Debatte

Nach Wolfs-Verdacht in Grasellenbach: kontroverse Diskussion im Netz

Während die einen fordern "lasst den Wolf in Ruhe" - vermuten andere als "Täter" frei laufende Hunde.

Ein Wolf streift durch einen dunklen Wald. Foto: Pixabay
Ein Wolf streift durch einen dunklen Wald.

Gab es einen Wolfsangriff auf Rinder in der Nähe von Grasellenbach? Diese Meldung und eine wolfsähnliche Sichtung bei Unterscharbach haben nicht nur vor Ort in den Überwaldgemeinden, auch auf den Social-Media-Kanälen von WNOZ für durchaus kontroverse Diskussionen gesorgt. Denn der Wolf - er polarisiert. Ein Facebook-User mit dem Namen Marco Grimm beispielsweise forderte in einem Kommentar auf Facebook "Lasst den Wolf in Ruhe" und auch Userin Birgit Grubmüller postete "Der arme Wolf ist immer schuld." Dagegen konterte Boris Glatthaar "Den Wolf befürworten oft diejenigen, die nicht von ihm betroffen sind." Eine andere Userin mit dem Namen "Chri Sta Kaufhold" mahnt: "Armer Wolf? Arme Herdentiere. Diese Wolfs-Sympathie kann ich nicht teilen. Menschen, vor allem Kinder, auf dem Land sind auch in Gefahr."

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Aber handelt es sich denn bei dem Angreifer überhaupt um einen Wolf? Ein User mit dem Namen "Ikar Vie" schrieb: "Niemals ein Wolf, Fuchs vielleicht, denn die reißen neuerdings auch im Rudel Kälber." Entscheidend sei die Auffindesituation des Kadavers. "Liegt es tot am Straßenrand, war es ein Wolf." Anderenfalls komme auch ein Senckenberghund in Frage. Die Rasse ähnelt äußerlich Dingos. Und User Patrik Hess behauptet: "In Wald-Michelbach rennen freie Malinois rum."

Michael Ehlers - unter anderem bekannt durch die Kitzrettung - und andere User kritisieren den Zeitpunkt unserer Berichterstattung. "Vielleicht sollte man solche Artikel immer erst nach den Ergebnissen der DNA-Proben schreiben", postete Ehlers. Ein Gutachter war wie berichtet nach Grasellenbach gekommen und hatte Proben entnommen. Ehlers schreibt weiter: "In den meisten Fällen in unserer Region waren es bisher keine Wölfe und selbst wenn es in diesem Fall einer wäre, ist es kein "Problemwolf", denn er hätte ja auf ungesicherten Gebiet Beute gemacht. Ein schwaches oder bereits totes Kalb ist eine leichtere Beute als ein Reh, das flüchten kann."

Finanzielle Unterstützung für den Schutz von Tieren

Der Kreis Bergstraße sei seit Anfang 2023 offiziell Wolfsgebiet und man könne finanzielle Unterstützung zum Schutz seiner Tiere beantragen, gibt Ehlers zu Bedenken.

Während auf Facebook auch in einigen Kommentaren eine deutliche Angst vor Wölfen mitschwang, waren die User auf Instagram abgeklärter. "Oh - wieder das Märchen mit dem Wolf", postete lowenherzsnoopy. mahmut.k38 schrieb: "Am Ende ist das sowieso ein Löwe, welcher Ähnlichkeit mit einem Wildschwein hat."

Insgesamt erreichte die Berichterstattung über den Wolfsverdacht in Grasellenbach auf Facebook und Instagram insgesamt fast 18.000 Menschen. vmr