„Michelbus“ soll fortgeführt werden
Beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister redet der Wald-Michelbacher Bürgermeister Dr. Sascha Weber Klartext. Was läuft gut im Ort? Was soll besser werden?
Was er sich für seine am 1. Juli begonnene zweite Wahlperiode vorgenommen hat, wollte der Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Meister (CDU) bei seinem Besuch beim Wald-Michelbacher Bürgermeister Dr. Sascha Weber (SPD) wissen. Dieser nannte den „Michelbus“, ein On-Demand-Modell als Nachfolger des Ruftaxis, als ein Thema, das nun weiter angegangen werden müsse, heißt es in einer Pressemitteilung von Meister.
Vertrag bis 2024
Der Vertrag für das Projekt läuft im Jahr 2024 aus und muss neu ausgeschrieben werden. Weber erachtete es als sehr sinnvoll, wenn der Rufbus nicht nur in der Gemeinde Wald-Michelbach, sondern auch noch auf dem Gebiet von Abtsteinach und Grasellenbach eingesetzt werden und dort verkehren könne. Er sah den Michelbus auch nicht als Konkurrenz für den Linienverkehr, sondern sogar als Ergänzung, zumal er etwa Fahrgäste nach Gras-Ellenbach für die Linie nach Fürth und Heppenheim bringen könne. Hierfür seien aber noch Gespräche notwendig, da derzeit eine Förderung des Rufbusses nur bei Fahrten innerhalb einer Gemeinde möglich sei. Meister gab den Tipp, dass hier geprüft werden könne, ob ein interkommunaler Zweckverband eine Lösung sei.
Der Rathauschef war froh, dass zumindest die Zuteilung der Gemeinde Wald-Michelbach zum Mittelzentrum Viernheim vom Tisch ist. Wie es mit dem Thema Mittelzentrum weitergehe, stehe derzeit noch nicht fest. Weber wendete hierbei ein, dass seine Gemeinde fast alle für ein Mittelzentrum geforderten Infrastrukturpunkte aufweise.
Gut vorbereitet
Wald-Michelbach sei für Flüchtlingsaufnahme gut vorbereitet, kam Weber auf ein weiteres aktuelles Thema zu sprechen. Die gemeindeeigenen Wohnungen seien zwar alle belegt, jedoch habe man bereits zusätzliche Wohnungen anmieten können. Das Problem sei aber, dass im Raum stehe, dass Wald-Michelbach rund 150 Flüchtlinge pro Jahr aufnehmen solle, diese aber unregelmäßig zugewiesen würden. Seine Gemeinde, so Weber, könne die Mietverträge aber nicht erst abschließen, wenn Flüchtlinge vor der Tür stünden.
Eine weitere Herausforderung sei, dass in der Überwälder Gemeinde mittlerweile rund 500 Bulgaren wohnten, die natürlich eine andere Kultur hätten, etwa sich nach Feierabend treffen und zusammen im Freien auf öffentlichen Plätzen sitzen würden. Es gehe zwar keinerlei Gefahr hiervon aus, dennoch mache dies Teilen der Bevölkerung Angst. Ein Problem sei, dass man sich in doppelter Bedeutung des Wortes nicht verstehe. Hier müsse gegenseitig noch viel für die Integration getan werden.
Gastronomie gut aufgestellt
Die Gastronomie in der Gemeinde sei derzeit wieder ganz gut aufgestellt, unterstrich Weber. Diese sei notwendig, da Touristen, die wegen der Draisine oder der Sommerrodelbahn nach Wald-Michelbach kämen, dies erwarteten. Viele der Gastronomen hätten kein Eigentum, sondern seien Pächter der Gemeinde. Die Gemeinde stehe daher in der Pflicht, bei der Pachthöhe nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern auch die Interessen der Kommune zu sehen. Andere Gastronomen beklagten aber Personalmangel oder fehlende Nachfolger, weshalb auch deren Zukunft nicht gesichert sei.
Wald-Michelbach sei mit Schulen gut ausgestattet. Neben dem Überwald-Gymnasium gebe es mit der Eugen-Bachmann-Schule eine Haupt- und Realschule sowie genügend Grundschulen.
Weber strebt an, in seiner Gemeinde eine Schulaußenstelle für Pflegeberufe zu installieren, und freute sich über die große Unterstützung durch die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Wenn man gerade die hohe Anzahl an Pflegeeinrichtungen in Wald-Michelbach sehe, sei dies ein sehr guter Vorschlag, befand Meister.
Der Haushalt sei derzeit noch gut aufgestellt. Man habe die Schulden in den vergangenen sechs Jahren halbiert, so Weber, der die Zukunft aber skeptisch sah. Durch die Tarifverträge kämen höhere Löhne auf die Gemeinde zu. Auch für die Digitalisierung benötige er weiteres Personal. Wie es mit der Grundsteuer aussehe, könne er derzeit überhaupt nicht sagen. Bisher habe er keine entsprechenden Daten vom Finanzamt erhalten. Meister lobte das Ziel von Weber, dass die Grundsteuer auch nach der neuen Bemessung in etwa gleich bleiben sollte.