Großbaustelle voraus, aber Wald-Michelbach muss noch warten
Die Ortsdurchfahrt von Wald-Michelbach gleicht einem Flickenteppich. Deswegen sollte sie in diesem Jahr saniert werden. Doch der Baustart verzögert sich. Wieso die Ludwigstraße nun doch nicht 2025 erneuert wird.
Wald-Michelbach. Wird die Ortsdurchfahrt von Wald-Michelbach, die Ludwigstraße, wie geplant in diesem Jahr saniert – oder nicht? Das war unter anderem Thema in der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung. Eine Nachfrage bei der zuständigen Straßenbaubehörde Hessen Mobil gibt nun Aufschluss.
Zuallererst: Die Ortsdurchfahrt ist Teil der Sanierungsoffensive des Landes Hessen. „Die Notwendigkeit ist damit unbestritten“, teilt die Presseabteilung mit. Jedoch beginnt die Sanierung nach derzeitigem Stand im Frühjahr 2026 und soll voraussichtlich bis Ende 2027 andauern.
Weitere Baustellen im Überwald und Weschnitztal in diesem Jahr
Auf welche Baustellen müssen sich die Bürger aus dem Überwald und Weschnitztal in diesem Jahr noch einstellen? Die OZ hat bei der Straßenbaubehörde Hessen Mobil nachgefragt:
Gras-Ellenbach: Am Ortseingang von Gras-Ellenbach wird im Auftrag von Hessen Mobil eine Brücke instandgesetzt, die den Ulfenbach unter der Landesstraße L 3105 hindurchführt. Die Brücke befindet sich im Kreuzungspunkt der Guntherstraße mit der Siegfriedstraße. Die gesamten Bauarbeiten dauern bis voraussichtlich Mitte Mai 2025 an. Die Arbeiten finden unter halbseitiger Sperrung statt. Der Verkehr im Kreuzungsbereich wird mittels Ampelanlage geregelt. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.
Birkenau: Die Ortsdurchfahrt von Birkenau wird ab Höhe des Schlossparks bis zum Ortsausgang von Reisen umfangreich saniert und in diesem Zuge neugestaltet. Ebenfalls werden Wasserleitungen und Kanäle erneuert. Hessen Mobil plant mit einem Baubeginn nach den Sommerferien 2025. Die Bauzeit beträgt rund zweieinhalb Jahre mit abschnittsweiser Vollsperrung.
Saukopftunnel: Weil die Sicherheitstechnik im Saukopftunnel erneuert werden muss, wird der Tunnel in den Sommerferien für drei Wochen voll gesperrt. Die Maßnahme wird durch das Regierungspräsidium Karlsruhe durchgeführt. Parallel dazu wird Hessen Mobil Sanierungsarbeiten am Rohbau durchführen. Die Abstimmungen laufen derzeit noch.
Die Gründe für die Verschiebung
Der Hauptgrund für die Verschiebung auf 2026 ist, dass aus Kostengründen entschieden wurde, die Bauarbeiten komplett von Hessen Mobil durchführen zu lassen. Ursprünglich war geplant, ein externes Ingenieurbüro für die Planung und Bauüberwachung zu beauftragen. „Dies hat zur Folge, dass wir für die Bauvorbereitung mehr Zeit veranschlagen müssen, als dies unter Hinzuziehung eines externen Ingenieurbüros der Fall gewesen wäre, und daher die Maßnahme erst im Frühjahr 2026 beginnen kann.“
Die Vorbereitungen für den Baubeginn laufen aber bereits an. „Wenn es nicht zu Verzögerungen im Rahmen des Vergabeverfahrens kommen sollte – was grundsätzlich nie ausgeschlossen werden kann, wovon wir derzeit aber erst mal nicht ausgehen –, ist eine Verschiebung nicht zu befürchten.“
Was wird alles gemacht?
Neben der grundhaften Erneuerung der über drei Kilometer langen Fahrbahn, einschließlich der Erneuerung der Trinkwasserleitung mit Hausanschlüssen sowie der Erneuerung des Kanals, werden auch sämtliche Gehwege grundhaft erneuert und bereichsweise verbreitert. Zudem ist es derzeit geplant, die Bushaltestellen barrierefrei auszubauen und teilweise zu verlegen. Dies geschieht in mehreren Bauabschnitten. Wie diese aussehen, steht noch nicht fest. Derzeit laufen die Abstimmungen – auch zur Verkehrsführung.
„Nach derzeitiger Planung sollen die Arbeiten jedoch abschnittsweise von Westen nach Osten, sprich vom Gadener Bach bis zum Knotenpunkt Ludwigsstraße/Neckarstraße/Ulfenbachstraße, durchgeführt werden.“ Die Umleitung für den Durchgangsverkehr soll während der kompletten Bauzeit über Fürth und die Wegscheide führen. Da die Ausschreibung der Sanierung noch nicht veröffentlicht, beziehungsweise vergeben wurde, kann Hessen Mobil derzeit keine Auskunft zu den anstehenden Kosten geben.
Die Gemeinde Wald-Michelbach muss sich jedenfalls aufgrund der Erneuerung des Kanals und der Wasserleitungen finanziell beteiligen. Dazu kommt der Gemeindeanteil an der Sanierung der Gehwege sowie an den Bushaltestellen oder der Beleuchtung – wie die Verwaltung vermutet, kostet dies einige Millionen Euro. Diese müssen dann im Haushalt eingestellt werden.
Zum Hintergrund
Die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Wald-Michelbach steht seit einigen Jahren auf der Prioritätenliste. Sie sollte bereits im Jahr 2022 erneuert werden, wurde dann auf Wunsch der Gemeindeverwaltung verschoben. Der Grund: Die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Siedelsbrunn sollte aufgrund der schlechten Fahrbahnbeschaffenheit zuerst erfolgen, weswegen beide Maßnahmen zeitlich miteinander getauscht wurden. So kam es, dass die Erneuerung der Ortsdurchfahrt von Wald-Michelbach für das Jahr 2025 geplant war.