Justiz

Geiselnahme in Rimbach: 36-jähriger Tatverdächtiger in Untersuchungshaft

Der Tatverdächtige wurde laut Polizei bereits am Montagabend auffällig. Seine Wohnung in Köln wurde bereits durchsucht. Was bisher bekannt ist.

Am Dienstagmorgen hielt der Tatverdächtige eine 21-Jährige in der Rimbacher Volksbankfiliale gegen ihren Willen fest. Foto: Philipp Klische
Am Dienstagmorgen hielt der Tatverdächtige eine 21-Jährige in der Rimbacher Volksbankfiliale gegen ihren Willen fest.

Der 36-jährige Mann, der am Dienstag in Rimbach eine junge Frau drei Stunden lang bedroht hat, befindet sich in Untersuchungshaft. Er ist in Köln gemeldet und dort auch bereits „strafrechtlich in Erscheinung getreten“, wie es Oberstaatsanwalt Robert Hartmann formuliert. Er ist Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Darmstadt, die jetzt wegen des „Verdachts der Geiselnahme“ ermittelt.

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Laut Strafgesetzbuch liegt eine Geiselnahme vor, „wenn ein Mensch vom Täter in seine Gewalt gebracht wird, um ihn oder jemand anderen dadurch zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung von etwas zu nötigen“. Als „Freiheitsberaubung“ bezeichnet der Gesetzgeber dagegen das „rechtswidrige Festhalten einer Person ohne erpresserisches Motiv“.

Mit Schraubenzieher bedroht

Noch ist nicht umfassend geklärt, warum es am Dienstagmorgen zur Eskalation in den Rimbacher Räumen der Volksbank Weschnitztal gekommen ist. Bestätigt hat sich allerdings die Vermutung, dass die 21-jährige Frau, die von dem Mann mit einem Schraubenzieher bedroht wurde, zufällig in die Gewalt des bislang nicht vorbestraften Angreifers geriet. „Es gibt keinerlei Beziehungen zwischen ihr und dem Täter“, bestätigt Hartmann.

Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass der 36-Jährige bereits am Montagabend in Rimbach auffällig geworden ist. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Südhessen hervor. Demnach soll er versucht haben, in der Weschnitztalgemeinde Kontakt zu einer ihm bekannten Frau aufzunehmen. Seine Versuche, sich Zugang zu deren Wohnung zu verschaffen, scheiterten jedoch. Noch nicht abschließend geklärt ist, warum der 36-Jährige am darauffolgenden Dienstagmorgen letztlich in den Räumen der Volksbank landete, wo er in der Folge die junge Frau gegen deren Willen festhielt und damit einen großen Polizeieinsatz auslöste. Die genauen Hintergründe seien „weiterhin Bestand der andauernden Ermittlungen“.

Die Ermittler gehen laut Pressemitteilung davon aus, „dass sowohl die Bankfiliale, als auch die 21-jährige Bankmitarbeiterin zufällig in seinen Wirkungskreis gerieten“. Dafür spricht auch, dass die Rimbacher Hauptgeschäftsstelle der Volksbank Weschnitztal dienstags nicht für den normalen Schalterverkehr geöffnet ist. Aufgrund des Geschehens ließ die Bank am Mittwoch alle ihre Filialen im Weschnitztal geschlossen.

Video kann Konsequenzen haben

Nachdem der Täter am Dienstag von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei festgenommen worden war, hatte ein Richter die Durchsuchung seiner Wohnung in Köln angeordnet. „Hierbei konnten keine tatrelevanten Beweismittel aufgefunden werden“, informieren die Ermittler. Am Mittwoch wurde der 36-Jährige auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter beim Amtsgericht Bensheim vorgeführt und im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Polizeipräsidium gehen in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf das Video ein, das seit Dienstagmorgen von der Tat im Internet kursiert. Sie bitten „dringend, von dessen Verbreitung abzusehen“. Die Polizei stellt klar, dass anderenfalls auch mit „strafrechtlichen Konsequenzen“ gerechnet werden muss. Der Grund: Durch dieses Video „wird erheblich in die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen eingegriffen“, wie es in der Pressemitteilung heißt.