Kirchengemeinden in Abtsteinach und Überwald fusionieren: "Können nicht an allen Gebäuden festhalten"
In etwa zwei Jahren sollen die katholischen Kirchengemeinden im Überwald, Abtsteinach sowie Teile von Birkenau und Gorxheimertal zusammengelegt werden. Nicht alle Kirchen und Gemeindehäuser werden erhalten bleiben.
Überwald/Birkenau/Gorxheimertal. Der nächste Schritt auf dem Pastoralen Weg steht an: Zum 1. Januar 2027 werden die Pfarrgruppen Abtsteinach und Überwald fusionieren und als neue, große Pfarrgruppe neu gegründet. Barbara Flößer, die lokale Koordinatorin für den Pastoralen Weg, erklärt, was auf die Gläubigen zukommt – auch wenn vieles noch unklar ist.
Was ist der Pastorale Weg überhaupt?
Die Anzahl der Haupt- und Ehrenamtlichen sinkt ebenso wie die Mitgliederzahlen und die Einnahmen durch die Kirchensteuer: Mit dem Pastoralen Weg will das Bistum Mainz auf die Herausforderungen der heutigen Zeit reagieren. Die Gemeinden sollen „stärker vernetzt“ werden, wie es auf der Website des Bistums heißt. Allerdings bedeutet das auch, „dass es nicht mehr alle bisher gewohnten Gruppen und Angebote in allen Gemeinden gibt.“ Das kann sich darin äußern, dass Gebäude verkauft, Kirchen umgewidmet oder Einrichtungen in Trägerschaft der katholischen Kirche, zum Beispiel Kindergärten, abgegeben werden.
Werden Kirchengemeinden aufgelöst?
„Die Gemeinden sollen erhalten bleiben“, betont Flößer. Solange es Menschen vor Ort gebe, würden diese Gemeinschaft lebendig bleiben. Dabei wolle man verstärkt auf das ehrenamtliche Engagement setzen, um „das Pfarreileben gemeinsam zu gestalten“.
Wer entscheidet darüber, wie die neue Pfarrei aussehen soll?
Wie genau die Umsetzung in den betroffenen Gemeinden aussehen soll, entscheidet die Pastoralraumkonferenz, erklärt Flößer. In dieser sitzen die Hauptamtlichen der Kirchengemeinde, aber auch ehrenamtlich Engagierte sowie Vertreter der Pfarrgemeinderäte und der kirchlichen Gruppe, wie zum Beispiel der KKM Ober-Abtsteinach. Im Pastoralraum Überwald sind das etwa 45 Leute. Diese Gruppe steht im engen Austausch mit dem Bischof und dem Bistum.
Was passiert mit den Gebäuden? Werden Kirchen geschlossen?
Klar ist schon jetzt: „Wir können nicht an allen Gebäuden festhalten.“ Welche Kirchen und Gemeindehäuser das allerdings sein werden, ist noch nicht ganz klar, denn das Gebäudekonzept ist noch nicht spruchreif, wie Flößer erklärt. Ende Februar soll dieses beim Bischof eingereicht werden, eine Rückmeldung wird bis zum Sommer erwartet. Die Pastoralraumkonferenz habe allerdings ein Konzept gefunden, das alle mittragen wollen, und dieses einstimmig beschlossen. „Das ist nicht überall der Fall“, betont Flößer. Einen Trost gibt es allerdings: An den Kindergärten in katholischer Trägerschaft, die nach der Abgabe der Abtsteinacher Einrichtung in den Pfarrgruppen verbleiben, wolle man nach aktuellem Stand festhalten.
Müssen Gottesdienstbesucher dann weit fahren?
Auch das Gottesdienstkonzept befindet sich noch in der Entwicklung. Aber: „Wir werden Gottesdienste nicht im gleichen Umfang anbieten können, wie bisher“, sagt Flößer. Es wird sich unweigerlich der Einzugsbereich vergrößern, aber „man wird keine halbe Stunde von Hammelbach nach Unter-Flockenbach fahren müssen, um einen Gottesdienst zu besuchen“, versichert Flößer. Unter anderem will man das Angebot durch „Wort-Gottes-Feiern“ ergänzen. Aktuell wird schon eine Ehrenamtliche für deren Leitung ausgebildet.
Wird es nach der Fusion auch nur einen Pfarrer geben?
Derzeit gibt es in den beiden bestehenden Pfarrgruppen jeweils einen Pfarrer: Alexander Rothermel für die Pfarrgruppe Abtsteinach und Abbé Corneille Mbadu für die Pfarrgruppe Überwald. Das soll auch nach der Fusion so bleiben. „Vorgesehen sind drei Hauptamtliche: die beiden Priester und ein Gemeindereferent“, sagt Flößer.
Bis zur Fusion sind es noch knapp zwei Jahre? Wie ist der Zeitplan?
Nach dem Gebäudekonzept steht dann bis Mai 2026 die Planung der neuen Seelsorge an. Danach starten die Vorbereitungen für die Umsetzung. Unter anderem fallen durch die Zusammenlegung der beiden Pfarrgruppen einige rechtliche und bürokratische Angelegenheiten an, die es zu regeln gilt.
Gibt es schon übergreifende Angebote?
Obwohl es bis zur Neugründung noch zwei Jahre hin ist, so findet die Kommunionsvorbereitung bereits jetzt gemeinsam statt. Die Firmvorbereitung sei bereits in der zweiten Runde. „So haben sich auch schon erste Kontakte ergeben, wenn zum Beispiel die Gottesdienstzeiten in einer anderen Gemeinde besser passen“, schildert Flößer.
Wie soll die neue Pfarrgruppe heißen?
„Einen Namen gibt es noch nicht“, sagt Flößer. Dabei wollen die Verantwortlichen Vorschläge sammeln. Ein entsprechendes Formular soll bald den Kirchen ausliegen. (pk)