Gorxheimertal

Junges Trio für den Chorgesang in Gorxheimertal

Anna Onorato, Diana Brandt und Jens Schmidt bilden das neue Vorstandsteam des MGV Liederkranz Trösel und haben viel vor: Von den Chören soll man noch viel hören.

Machen sich gemeinsam auf den Weg in Richtung Zukunft für den Chorgesang: Das neue Vorstandsteam des MGV Liederkranz Trösel. Unser Bild zeigt (von links) Diana Brandt, Jens Schmidt sowie Anna Onorato. Foto: Fritz Kopetzky
Machen sich gemeinsam auf den Weg in Richtung Zukunft für den Chorgesang: Das neue Vorstandsteam des MGV Liederkranz Trösel. Unser Bild zeigt (von links) Diana Brandt, Jens Schmidt sowie Anna Onorato.

Donnerstagabend in Trösel: Anna Onorato, Diana Brandt und Jens Schmidt sitzen gemeinsam um einen Tisch im Gasthaus „Zur Rose“ in Gorxheimertal – seit vielen Jahren wöchentlich der Treffpunkt für die Aktiven der VoiceArt und des Männerchors, der seit vielen Jahren eine Gemeinschaft mit der Eintracht Gorxheim bildet. Die Ordner mit den Liedblättern sind noch zugeklappt, denn die drei treffen sich im Vorfeld der Singstunde mit der WN/OZ-Redaktion, um über ihre Pläne für den Chorgesang in Gorxheimertal zu sprechen, mit dem sie viel vorhaben.

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Mit der Jahreshauptversammlung vollzog der MGV Liederkranz Trösel vor Kurzem einen Führungswechsel, der zudem eine Neugestaltung der Vereinsstruktur darstellt: Auf den Vorsitzenden Bernhard Bessler folgt nun ein dreiköpfiges Vorstandsteam. Den dreien geht es darum, die Tradition zu bewahren und die beiden Chöre – den Männerchor sowie den gemischten Chor VoiceArt – in die Zukunft zu führen und sich für neue Ideen zu öffnen. Darin sind sich alle drei einig. Der gemeinsame Weg ist also klar, die Liste der Ziele lang und die Motivation groß.

Herausforderung Zukunft

Eine Tradition in die Zukunft führen – das ist auch immer mit Herausforderungen verbunden. „Die wohl größte ist es, allen gerecht zu werden“, erklärt Anna Onorato, die sich bei allen Vereinsmitgliedern für das Vertrauen bedankt, eine neue Vereinsstruktur gewählt zu haben, die drei gleichberechtigte Vorstandsmitglieder vorsieht. Es brauche sicherlich ein wenig Zeit, um sich einzufühlen. „Aber wir sind motiviert und optimistisch“, sagt sie.

Sie wollen an der Tradition festhalten, die freundschaftliche Verbundenheit mit anderen Gesangvereinen und Chören beispielsweise bei Freundschaftssingen fortführen und Kooperationen mit anderen Vereinen weiter pflegen. Auch der Rückenwind der vorherigen Vorstandsmitglieder bei Fragen sei ihnen gesichert. Der Fokus soll fortan jedoch auf dem gemischten Chor VoiceArt liegen und darauf, mehr Menschen – vor allem Männer – für das Singen zu motivieren, erklärt Jens Schmidt. Dies wäre natürlich auch wünschenswert für den Männerchor.

Aber wie wollen sie das anstellen? Indem sie sich mehr präsentieren, sagen sie. Und darauf muss man gar nicht lange warten. Luden die Talemer Chöre erst vor Kurzem zu einem gemeinsamen Konzertabend ein, steht der nächste Auftritt bereits fest: Am 16. Juni wird sich die VoiceArt mit einem Beitrag am Festakt zu „100 Jahren TG Jahn Trösel“ beteiligen.

Ziele fest im Blick

Im Juli beteiligen sich die Chöre aus dem Tal am Lindenblütenfest in Rippenweier. Die VoiceArt singt außerdem beim 75-jährigen Jubiläum in Brombach-Kröckelbach. Weiter für das Jahr 2024 haben sie geplant, sich erneut an den Ferienspielen in der Gemeinde zu beteiligen, um das Interesse am Chorgesang zu wecken. Und im Herbst möchten sie ein Fest organisieren, an dem sich befreundete Chöre des MGV Liederkranz Trösel und der VoiceArt beteiligen. Fest im Kalender ist auch das erste Adventswochenende fixiert, wenn sie sich mit Essens- und Glühweinstand sowie „mit Liebe“ Selbstgemachtem am Gorxheimertaler Weihnachtsmarkt beteiligen.

Alle drei haben ihre ganz eigene Leidenschaft für das Singen, zu der sie aus unterschiedlichen Gründen gefunden haben. Foto: Fritz Kopetzky
Alle drei haben ihre ganz eigene Leidenschaft für das Singen, zu der sie aus unterschiedlichen Gründen gefunden haben.

Doch die drei haben weitere Ziele: beispielsweise sich in der Zukunft wieder einmal an einem Wertungssingen zu beteiligen. Denkbar wäre auch ein gemeinsames Konzert mit einem anderen Verein zu planen, in Kooperation, ein gemeinsames Projekt. Dies steht ebenso auf ihrer Agenda wie alle zwei Jahre ein eigenes Konzert zu organisieren und via Workshops Stimmbildungsmaßnahmen durchzuführen. Dabei ist es ihnen wichtig, sich als Chor mit dem Dirigenten zusammenzusetzen und Lieder gemeinsam auszuwählen, denn „Liedvorschläge sind willkommen. Wir möchten, dass in unserem Repertoire für jeden etwas dabei ist.“

Außerdem haben sie vor, mehr a cappella und ohne Noten zu singen: „Es geht darum, sich weniger auf das Klavier, sondern mehr auf die eigene Stimme als Instrument zu verlassen“, erklärt Jens Schmidt, der bereits über viel Chorerfahrung verfügt und mit einem Lächeln Anekdoten über die richtige Aussprache beim Singen erzählt, wie beispielsweise das „Mädchen“ statt odenwälderisch „Mädsche“.

Drei Leidenschaften für das Singen

Alle drei haben ihre ganz eigene Leidenschaft für das Singen, zu der sie aus unterschiedlichen Gründen gefunden haben. Für Anna Onorato stellt das Singen eine bewusste Zeit für sie da, in der sie sich nur auf das Singen konzentriere und vom Alltag abschalten könne, erklärt die 39-jährige Gorxheimertalerin. „Das Singen und der feste Termin der Probe, an dem ich ganz bewusst etwas für mich mache, tun mir sehr gut.“ Sie war bereits als Sängerin aktiv, als die VoiceArt vor 20 Jahren gegründet wurde. Nach einer Pause fand sie 2018 wieder den Weg in den Chorgesang und fungierte seither mit in der Vertretung der VoiceArt, die sie von Grund auf kennt.

Der Spaß am Singen wurde dem 44-jährigen Talemer Jens Schmidt quasi in die Wiege gelegt. Denn er kam durch seine Familie zum Chorgesang. „Schon mein Großvater hat beim MGV gesungen“, erinnert er sich. Als damals 14-Jähriger schnupperte er in eine Singstunde – und seitdem ist er dabei. So singt er seit 30 Jahren und ist auch seit fast 25 Jahren im Vorstand des MGV aktiv.

Und in Diana Brandts Kindheit und Jugend wurde schon immer gesungen – in der Kindheit vor allem auf langen Autofahrten mit der ganzen Familie, erinnert sie sich – und so war das Singen in der Gemeinschaft für sie schon immer eine Leidenschaft gewesen, erklärt die 33-Jährige. Als die gebürtige Thüringerin im Jahr 2021 der Liebe wegen nach Gorxheimertal gezogen war, ist sie wenig später einfach zu einer Probe der VoiceArt mitgegangen. Dasselbe empfiehlt sie auch allen, die in das Singen hineinschnuppern möchten: „Einfach vorbeikommen und ausprobieren“, sind sich alle drei Vorstandsteammitglieder sicher und betonen zudem: „Ausprobieren lohnt sich. Denn: Singen macht glücklich.“

Dann geht es los mit der Probe. Derzeit studieren sie einen Song von Cat Stevens ein. Wann er zu Gehör kommen wird, steht noch nicht ganz fest. Nur so viel: Die VoiceArt wird ganz sicher von sich hören lassen.