Kerwe

Die Odenwälder Radlager-Kompetenz

Das dreitägige Dorffest in Lauten-Weschnitz wird von der Kerweredd gekrönt. Dabei preist der Kerweparrer auch den Handwerksstandort.

Kerweparrer Christian Schuhmann (links) und Mundschenk Florian Köhler hatten sich allerhand Kurioses und Skurriles notiert. Foto: Fritz Kopetzky
Kerweparrer Christian Schuhmann (links) und Mundschenk Florian Köhler hatten sich allerhand Kurioses und Skurriles notiert.

Viel Musik und jede Menge Geselligkeit: das gab es bei der Dorfkerwe in Lauten-Weschnitz am Wochenende. Auf dem Kerweplatz an der Ortsstraße bot bestes Sommerwetter ideale Bedingungen für das traditionelle Fest. Nachdem die drei tollen Tage am Freitag mit der Dorfparty nach der Kerweausgrabung gestartet waren und die Gießkannen-Party am Samstag Gelegenheit zum Feiern geboten hatte, nutzte Kerwepfarrer Christian Schuhmann den Frühschoppen am Sonntag, um gemeinsam mit Mundschenk Florian Köhler bei seiner Kerweredd manchen Ortsbürgern die Leviten zu lesen.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Bevor Schuhmann und Köhler den Gästen des sehr gut besuchten Frühschoppens den Kerwesegen erteilten, trug „seine Kerwe-Geistlichkeit“ einige Geschichten rund um Missgeschick, Pech und skurrile Taten vor, die ihm das Jahr über zugetragen worden waren. Das manche Dinge eben erst beim zweiten Anlauf klappen, habe beispielsweise einer der Ortsbewohner erster Hand erfahren, als er eine Mauer vor seinem Haus errichten wollte. Schalung gestellt, Beton hineingegossen: „Doch uffs trockne, do hot er sich net gonz druff oigelosse.“ Das Resultat sei eine mit Beulen übersäte Mauer gewesen, die nur für eins taugte: den prompten Abriss.

Defekt auf Urlaubsreise

Ein anderer Lauten-Weschnitzer hatte es mit seiner Urlaubsfahrt nach Schweden in die Kerweredd geschafft. Das dafür von der Schwiegermutter geliehene Wohnmobil hatte schon einige Jahre und viele, viele Kilometer auf dem Buckel. So gelang zwar noch die Fahrt in den hohen Norden, das Radlager versagte allerdings auf dem Rückweg den Dienst. Es folgte eine vergebliche Odyssee durch die Werkstätten rund um das Hamburger Kreuz, die den Urlaubern schließlich nur eine Lösung ließ: Den Transport des defekten Mobils zurück in den Odenwald – offensichtlich dann doch der einzige Ort, an dem die Radlager-Kompetenz in der Republik auf dem entsprechenden Stand ist.

Wie viel Fisch darf es sein?

Nur Fisch, kein Fleisch: das ist auch in „Laure-Weschetz“ gute Tradition. Aber wenn zwei Dorfbewohner gleichen Namens an derselben Stelle Fisch vorbestellen und der eine acht, der andere neun Forellen abholen will, dann steckt darin Potenzial für Verwirrung. Zum Glück waren die beiden Kunden Brüder, konnten das Problem auf dem kurzen Karfreitagsdienstweg lösen und den Festtagsfrieden am heimischen Küchentisch bewahren.

Der Kerwefrühschoppen in Lauten-Weschnitz bot bei hochsommerlichen Temperaturen eine tolle Gelegenheit zum Verweilen, zum Spaß und zum Gespräch. Die Original Odenwälder Trachtenkapelle Linnenbach sorgte mit zünftigen Melodien für eine tolle musikalische Atmosphäre. Ein umfangreiches Angebot an Kaffee und Kuchen sowie Gegrilltem rundete das stimmungsvolle Volksfest ab.