Martinsmarkt

Der Martinsmarkt in Fürth - das steht auf dem Programm

Ein breites Angebot kennzeichnet den Martinsmarkt am Sonntag in Fürth. Verkaufsoffener Sonntag, Laternenzug und Barockfeuerwerk.

Reges Treiben wird am Sonntag beim Martinsmarkt auf dem Fürther Marktplatz herrschen. Foto: Sascha Lotz
Reges Treiben wird am Sonntag beim Martinsmarkt auf dem Fürther Marktplatz herrschen.

Der Legende nach hat der Heilige Martin von Tours vom Pferde aus seinen Mantel mit einem Schwert geteilt und die Hälfte einem nackten Bettler gereicht. Dieser Tat und anderen des Heiligen Martin, der im vierten Jahrhundert im Frankenreich gewirkt hat, wird noch heute von vielen Kindern bei Laternenumzügen gedacht. Sein Gedenktag ist der 11. November. Der Legende nach soll er sich ebenso in einem Gänsestall versteckt haben, als er zum Bischof von Tours gewählt worden ist. Er wurde von schnatternden Gänsen verraten.

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Und von daher werden zu seinem Gedenktag auch „Martinsgänse“ zubereitet und gereicht. Seit geraumer Zeit veranstaltet der Gewerbeverein Fürth immer an einem Sonntag um dieses Datum herum einen „Martinsmarkt“ auf dem Marktplatz. Dabei wird mit Inhalten und Angeboten auch der selbstlosen Tat des Heiligen Martin gedacht, wie Bernd Schmitt als Vorsitzender des Gewerbevereins bestätigt.

Die Rolle der Fürther Feuerwehr

So ist im weiteren Sinne auch die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr und ihres Nachwuchses zu verstehen, im Dienst am Nächsten, zu dessen Sicherheit, in Not, bei Unfällen, Katastrophen und bei Feuer. Der Nachwuchs der Fürther Wehr spielt seit jeher eine zentrale Rolle beim Martinsmarkt auf dem Marktplatz. Die von ihm hergerichteten Holzscheite können für eine Spende von einem Euro erworben werden.

Ausstellungen in der Alten Schule

Professionell aufgestockt wird dann das Martinsfeuer bei Einbruch der Dämmerung entfacht. Hierbei kann der eine oder andere kindliche oder jugendliche Besucher vielleicht sein Interesse an der Arbeit der Jugendwehr entdecken, wie sich Schmitt einen Nebeneffekt erhofft. Unter den zahlreichen Beschickern der Stände auf dem Marktplatz oder in den Ausstellungsräumen der gegenüberliegenden Alten Schule befinden sich auch weitere Hilfsorganisationen, wie die Fürther Afrikahilfe, die ihre Waren aus dem von den Mary-Ward-Schwestern betreuten Land Simbabwe anbietet. Hobbykünstler bieten ebenso ihre Waren feil.

Auf dem Marktplatz dabei ist der TV Fürth, der für das leibliche Wohl der Besucher gleich aus drei Buden heraus sorgt; neben dem Verein gibt es weitere Betreiber von kulinarischen Angeboten. Die Tafel aus Rimbach präsentiert ihre wertvolle Arbeit ebenso wie eine Gruppe um den ehemaligen Revierförster Jens Uwe Eder die Arbeit „in, mit und in der Natur“ darstellt. Für die kleinsten Besucher ist mit Kinderkarussell und Süßigkeitenständen ebenso etwas geboten. Ensembles der Jugendmusikschule werden eintreffen, um die Besucher musikalisch zu unterhalten.

Verkaufsoffener Sonntag

Von jeher ist seit dem Beginn des Martinmarktes in Fürth, der sich, so Schmitt, von Jahr zu Jahr steigender Beliebtheit erfreut, als Höhepunkt ein sogenanntes Barockfeuerwerk angekündigt. Dieses zeichnet sich zwar in der gewohnten Farbenpracht aber in eher gedämpfter Lautstärke aus. In diesem Jahr trifft es sich gut, dass der Laternenumzug der Kinder aus dem Schwester-Theresia-Kindergarten akkurat um diese Zeit auf dem Marktplatz eintreffen wird. Dann erst wird das Barockfeuerwerk entfacht.

Der Markt ist auch Anlass für einen verkaufsoffenen Sonntag. Von 13 bis 18 Uhr halten die meisten Geschäfte im Ortskern und darüber hinaus bis in die Peripherie ihre Pforten offen, um ebenso ihre Verbundenheit mit dem Ortsgeschehen zu bekunden.

Schaufenster für die Gemeinde

Der Gewerbeverein Fürth steht für die Großereignisse im Jahresverlauf der Weschnitztalgemeinde. Ereignisse, die Besucher anlocken, für Unterhaltung und Amüsement sorgen, aber auch die breite Angebotsvielfalt der Fürther Geschäftswelt und der Gewerbetreibenden, auch der Handwerker, in Erinnerung rufen und präsentieren.

So sieht das auch Bernd Schmitt, mittlerweile im 20. Jahr Vorsitzender dieser Vereinigung. Das spricht für Kontinuität. Bereits sein Vorgänger Erich Fischer war 17 Jahre im Amt. Beide haben sich mit ihrem Team stets etwas Neues ausgedacht, auf dem Boden der Tradition Märkte in Fürth zu erhalten oder neu zu beleben. Im Vorfeld des Martinsmarktes am kommenden Sonntag hat sich die OZ mit Schmitt über das Angebot im Jahreskreis unterhalten.

Sehr erfolgreich als Besuchermagnet ebenso wie zur Darstellung der Angebotsvielfalt, zur Belebung des Kernbereichs war vor etlichen Iahren der Umzug der Gewerbeschau vom Gelände der Heinrich-Böll-Schule ins Ortszentrum beim Fürther Markt im April. Dieser ist für 2025 auf den 13. April terminiert. Hier reihen sich neben oder vor den ortsansässigen Geschäften die Marktbeschicker entlang der Heppenheimer und Erbacher Straße, in der Bahnhofstraße und entlang der Hauptstraße auf. Gastronomie, Vereine und professionelle Beschicker sorgen fürs leibliche Wohl.

Erfolgreiche „Neuheiten“

Es gibt Rummel, musikalische Untermalung, Antikmärkte und eine Themenmeile zu einem aktuellen Thema unserer Zeit, zu Wasser, Energie, Hilfsdienste, zu unserem Wald oder zur Vereinsvielfalt in Fürth. Der Johannismarkt mit dem großen Festzug als Höhepunkt hat die längste Tradition. Der Michaelismarkt Ende September und gleichzeitig die Fürther Kerwe wurden wiederbelebt. Zu allen Ereignissen gibt es einen verkaufsoffenen Sonntag, den die Geschäfte im Ortskern gern nutzen.

Jüngste und erfolgreiche Angebote waren die Handwerkermesse, die Fürther Nacht (2025 am 31. Mai) mit Feuerwerk und der jetzt wieder ausgetragene „Martinsmarkt“ am Sonntag, 10. November. Nicht nur wegen des Werbeeffekts für die Gemeinde begrüßen auch die politisch Verantwortlichen die Anstrengungen des Gewerbevereins.

Identität der Gemeinde

Wenn es um Verkehrssicherungsmaßnahmen oder sonstige organisatorische Vorbereitungen geht, unterstützt die Gemeinde mit Bauhof und Verwaltung den Ausrichter. Der Bürgermeister gehört qua Amt dem Vorstand an. Ein Hauptargument der Selbstdarstellung sind stets in inhabergeführten Geschäfte in Fürth, die neben der Identität für die Gemeinde und das Ortsgeschehen auch immer wieder die Kundennähe und den Kundenservice betonen.

Den Abschluss im Jahresgeschehen bildete zur Adventszeit die beliebte Glückssternaktion, wenn die Kunden Lose bei ihren Einkäufen erhielten. Die Preise waren attraktiv gestaltet. Kunden und Gewerbevereinsmitglieder schauten stets mit Spannung der zentralen Auslosungsaktion „zwischen den Jahren“ entgegen. Auch das war schon ein Ereignis für sich. Schmitt betont, dass die Glückssternaktion – einst von 35 Kaufleuten im Jahr 1977 ins Leben gerufen – bereits älter als der Gewerbeverein selbst ist.