Spendenlauf

Gemeinsames Quälen für den guten Zweck

Sven Furrer aus Birkenau verzichtet auf Geschenke zu seinem 50. Geburtstag und veranstaltet stattdessen den „Lauf fürs Freibad Birkenau 2021“. Bisher wurden über 8000 Euro gesammelt.

Foto: Ernst Lotz

Damit hat Sven Furrer nicht gerechnet: Bislang über 8000 Euro hat er beim „Lauf fürs Freibad Birkenau 2021“ gesammelt. Über 60 Läufer machten beim Spendenmarathon mit und liefen für den Erhalt der Einrichtung. Manche Teilnehmer absolvierten gleich einen Halbmarathon, andere nur einen Spaziergang. Die zweite Handballmannschaft des TSV Birkenau verband die Veranstaltung mit einer Trainingseinheit, auch eine Nordic-Walking-Gruppe beteiligte sich. Und ein Teilnehmer – Jahrgang 1943 – bewies, dass er noch lange nicht zum „alten Eisen“ gehört.

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„Die großartige Resonanz war eine Genugtuung und hat mich zufriedener gemacht als Geschenke“, erklärte der Initiator, der am 1. September 50 Jahre alt geworden war und aus diesem Anlass den Spendenmarathon organisiert hatte. Die Idee dazu sei ihm beim Laufen gekommen. Der bei der Deutschen Bank in Frankfurt angestellte Furrer befindet sich seit eineinhalb Jahren im Homeoffice. Dadurch habe er die Gemeinde noch mehr lieben gelernt, wie er sagt. Seit 2012 lebt er in Birkenau, mit seiner Ehefrau hat er hier ein Haus gebaut. Vor der Pandemie blieb ihm am Tag durch die Fahrerei und den Job nicht mehr viel Zeit übrig. Durch das Homeoffice änderte sich das, Furrer kam auch wieder mehr zum Sport.

Der Gedanke reifte in ihm, einen Spendenmarathon für das Freibad zu veranstalten. „Ich kenne die Nöte und die Schwierigkeiten mit der Unterhaltung. Mir war es ein Bedürfnis, etwas für das Gemeinwohl zu tun“, beschreibt er, was ihn zu der Aktion motiviert hat. Das Schwimmbad habe in Birkenau Tradition und sei ohne Frage wichtig für die Bevölkerung. „Kinder, Ältere, Sportler und Vereine, alle profitieren vom Freibad.

Statt Tempo Ausdauer gefragt

Es sollte beim Spendenlauf nicht um Tempo, sondern um Ausdauer gehen – und das alles ohne Zwang. Jeder Teilnehmer konnte selbst bestimmen, welchen Betrag er pro Kilometer spenden wollte. Und die Läufer konnten sich auch von Angehörigen, Freunden oder ihrem Arbeitgeber als „Sponsoren“ unterstützen lassen, um den erlaufenen Betrag pro Kilometer zu erhöhen. Furrer postete die Veranstaltung am 4. Juli auf seinem Facebook-Kanal, doch trotz positiver Rückmeldungen sagte für die Veranstaltung nur eine Person zu. „Da habe ich schon befürchtet, dass es nichts wird“, erklärt Furrer.

Erst nach einer Anzeige im Gemeindeblatt habe sich eine Eigendynamik entwickelt und es trudelten immer mehr Anmeldungen bei ihm ein. In der Zwischenzeit trainierte der 50-Jährige voller Eifer, um bestens vorbereitet zu sein. Ein besonderer Dank von Furrer geht an all die zahlreichen Spender, aber auch an seine Frau: „Sie hatte stets Verständnis für meine zahlreichen Trainingsstunden.“

Bürgermeisterfamilie sorgt für Verpflegung

Beim Aufbau der Verpflegungsstation, an der auch Bürgermeister Milan Mapplassary mit seiner Frau Evrim und ein Nachbar fleißig mitwirkten, half sie auch mit. Die üppige Getränke- und Speisenausstattung des Verpflegungspunktes wurde von der Bürgermeisterfamilie gespendet und bot den Läufern viele Köstlichkeiten.

Furrer selbst startete am frühen Samstagmorgen auf seiner vier Kilometer langen „Hausstrecke“: Von der Hauptstraße 141 ging es am Freibad vorbei nach Reisen und über die Hornbacher Straße wieder zurück nach Birkenau. Die teilnehmenden Läufer, die auch eine eigene Strecke wählen konnten, erreichten zusammengerechnet eine Distanz von über 600 Kilometern.

Initiator läuft 78 Kilometer

Während morgens noch angenehme Temperaturen herrschten, wurde der Marathon für alle Beteiligten über den Mittag hinweg zu einer waschechten Hitzeschlacht. Der Initiator selbst lief in zehn Stunden und neun Minuten stolze 78 Kilometer – das nennt man wohl mit gutem Beispiel vorangegangen. Bei einer Spendenübergabe soll das Geld an den noch jungen Förderverein Freibad Birkenau übergeben werden. Wie hoch die Summe ausfällt, ist noch unklar: Nach wie vor gehen Spenden ein.

So oder so, Furrer ist glücklich mit dem Ergebnis und der Unterstützung seitens der Bevölkerung. Und wie er über seinen Facebook-Kanal mitteilte, hätte er sich für die Feier seines 50. Geburtstags am Samstagabend keinen schöneren Beginn vorstellen können.

Die IBAN des Fördervereins Freibad Birkenau bei der Gemeinde Birkenau lautet: DE94 6709 2300 0020 0323 08 (Volksbank Kurpfalz). Als Betreff soll „Spende Förderverein Freibad Birkenau LFFB 2021“ angegeben werden.