Ausweisung weiterer Gewerbefläche. Der Ortsbeirat empfahl freilich die Variante, nach der ausschließlich die nötige Fläche für den neuen Feuerwehrstandort beplant wird.

„Strategische Planung“

Die unter anderem von einer Anwohnerinitiative vorgebrachten Bedenken bezüglich des Bachlaufes und des ehemaligen Sportplatzes unter dem Bereich vor der Trommhalle griff Bürgermeister Holger Schmitt auf: „Das wird alles selbstverständlich Teil der Planungen sein.“ Denn mit dem Grundsatzbeschluss beginnen diese erst. Die mehrstufigen Verfahren werden auch regelmäßig wieder zur Beratung in den Ortsbeirat zurückkehren. Bezüglich befürchteter Schadstoffe im Belag des einstigen Fußballplatzes gab Jäkle Entwarnung: Dieser sei mit Felsenkies und nicht mit dem potenziell dioxinbelasteten Kieselrot belegt gewesen.

Auch die Ansicht, mit den Parkplätzen der Trommhalle würde ein vielgenutzter Festplatz „verbaut“, teilt nicht jeder. Ortsbeirat Norbert Wegener (FWG) meinte, in den 33 Jahren, in denen er in Zotzenbach lebt und sich im Vereinsleben engagiert, habe er „noch nie wahrgenommen, dass dieser Bereich als Dorfplatz genutzt wird.“ Die Vereinsveranstaltungen fänden jeweils auf dem direkten Hallenvorplatz statt. Die Pläne sehen vor, auf dem frei werdenden Feuerwehrgelände einen Platz für Festlichkeiten zu schaffen.

Bürgermeister Schmitt sprach von einer „strategischen Planung“. Es müsse gewährleistet werden, dass der Feuerwehrstandort auch in mehreren Jahren noch den sich stetig anpassenden Vorgaben entsprechen kann. Dafür fehlten am aktuellen Standort die räumlichen Kapazitäten. Sehr engagiert nahm der Rathauschef seine Mitarbeiter und die gemeindlichen Gremien gegenüber dem Vorwurf in Schutz, bei der Konzipierung des neuen Wohngebietes „Krehberg“ sei es versäumt worden, direkt eine Kita mit einzuplanen. Tatsächlich, so Schmitt, sei bis zum Schluss eine mögliche Fläche dafür freigehalten worden. „Wir kamen dann aber zu der Erkenntnis, dass dies zu baurechtlichen Problemen führt.“ Mehrere weitere Flächen seien ebenfalls geprüft worden, mit dem Ergebnis, dass sie als Kita-Standort ungeeignet sind.

Der Ausschuss für Umwelt und Naturschutz, Bau und Infrastruktur berät am Dienstag, 27. Juni, über dieses Thema (19 Uhr, Rathaus). Die Gemeindevertretung tagt am 13. Juli (19 Uhr, Rathaus).

Das ist der Sieben-Punkte-Plan:

In sieben einzelne Punkte ist die Beschlussvorlage der Rimbacher Verwaltung unter der Überschrift „Neustrukturierung öffentlicher Einrichtungen in Zotzenbach“ aufgeteilt:

Der Gemeindevorstand wird mit der Vorbereitung eines Bauleitverfahrens für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in der Philipp-Reis-Straße beauftragt.

Die Planung für den Neubau der Kindertagesstätte Am Thasberg wird ebenso wie das laufende Bauleitverfahren eingestellt.

Der Gemeindevorstand wird mit der Planung einer Kindertagesstätte auf dem derzeitigen Trommhallenparkplatz beauftragt.

Der Gemeindevorstand wird mit der Planung eines Feuerwehrgerätehauses an der Philipp-Reis-Straße beauftragt.

Der Gemeindevorstand wird mit der Planung einer neuen Stellplatzanlage im Bereich der derzeitigen Feuerwehrunterkünfte von Zotzenbach beauftragt.

Der Gemeindevorstand wird beauftragt, mit dem Kreis als Schulträger in Verhandlungen bezüglich des derzeitigen Spielplatzgrundstücks in der Gartenstraße einzutreten, um an dieser Stelle einer Erweiterung der Waldhufenschule zu realisieren.

Der Gemeindevorstand wird beauftragt, eine Planung eines Spielplatzes auf dem Grundstück der derzeitigen Kindertagesstätte erarbeiten zu lassen.