Holzwerk Grasellenbach: Geschäftsführer weist Vorwürfe zurück
Die Sanierung der Straße "Am Sägewerk" sorgte in Grasellenbach für Unruhe. Denn das örtliche Holzwerk überging dabei die Gemeindevertretung. Nun bezieht Markus Monnheimer, Geschäftsführer des Holzwerkes, Stellung.
Für viel Aufregung sorgte in der vergangenen Sondersitzung der Grasellenbacher Gemeindevertretung die Nachricht, dass das Holzwerk Monnheimer in Gras-Ellenbach die über sein Grundstück verlaufende Gemeindestraße „Am Sägewerk“ in Eigenregie sanieren lässt, ohne das Rathaus darüber informiert zu haben. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Markus Monnheimer, äußert sich nun zu den Vorwürfen der Mandatsträger.
Die Gemeinde wollte ursprünglich die Straße, die im Bereich des Holzwerks in sehr schlechtem Zustand ist, sanieren lassen und deren Fortführung zu den im Anschluss an das Holzwerk angesiedelten Betrieben der Firmen HEFD und Steinberg verkehrsgerecht ausbauen lassen. Dabei war man sich mit den Anwohnern einig geworden, dass sie die Sanierungsarbeiten selbst in Auftrag geben können, um die Maßnahme für beide Seiten günstiger zu gestalten. Die Gemeinde wollte dabei die rechtlichen und fachlichen Vorgaben in Form eines sogenannten Erschließungsvertrags mit den Anwohnern regeln. Das Holzwerk hat jedoch schon vor dem Abschluss dieses Vertrags eine Firma mit den Arbeiten beauftragt, was in Gemeindevorstand und Gemeindevertretung für heftige Kritik sorgte.
„Vorgehen war nicht korrekt“
Monnheimer bekennt dann auch in seiner Stellungnahme, dass „das Vorgehen bei der Sanierung eines Abschnitts der Straße Am Sägewerk zwischen dem 5. und 12. Juni meinerseits nicht korrekt war, da die Gemeindevertretung übergangen wurde“. Er weist jedoch darauf hin, dass auch die Geschichte der Sanierung „wie jede Medaille zwei Seiten“ habe. „Der betreffende Straßenabschnitt ist bereits seit 2020 in einem katastrophalen Zustand. Über eine grundhafte Erneuerung wird mit den verschiedensten Gremien und Vertretern der Gemeinde seit vier Jahren diskutiert.
Die Befahrung des Straßenabschnitts war die beiden vergangenen Jahre nur eingeschränkt möglich und Beschädigungen an LKW und Staplern aufgrund von bis zu 25 Zentimetern tiefen Schlaglöchern an der Tagesordnung. Die Kosten für Schäden an den Fahrzeugen der Gewerbebetriebe trug in der Vergangenheit die Gemeinde. Hätten wir mit der Sanierung noch weiter gewartet, dann wäre dank Sommerpause und des nahenden Herbstes im Jahr 2024 wieder keine Sanierung erfolgt“, erklärt Monnheimer.
Als frostsicher zertifiziert
In Bezug auf die Vorwürfe, die die Gemeindevertreter in der vergangenen Sondersitzung geäußert haben, stellt der Geschäftsführer des Holzwerks fest, dass das verwendete Unterbaumaterial als frostsicher zertifiziert sei, andere Darstellungen seien falsch, entsprechende Prüfzertifikate könnten vorgelegt werden. Dass Kanäle und Wasserleitungen unter einer Straßendecke liegen würden, sei in allen Gemeindestraßen so üblich und meist auch nicht anders realisierbar, weshalb beim aktuellen Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur auch wieder gemeindliche Straßen geöffnet werden müssten. Zudem fragt er sich, wie der Gemeindevertretervorsitzende Alexander Ganz schon in der Sondersitzung von fehlenden Dehnfugen sprechen konnte, wenn die Straße doch erst Tag nach der Sondersitzung betoniert worden sei: „Dehnfugen wurden alle sechs Meter in den Beton eingeschnitten und wurden in dieser Woche fachgerecht versiegelt“, erklärt Monnheimer.
Ein Großteil der Diskussionen, die aktuell geführt würden, seien hinfällig, da das Holzwerk für den sanierten Straßenabschnitt und dessen Instandhaltung 25 Jahre verantwortlich sei. „Egal, ob die Straße nach drei Jahren, nach 13 Jahren oder nach 23 Jahren erneut sanierungspflichtig wäre, das Holzwerk hätte die Kosten zu tragen. Somit sind auch Behauptungen, die Bauausführung entspräche nicht den anerkannten Regeln der Technik, alleine schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht nachvollziehbar.
Hauptnutzer dieses Straßenabschnitts ist das Holzwerk, weshalb zur Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe ein guter Straßenzustand unabdingbar ist“, unterstreicht er in seiner Stellungnahme.
„350 000 Euro vom Holzwerk“
Außerdem weist er darauf hin, dass die Gemeinde Grasellenbach im Jahr 2023 laut Bürgermeister Markus Röth Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von etwa 1,1 Millionen Euro hatte. Von diesem Betrag hätten die Anlieger der Straße „Am Sägewerk“ gut 500 000 Euro erwirtschaftet, alleine 350 000 Euro davon seien vom Holzwerk gekommen. „Das ist ein Drittel der gesamten Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde Grasellenbach“, hebt der Geschäftsführer hervor: „Eine stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse der drei Gewerbebetriebe – die Firmen Steinberg und HEFD sowie das Holzwerk Grasellenbach/Firma Monnheimer – wäre daher wünschenswert.“
Ab Montag freigegeben
Abschließend lädt Monnheimer alle interessierten Bürger und alle Gemeindevertreter ein, sich vor Ort ein Bild vom sanierten Straßenabschnitt zu machen. So wird die Fahrbahn ab kommenden Montag, 22. Juli, für den Verkehr freigegeben, da der Beton dann ausreichend ausgehärtet sei.