Fürth

"Les Voisins" gastieren in der Fürther Studiobühne

Musiker aus Heidelberg treten mit ihrer Interpretation von Serge Gainsbourgs „Histoire de Melody Nelson“ auf.

„Knisternde, atmosphärische Soundtracks“ verspricht der Auftritt von „Les Voisins“ in der Studiobühne. Foto: Les Voisins
„Knisternde, atmosphärische Soundtracks“ verspricht der Auftritt von „Les Voisins“ in der Studiobühne.

Am Donnerstag, 25. Januar, beginnt um 20 Uhr wieder das Programm in Fürths kleiner Jazzbühne. Betreiber Matthias Dörsam kündigt an, dass die Studiobühne an diesem Abend „Les Voisins“ zu Gast hat.

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Impressum

Sänger und Gitarrist Jochen Seiterle, Keyboarderin und Sängerin Natalie Seiterle, Daniel Gallimore (Schlagzeug, Elektronik), Christof Keller (Visuals) und Katja Wesch (Bass) erfreuen Auge und Ohr mit ihrer Interpretation von Serge Gainsbourgs „Histoire de Melody Nelson“.

Dazu teilt Dörsam mit: „Das Konzeptalbum von Serge Gainsbourg beschreibt mit kühnen musikalischen Mitteln seine persönliche Midlife-Krise und seine Interpretation von Nabokovs Lolita-Roman.“

Die „Nachbarn“

Die „Voisins“, zu Deutsch „Die Nachbarn“, haben sich mit diesem Stoff mehr als 50 Jahre altes Material vorgenommen: 1971 wurden die Titel mit damals revolutionären neuen Aufnahmetechniken in Studios in Frankreich und England eingespielt.

Thematisch und inhaltlich könnte man das Album sicherlich als haarsträubend einstufen, und das gleich in mehrfacher Weise, erzählt es doch die Geschichte eines Mannes in mittleren Jahren, der mit seinem Auto das Fahrrad einer 15-Jährigen, Melody Nelson, rammt und sich in sie verliebt.

Für Dörsam ist allerdings klar, dass die Beschäftigung mit Nabokovs Vorbild einen provokativen Hintergrund hatte: „Nachdem sogar der damalige Papst Paul ,Je t’aime’ auf den Index gesetzt hatte, war es natürlich auch dem Zeitgeist entsprechend klar, die Provokationen weiterzutreiben.“

Eine Liebeserklärung

Nebenbei machte Gainsbourg aus dem Stoff eine Liebeserklärung an seine Lebensgefährtin Jane Birkin, die auch den Gesangspart der Melody übernahm. Dem Album war zunächst kein großer Erfolg beschieden; erst 20 Jahre später wurde ein größeres Publikum auf „Histoire de Melody Nelson“ aufmerksam, als Künstler wie Beck oder Bands wie Pulp und Stereolab mit dieser Musik arbeiteten. Das Heidelberger Quintett liefert nun seine ganz persönliche Version dieser Musik ab, die zugleich eine musikalische und visuelle Hommage „an das Meisterwerk des französischen Ausnahmekünstlers“ ist, wie Dörsam mitteilt.

Die Besucher dürfen sich auf Improvisationen freuen, auf „knisternde, atmosphärische Soundtracks“, aber auch „jazzige und funkige Undergroundtöne gepaart mit romantischem Größenwahn und suggestiven Bildern“, heißt es weiter in der Ankündigung; denn „Les Vosins“ nehmen es kritisch auseinander und setzen es in ihrem Sinne wieder zusammen.

Außerdem runden sie den Abend ab mit weiteren, neu interpretierten Klassikern des französischen Chansonniers sowie eigenen Werken.

  • Karten gibt es an der Abendkasse sowie im Vorverkauf bei der Buchhandlung am Rathaus in der Fürther Hauptstraße 16 sowie im Lesezimmer, Bismarckstraße 17 in Rimbach.