Mörlenbach

Der „Wiesefix“ macht die Wiese fit

Martin Schaarschmidt vom Landschaftspflegeverband Kreis Bergstraße erklärt, wie der Samen-Sammler für den Erhalt der Wildgräser sorgt. Bei der Versammlung in Mörlenbach steht der Naturschutz im Fokus.

Der „Wiesefix“ sammelt Samen von heimischen Gräsern, die dann anderswo wieder ausgebracht werden. Rund 15 000 Euro Fördergeld – bei einem Anschaffungspreis von 19 000 Euro – konnte der Landschaftspflegeverband für den Kauf des Gerätes einstreichen. Foto: Privat
Der „Wiesefix“ sammelt Samen von heimischen Gräsern, die dann anderswo wieder ausgebracht werden. Rund 15 000 Euro Fördergeld – bei einem Anschaffungspreis von 19 000 Euro – konnte der Landschaftspflegeverband für den Kauf des Gerätes einstreichen.

Rund 500 000 Euro an Fördergeldern hat der Landschaftspflegeverband Kreis Bergstraße für die kommenden Jahre bereits beantragt, ein Teil davon ist schon sicher. Das ist ein beeindruckendes Ergebnis, das Geschäftsführer Martin Schaarschmidt bei der Mitgliederversammlung im Mörlenbacher Bürgerhaus vor rund 40 Besuchern, verkündete. Das ist aber längst noch nicht alles. So wurden bereits zahlreiche Projekte in kürzester Zeit auf den Weg gebracht. Wir haben uns mit Schaarschmidt über die erste Bilanz unterhalten.

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Martin Schaarschmidt leitet den Verband. Foto: Michael Callies
Martin Schaarschmidt leitet den Verband.


Herr Schaarschmidt, wie sind Sie mit dem ersten „richtigen“ Jahr zufrieden?
Schaarschmidt: Ich denke, wir können sehr zufrieden sein. Die Geschäftsstelle in Reichenbach wurde in Betrieb genommen und eingerichtet, Antrittsbesuche durchgeführt und Schwerpunkte erarbeitet.


Und wie sehen diese Schwerpunkte aus?
Schaarschmidt: Wir haben schon konkrete Landschaftspflegemaßnahmen und Artenschutzprojekte angestoßen. Uns ist dabei ganz wichtig, dass wir die Mitglieder mitnehmen. Wir sind natürlich davon abhängig, welche Ideen und Anregungen sie uns mit auf den Weg geben. Nur gemeinsam können wir dann etwas erreichen.


Ihr Team mit Stefanie Seitz als Geschäftsstellenleiterin und Projektmitarbeiterin Christina Härle hat bereits ganze Arbeit geleistet und Fördermittel für unterschiedliche Projekte beantragen können.
Schaarschmidt: Das ist richtig. Ob für Maßnahmen zum Erhalt von Streuobstwiesen in Birkenau oder Neckarsteinach, für Aufwertungsmaßnahmen am Landgraben zur Biotopvernetzung in Lorsch und Viernheim oder für den Wiesensamen-Sammler „Wiesefix“ – überall kann es Fördermittel geben, die wir nach Beantragung und Genehmigung direkt abrufen können.


Apropos Wiesensamen-Sammler „Wiesefix“. Was ist das für ein Gerät?
Schaarschmidt: Das Gerät bürstet die Samen gewissermaßen vom Halm, ohne dass das Gras gemäht werden muss. Das erhaltene Saatgut kann woanders ausgebracht werden und sichert so den Fortbestand heimischer Wildpflanzen.


Bei der Baumpflanzung und -pflege arbeiten sie auch mit Kindergärten zusammen. Wie wichtig sind diese Projekte?
Schaarschmidt: Sehr wichtig. Kinder sind die Naturschützer von morgen. Außerdem macht die Wissensvermittlung hier besonders viel Spaß. Kinder gehen völlig unbedarft an die Sache ran und sind offen für alles.


Neben zahlreichen Landwirten, Vereinen und Verbänden sind 16 der 22 Kommunen bereits Mitglied im Verband. Wie wollen Sie die fehlenden sechs Kommunen noch überzeugen?
Schaarschmidt: Wir sind noch ein sehr junger Verband. Es ist zu verstehen, dass da der eine oder andere noch abwarten möchte. Nun liegt es an uns mit unserer Arbeit zu überzeugen. Unsere Projekte sprechen, denke ich, für sich. Wir freuen uns jedenfalls über jedes neue Mitglied.


Finanziell ist der Verein gut aufgestellt. 2023 stehen Einnahmen in Höhe von rund 258 000 Euro Ausgaben in Höhe von etwa 147 000 Euro gegenüber. Das kann sich durchaus sehen lassen.
Schaarschmidt: Der Wirtschaftsplan für 2024 geht dann eher Null auf Null auf. Wenn es Fördermittel gibt, werden die auch meist zeitversetzt ausgegeben. So gesehen täuschen die Zahlen für 2023 natürlich ein wenig. Nichtsdestotrotz planen wir auch 2024 mit den entsprechenden Zuschüssen an Personalkosten durch das Land Hessen, mit den Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Fördermitteln. Darauf lässt sich aufbauen.


Kommen wir zu den Wahlen, die alle einstimmig entschieden wurden. Beim Vorstand der Kommunen gab es lediglich eine Veränderung. Für Angelika Beckenbach, Bürgermeisterin von Abtsteinach rückte Milan Mapplassary aus Birkenau nach. In dem Bereich Landwirtschaft ersetzt Christoph Schweickert aus Bensheim den ausgeschiedenen Felix Schnatz. Kontinuität wird hier ebenso großgeschrieben?

Schaarschmidt: Ich bin froh, dass wir so aktive Mitglieder haben. Sowohl der Vorstand bei den Kommunen, als auch die Verantwortlichen bei der Landwirtschaft und beim Naturschutz sind sehr engagiert. Das motiviert uns natürlich. Wir freuen uns auf die kommenden Herausforderungen.

Mehr Infos gibt es im Internet unter www.landschaftspflegeverband-bergstrasse.de