Mehr Sicherheit für die Fußgänger
In Ober-Scharbach soll ein geschotterter Gehweg zum Spielplatz und zum Friedhof wie geplant angelegt werden.
Eigentlich hatten der Bau- und Umweltausschuss sowie der Gemeindevorstand schon einen Beschluss gefasst, aber als in der vergangenen Sitzung des Gemeindevorstands das Gespräch noch einmal auf das Thema kam, weil die Baufirma den Auftrag noch nicht umsetzen konnte, gab es Kritik an der Ausführung. So wurde die Anlegung eines Fußwegs zum Spielplatz in Ober-Scharbach wieder in den Fachausschuss verwiesen, dessen Mitglieder sich nun am Donnerstagabend vor Ort in dem Grasellenbacher Ortsteil trafen.
Das Problem dort ist, dass die an der Kreisstraße vorhandenen Gehwege an der Kreuzung zur Tromm und nach Litzelbach enden und es keinen befestigten Weg von dort aus zum Spielplatz gibt. Bürgermeister Markus Röth wies bei dem Ortstermin darauf hin, dass aber auch viele ältere Bürger an beziehungsweise auf der Straße laufen müssten, wenn sie zum Friedhof wollen, der gegenüber dem Spielplatz liegt.
Sicht eingeschränkt
Jürgen Quick (SPD) sprach sich dafür aus, den Weg auf der rechten Seite in Richtung Litzelbach gesehen einzurichten, denn in diesem Fall müsste man nur einmal die Straße überqueren. Im Laufe der Beratungen wurde aber deutlich, dass hier die Sicht auf den Verkehr deutlich eingeschränkter ist – und Fußgänger von den Autofahrern auch schlechter gesehen werden, wie Michael Hoffmann (CDU) feststellte. Und durch die dort in die Breite geschossene Hecke werde es gerade im Mittelteil des betreffenden Bereichs ziemlich eng.
Ein weiteres Problem ist die Entwässerung, denn die Straße hat ein Gefälle zur rechten Seite und bei Regenfällen würde sich das Wasser dann auf dem Fußweg stauen. Röth und André Schneider vom gemeindlichen Bauamt machten in diesem Zusammenhang deutlich, dass der Weg nur geschottert werde, eine Ausführung mit Asphalt und Bordsteinen wäre zu teuer.
Auf der anderen Straßenseite sind dagegen Bordsteine vorhanden. „Die müsste man mal freilegen“, sagte Ausschussvorsitzender Michael Sattler (FPW), der die Ortsbesichtigung grundsätzlich begrüßte, weil die Mandatsträger dadurch ein besseres Bild von der Lage bekämen. Auch er war der Auffassung, dass Fußgänger auf der linken Seite sicherer unterwegs seien, und nachdem sich auch sein Fraktionskollege Walter Bauer und Simone Daub (CDU) dafür ausgesprochen hatten, wurde der ursprüngliche Beschluss mit 4:1-Stimmen bestätigt.
Zufahrtsstraße zu schmal
Von Scharbach aus ging es nach Hammelbach an das geplante Baugebiet „Krummwies“. Hier zeigte sich Walter Bauer verärgert darüber, dass das erste Stück der neuen Stichstraße, über die die Zufahrt zu den geplanten Bauplätzen erfolgen soll, zu schmal angelegt worden sei. „Wir hatten doch beschlossen, dass die Straße 3,50 Meter breit sein soll, und jetzt hat sie nur 2,70 Meter“, machte er deutlich, dass dies gerade für landwirtschaftliche Fahrzeuge zu eng sei. „Die Leute fragen uns, was wir für Beschlüsse in der Gemeindevertretung fassen“, sagte er kopfschüttelnd.
Röth hielt ihm entgegen, dass es keinen separaten Beschluss zur Fahrbahnbreite gegeben habe, sondern die Straße im Rahmen des Bebauungsplans geplant worden sei. Der Ingenieur habe sich seinen Worten nach dafür ausgesprochen, das erste Teilstück der Straße enger zu halten, damit von vorneherein ein Begegnungsverkehr vermieden werden könne. Dieses Argument sei für ihn überzeugend gewesen. „Da fahren doch eh nur Anwohner rein“, antwortete Bauer, für ihn sei hier „falsch gedacht“ worden.
Bankett noch anlegen
Röth wies aber darauf hin, dass auf beiden Seiten noch das Bankett angelegt werde, dann „haben wir eine Breite von drei Metern“, befand er dies für ausreichend. „Wenn wir die Seiten befestigen, sieht es besser aus“, meinte auch Thorsten Schmidt (SPD). Sattler sprach sich dafür aus, das Bankett mit Rasengittersteine anzulegen, auch wenn Schneider zu bedenken gab, dass diese in Beton gelegt werden müssten und sich absenken könnten, wenn schwere Fahrzeuge darüberfahren würden.
Der eigentliche Grund für die Ortsbesichtigung war jedoch eine Anfrage eines Grundstückinhabers, der einen der Bauplätze aufgrund der Größe von 1200 Quadratmetern teilen lassen möchte. Die Frage sei hier die Erschließung des hinteren Grundstücks, wie der Bürgermeister erklärte. Er plädierte für die Anlegung eines Privatwegs und die Eintragung des entsprechenden Wegerechts als einfachste Lösung, was auf die Zustimmung der Mandatsträger stieß. „Dann müsste nur noch geklärt werden, wie die dahinterliegende Wiese erreicht werden kann“, fügte Simone Daub noch an.