Vielfältige Nutzungen erhalten
Vertreter des Darmstädter Regierungspräsidiums und des Landschaftspflegeverbands beraten in Wald-Michelbach mit Landwirten über den Naturschutz im Ulfenbachtal.
Wie Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam für mehr Artenvielfalt sorgen können, darum ging es jetzt bei einem Treffen im Rathaus von Wald-Michelbach. 14 Landwirte aus Wald-Michelbach kamen auf Einladung der beim Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt angesiedelten Oberen Naturschutzbehörde (ONB) mit dem Fachbereich „Landwirtschaft, Landschaftspflege und Forst“ des Kreises Bergstraße, der Gemeinde Wald-Michelbach, dem Landesbetrieb Landwirtschaft und dem Landschaftspflegeverband (LPV) Kreis Bergstraße zusammen, berichtet die Behörde in einer Pressemitteilung.
Henriette Wache vom RP Darmstadt berichtete über das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Oberes Ulfenbachtal bei Unter-Schönmattenwag“ (FFH). „Erfreulicherweise gibt es dort noch artenreiche, buntblühende Wiesen“, erklärte sie. Auch zwei seltene Schmetterlingsarten kämen dort noch vor, die außerhalb von Schutzgebieten schon fast ausgestorben sind. Die artenreichen Wiesen werden demnach von jenen Betrieben bewirtschaftet, die auf dem Landwirtschaftstreffen vertreten waren.
Giftpflanzen ein Problem
Bei der Diskussion zeigte sich, dass verschiedene Hindernisse die landwirtschaftliche Bewirtschaftung in dem FFH-Gebiet erschweren. Dazu zählen Giftpflanzen wie das Jakobskreuzkraut, die sich bei fehlender Düngung ausbreiten. Dies führt dazu, dass das Wiesenheu nicht mehr verwertet werden kann. Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass die Ausbreitung von Problem-Arten durch geeignete Maßnahmen zeitnah unterbunden werden muss. Dasselbe gilt für den invasiven Stauden-Knöterich.
Ziel aus Sicht des Naturschutzes ist die Erhaltung des vielfältigen Mosaiks landwirtschaftlicher Nutzungen, wobei die wertvollsten Flächen nicht oder nur wenig gedüngt und zu bestimmten Zeiten nicht gemäht werden sollen. Dies soll gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben durch freiwillige Vereinbarungen gegen Entgelt umgesetzt werden.
Betriebe unterstützen
Der Kreis und der Landschaftspflegeverband unterstützen die Betriebe. Martin Schaarschmidt und Stefanie Seitz vom LPV, die sich im Auftrag des RP Darmstadt für das Obere Ulfenbachtal einsetzen, beraten auf Wunsch die einzelnen Betriebe zu Landschaftspflegeverträgen, Entbuschung oder anderen Fördermaßnahmen. „Denn artenreiche Wiesen haben nur eine Zukunft, wenn sie weiter landwirtschaftlich genutzt werden können“, heißt es in der Pressemitteilung.
ONB: https://rp-darmstadt.
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