Birkenau

Die Zukunft der Fastnacht ist ungewiss

Die Narren des BCV Birkenau müssen aus Räumlichkeiten ausziehen – 18 Vereinsmitglieder bei Versammlung geehrt.

Die Narren des BCV Birkenau müssen aus ihren Räumlichkeiten ausziehen. Foto: Philipp Reimer
Die Narren des BCV Birkenau müssen aus ihren Räumlichkeiten ausziehen.

Es war eine außergewöhnliche Mitgliederversammlung, zu der der BCV Birkenau rund 40 Mitglieder begrüßte. Denn die Zukunft der „Schlaglöcher“ ist ungewiss. Grund dafür ist die aktuelle Situation bezüglich der Vereinsheimat „Schlagloch Hauptstraße 151“, über die Swen Kaufmann bei der Mitgliederversammlung berichtete. Wie der Verein in seinem Bericht schreibt, habe Bürgermeister Milan Mapplassary ihnen mitgeteilt, dass die Räumlichkeiten in der Hauptstraße bis Jahresende geräumt werden müssen. Die Gemeinde beabsichtige dort Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Momentan verwendet der Verein die Räume als Treffpunkt, Trainingsstätte, Bühnenbau- und Bastelstätte sowie als Lagerplatz.

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Das Aus für den Verein?

Weiter heißt es: „Der BCV zeigt durchaus Verständnis für diese Situation, teilte dem Bürgermeister jedoch zeitgleich mit, dass eine Räumung ohne echte Alternative wohl das Aus für diesen Verein bedeuten würde. Es wurden und werden auch weiterhin verschiedene Möglichkeiten geprüft, die dazu führen sollen, dass womöglich beide Ziele erreicht werden können. Auch finden weiterhin Gespräche mit der Gemeinde statt. Bis dato ist jedoch noch keine konkrete Lösung in Sicht. Wenn sich an dieser Situation in den nächsten Wochen nichts positiv ändert, wird die Kampagne 2023/2024 abgesagt.“

Bei den Neuwahlen des Vorstands zeigte sich der Verein aber entschlossen. Man werde alles versuchen, den Verein am Leben zu halten und das Kulturgut Fastnacht auch künftig zu leben, wie in dem Bericht des Vereins zu lesen ist. Helmut Morr fungierte als Wahlleiter für die Neuwahlen.

Sabrina Kretschmer (Schriftführerin), Natascha Rauschkolb (Kasse), Annette Schmitt (Organisation), Anika Weigold (Abteilungsleitung Jugend) und Swen Kaufmann (Abteilungsleitung Prunk) wurden in ihren Ämtern einstimmig bestätigt. Dazu wurden mit Milena Kobald (Stellvertretung Abteilungsleitung Prunk/Öffentlichkeitsarbeit) und Nadine Wörthmüller (Abteilungsleitung Hexen) zwei neue Mitglieder gewählt, die das Vorstandsgremium ergänzen. Revisoren sind Sebastian Kobald, Kay Nufer und Hanna Felber.

Vereinstreue gewürdigt

Außerdem wurden 18 Mitglieder für ihre langjährige Treue geehrt. Anerkennung für 11 Jahre erhielten Antonia Felber, Jana und Katharina Gall, Michaela Heckmann, Stella Nufer, Natascha Rauschkolb, Melena Schneider, Anni und Finn Wörthmüller. Seit 22 Jahren halten Talea Dölp, Nina Holch, Alissa Horle und Franz Scheible dem Verein ihre Treue. Für 33 Jahre geehrt wurden Heidemarie Wirth und Christina Wolk und für 44 Jahre Rüdiger Holch, Freddy Kaufmann und Ilona Kramer.

Annette Schmitt ließ bei den Berichten der Abteilungen das abgelaufene Vereinsjahr noch einmal Revue passieren. Lange Zeit sei unklar gewesen, ob die Kampagne 2022/2023 der Pandemie erneut zum Opfer fällt. Erst im Herbst fiel die finale Entscheidung pro Sitzung. Die Zeit der Vorbereitung sei äußerst knapp gewesen, denn normalerweise beginnt diese bereits im Sommer. Trotz Zeitdruck und fehlender „Männer- beziehungsweise Frauenpower“ wurden sowohl der Rathaussturm, die gemeinsame Kampagneneröffnung mit den befreundeten Kooperationen als auch die Jugendsitzung und die Prunksitzungen erfolgreich gemeistert.

Außergewöhnlichen Jugendsitzung

Anika Weigold berichtete von einer außergewöhnlichen Jugendsitzung, denn es standen in Summe über 100 Kinder auf der Bühne. Alle Programmpunkte seien beim Publikum gut angekommen und die Kleinsten im Verein wurden mit viel Beifall bedacht. Auch die Jugend befreundeter Vereine habe zu dieser Sitzung beigetragen. „Wir sind stolz auf unsere Jugendsitzung, ist sie doch die einzige in dieser Form im Kreis Bergstraße“, sagte Weigold.

Auch bei den Prunksitzungen sah zu Beginn vieles alles andere als rosig aus, wie Swen Kaufmann berichtete: Die knappe Vorbereitungszeit, der Ausfall der Hexensitzung, aber auch der Umzug nach Hornbach mit all den organisatorischen und logistischen Änderungen waren eine große Herausforderung. Mit viel Herzblut, Leidenschaft und persönlichem Einsatz der Organisatoren habe der neue Sitzungspräsident Helmut Morr dem Publikum aber zwei tolle Sitzungen auf hohem Niveau präsentieren können.

Natascha Rauschkolb berichtete von einer guten und geordneten Kassenlage, wobei auch hier die Pandemie ihre Spuren hinterlassen hat. Kassenprüfer Armin Groß bescheinigte der Kassiererin eine einwandfreie Kassenführung und beantragte sowohl für sie als auch für das gesamte Vorstandsgremium die Entlastung, die von den Mitgliedern auch einstimmig vollzogen wurde.

50 Jahre BCV

Ein Dank ging nicht nur an alle Helfer, die sich für den Verein engagieren. Sondern auch an alle Mitglieder und das Publikum, das dem BCV seit nunmehr 50 Jahren die Treue hält. Das Vereinsjubiläum hatte auch Bürgermeister Mapplassary gewürdigt, der ebenso wie Landrat Engelhardt die Veranstaltungen besucht hatte. „Bleibt zu hoffen, dass sich die Bemühungen und das Engagement der rührigen BCV-Vereinsfamilie lohnen und wir auch in Zukunft Fastnacht feiern können“, schreibt der Verein abschließend.