Frauenchor besteht seit 25 Jahren
Vor 25 Jahren hat sich beim Sängerbund Unter-Schönmattenwag ein Frauenchor gegründet. Im Interview spricht Chorleiter Hans-Joachim Karl darüber, wie es gelungen ist, Sängerinnen aller Altersklassen für das Singen im Chor zu interessieren.
Vor 25 Jahren hat sich beim Sängerbund Unter-Schönmattenwag ein Frauenchor gegründet. Das Jubiläum wird am kommenden Wochenende mit einem Jubiläumskonzert und einem Workshop mit teilnehenden Sängerinnen gefeiert. Im Vorfeld des Geburtstages hat unsere Zeitung mit dem Chorleiter Hans-Joachim Karl gesprochen.
Herr Karl, vergleicht man die Jubiläen anderer Chöre der Region, so ist der Frauenchor mit 25 Jahren noch relativ jung – wie ist das zu erklären?
Karl: Die Chorszene der Region war bis in die 1980er-Jahre stark von den Männerchören geprägt, einige wenige gemischte Chöre, aber kaum Frauenchöre. Dies änderte sich schlagartig als die etablierten Chöre erkannten, dass der Frauenchor ein zusätzliches Angebot an Sing-Interessierte sein kann – ohne die Männerchöre selbst infrage zu stellen.
Da müssten doch noch viel mehr Jubiläen gefeiert worden sein?
Karl: In der Tat gab es in den vergangenen Jahre viele solcher Jubiläen in der Chorszene, das ist ein Zeichen, dass sich dieses Angebot bewährt und etabliert hat. Bleibt natürlich zu wünschen, dass die Chöre auch weiterhin erfolgreich tätig sind.
Wenn die Chöre als relativ jung sind, gibt es da überhaupt genug gute Chormusik?
Karl: Oh ja! Chormusik für die verschiedenen Stimmen in Sopran und Alt ist ja keine Erscheinung unserer Zeit. Schon in allen Epochen haben sich die bedeutendsten Komponisten mit dieser Chorgattung beschäftigt und herausragende Werke geschaffen. Mit ein bisschen gutem Willen, lässt sich für den Frauenchor mindestens genauso gute und wertvolle Musik, wie für den Männerchor finden.
Drücken die Frauenchöre dieselben Probleme bezüglich Nachwuchs, wie es die anderen Chöre erleben?
Karl: Im Allgemeinen schon, ist das fehlende Interesse zum Singen im Chor doch mehr ein generelles, denn spezielles Problem der Chorgattung. Jedoch darf ich in Unter-Schönmattenwag feststellen, dass besonders in den letzten Jahren durch Mitsingprojekte, aber auch gezielte Werbung und vor allem konsequente Einbindung der Jugendlichen aus dem Kinder- und Jugendchor, eine erfreuliche Situation, nicht nur was die Anzahl – sondern auch die Altersstruktur ergeben hat. Heute ist der Chor sehr attraktiv für Interessierte jeden Alters.
Wie lange leiten Sie diesen Chor jetzt schon?
Karl: Jetzt schon acht Wochen (schmunzelt). Leider hat sich jetzt kurz vor dem Frauenchorjubiläum eine Vakanz auf der Chorleiterposition eingestellt. Und wie es sich in einem Verein gehört, hilft man sich aus. Deshalb bin ich kurzfristig in die Bresche gesprungen.Selbstverständlich hilft da ungemein, dass ich von 1992 bis 2012 selbst einen Frauenchor geleitet habe. Aber es ist natürlich sehr spannend.
Auf was freuen Sie sich am meisten am Jubiläumswochenende besonders?
Karl: Am meisten freue ich mich auf den Stimmbildungsworkshop mit der bekannten Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin Ruth Freymüller, der mit 60 Teilnehmer super gut besucht ist. Den Workshop am Samstag ab 12 Uhr schenken wir natürlich uns selbst zum Jubiläum, aber auch allen Frauenchören der Umgebung. Deshalb ist die Teilnahme auch kostenlos. Aber natürlich freue ich mich auch über das Konzertsingen befreundeter Frauenchöre ab 19 Uhr im Haus des Gastes.