Mörlenbach

Niedlicher Siebenschläfer zu Gast im Nistkasten

Ein Siebenschläfer hat sich in einem Nistkasten von Siegfried Winkler niedergelassen – eine seltene Begegnung. Bei dem früheren Revierförster hat er sich genau die richtige Adresse ausgesucht. Wie man das nachtaktive Tier davon abhält, auf Dachböden und in Gartenhütten zum Krachmacher zu werden, verrät Siegfried Winkler in diesem Artikel.

Siebenschläfer bekommt man nur selten zu Gesicht, doch bei Siegfried Winkler fühlt sich einer besonders wohl. Foto: Fritz Kopetzky
Siebenschläfer bekommt man nur selten zu Gesicht, doch bei Siegfried Winkler fühlt sich einer besonders wohl.

Einen ungewöhnlichen Gast konnte jetzt Siegfried Winkler in Weiher begrüßen: In einem seiner Nistkästen hatte sich ein Siebenschläfer eingefunden, der es sich dort gemütlich eingerichtet hatte. Da war er bei dem früheren Revierförster von Birkenau und Gorxheimertal an der richtigen Adresse. Winkler hatte dann auch gleich wichtige Informationen zu dem Tier parat, falls sich weitere Exemplare eine solche Unterkunft suchen.

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Man bekomme ihn nur selten zu Gesicht und manchmal sei er auch Bewohner von Gartenhütten, Garagen und anderen Schutzmöglichkeiten: Der Siebenschläfer sei nicht immer ein gerne gesehener Gast, beschreibt Winkler. Es seien weniger die putzigen Tiere selbst, die uns Menschen störten, sondern oft ihre Hinterlassenschaften.

Manchmal erlebe man ihn aber auch als Radaubruder auf dem Dachboden, wo er lästig werden könne. "Nach der langen Überwinterung – er hat nicht grundlos seinen Namen – in einer oft tiefen Erdhöhle ist er auf der Überholspur. Sein Meckern, Pfeifen, Knattern, Quieken und Schnarchen in allen Tonlagen ist kaum zu überhören", erzählt Winkler.

Der ehemalige Revierförster gibt Tipps zum Umgang mit diesem seltenen Tierchen. Foto: Fritz Kopetzky
Der ehemalige Revierförster gibt Tipps zum Umgang mit diesem seltenen Tierchen.

Überwinterung

Die Paarung, das Gründen einer Familie, die Aufzucht der zunächst nackten Jungen, das Anfüttern des Winterspecks, das alles spiele sich von Mai bis Ende August ab. Ab September denke der Siebenschläfer bereits an die Überwinterung und fresse sich den letzten Speck unter das flauschige Fell. "Zur Zeit treffen wir ihn oft in Nistkästen an. Dort verbringt er den Tag, als nachtaktives Tier ist er in der Dunkelheit unterwegs auf Nahrungssuche", erklärt Winkler.

Früchte der Bäume, Obst und Sämereien seien seine Hauptnahrung. Aber er scheue sich auch nicht, wie das Eichhörnchen auch, sich gelegentlich an einem Singvogelgelege zu vergreifen.

In dieser Zeit bringe er seine Jungen zur Welt. Daher empfiehlt der frühere Revierförster, eine Säuberung von Nistkästen in den Herbst oder Winter zu verlegen. In den Nistkästen störe er jetzt weniger, da die Vogelbrut ausgeflogen sei und er oft erst danach den Nistkasten besetze.

Viele Hausmittelchen

Im Gegensatz zu einem anderen Bilch, der kleineren Haselmaus, stehe der Siebenschläfer nicht unter einem strengen Schutz. Er dürfe aber nach der Bundesartenschutzverordnung nicht getötet, sondern als Störenfried im Haus lediglich sanft vertrieben werden. In der Literatur findet man dafür Hausmittelchen wie WC-Steine und andere, teilweise unappetitliche Duftquellen. "Manchmal gelingt es, ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen: mit Lärm. Ein über Nacht auf dem Dachboden aufgestelltes Batterieradio kann nach meinen Erfahrungen hilfreich sein, allerdings nur vor der Geburt der Jungen", führt Winkler weiter aus.