Abtsteinach

Spiel- und Festplatz nun ohne Zisterne

Die Sanierung in Ober-Abtsteinach wird durch belastetes Erdreich für die Gemeinde teuerer.

Der Spiel und Festplatz in Ober-Abtsteinach soll saniert werden. Da die Kosten aber über den vorgesehen Rahmen hinaus teuerer geworden sind, empfiehlt der Bau- und Umweltausschuss, auf eine Zisterne zu verzichten. Foto: Fritz Kopetzky
Der Spiel und Festplatz in Ober-Abtsteinach soll saniert werden. Da die Kosten aber über den vorgesehen Rahmen hinaus teuerer geworden sind, empfiehlt der Bau- und Umweltausschuss, auf eine Zisterne zu verzichten.

Die Sanierung des Spiel- und Festplatzes in Ober-Abtsteinach wird um einiges teurer als geplant. Deshalb empfahl der Bau- und Umweltausschuss der Gemeindevertretung, bei der ursprünglichen Planung abzuspecken und auf die Zisterne zu verzichten. Diese Entscheidung fiel unter der Leitung des einstimmig neu gewählten Vorsitzenden Peter Jöst (CDU) einhellig.

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Bürgermeisterin Angelika Beckenbach führte in die Thematik ein. Es geht um den ersten und zweiten Bauabschnitt, den „roten Platz“ und das angrenzende Minispielfeld, sagte sie. Hier gab es in einer vorherigen Sitzung die Vorschläge, eine Zisterne mit wahlweise fünf oder 25 Kubikmeter zu installieren. Die Alternative: ohne Zisterne.

Volumen abstimmen

In der Gemeindevertretersitzung im Juni stellte das Landschaftsarchitekturbüro Dr. Rolf Schepp die konkretisierten Umsetzungspläne der Neugestaltung des Spiel- und Festplatzes vor. Der Ausführungsplanung und der damit verbundenen Kostenschätzung wurde damals mit geringfügigen Änderungen zugestimmt. Die Beregnung des Minifußballfeldes sollte alternativ ausgeschrieben, das auszuschreibende Volumen der Zisterne mit den Fachfirmen zur Steuerung abgestimmt werden.

Aufgrund der geotechnischen Berichte, der abfallrechtlichen Bewertung der anzutreffenden Erdbaumaterialien und der jetzt anzuwendenden neuen Ersatzbaustoffverordnung musste eine neue Kostenschätzung durchgeführt werden, ergänzte Bauamtsmitarbeiter Nils Helfrich. Insbesondere die schwierigen Bodenverhältnisse und die Belastung des Bodens erhöhten die Kosten für die geplante Maßnahme. Die Kostenschätzung übertraf seinen Worten zufolge deutlich das Im Haushalt angesetzte Budget von 312 500 Euro. Aus diesem Grund bat die Verwaltung das Büro, die Beregnungsanlage sowie die Zisterne alternativ auszuschreiben. Nach der Einreichung von verbindlichen Zahlen durch die Ausschreibung des Leistungsverzeichnisses sollten dann die Gremien über eine Installation entscheiden.

Laut Aussage des Fachmanns ist aber eine alternative Ausschreibung nicht ohne weiteres möglich – dies aufgrund der Berechnung von verschieden Massen an Aushub und Arbeitszeit sowie einer anschließenden Änderung des Auftragsvolumens. Hier geht es um eine Reduzierung von über zehn Prozent bei der Entscheidung gegen eine Zisterne.

Mit dem Büro wurde Helfrich zufolge dann beraten, inwieweit es Kosteneinsparungsmöglichkeiten für die Neugestaltung gibt. Deshalb wurden Probeflächen mit Schotterrasen angelegt, die jeweils unterschiedliche Aufbauprofile vorweisen. Diese wurden mit Lastplattendruckversuchen überprüft. Es konnte ein Aufbau gewählt werden, der gleichermaßen die benötigte Stabilität leistet und unterm Strich rund 20 000 Euro netto einspart. Mit den neuen Erkenntnissen wurde von ihm das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung sowie die Kostenschätzung überarbeitet. Inklusive Beregnung und einer 25-Kubikmeter-Zisterne kommt man nun auf 345 000 Euro brutto, mit der kleineren Zisterne auf 330 000 Euro und ohne auf 295 000 Euro. Darin eingeschlossen sind bereits abgeschlossene Leistungen wie Bodengutachten, Probeschotterrasen, Lastplattendruckversuche und die Vermessung. Allerdings fehlen noch die Baunebenkosten für die Planung, weshalb bereits die günstigste Variante den Haushaltsansatz übersteigen würde, erläuterte er. Denn man kommt mit dem Honorar des Planers auf 380 000 Euro. Dies ist deswegen so hoch, ergänzte Helfrich auf Nachfrage von Karin Oberle (CDU), weil zu Beginn höhere Kosten anfallen, die bei den folgenden Bauabschnitten dann nicht mehr zu Buche schlagen.

Zisterne nicht priorisiert

„Die Verwaltung priorisiert die Zisterne nicht“, betonte er. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sollte man – wenn sie kommt – sowieso eine große bauen. Oder eben gar keine. Wassermeister Simon Gräber favorisierte die Lösung ohne. Denn er fand es schwer darstellbar, wenn Bürger in der trockenen Jahreszeit Wasser sparen sollen, aber die Gemeinde den Platz mit dem kostbaren Nass beregnet. Auch sah er Probleme mit einer stehenden Wasserleitung.

Am Backhaus in Unter-Abtsteinach gibt es laut Beckenbach die gleiche Baumethode und dort funktioniert es auch ohne Zisterne. Die Differenz zu den eingestellten Haushaltsmitteln könnte man durch zusätzliche Kreditaufnahme ausgleichen, meinte sie auf Nachfrage von Jöst. Oder man streicht das eine oder andere im Etat. Helfrich fügte an, dass man bei Kanalmaßnahmen nicht das gesamte Budget verbrauchte und den Rest, der aber nicht ausreicht, umschichten kann. Wie die Lösung auch aussieht: Für die Bürgermeisterin stellte sich darüber hinaus die Frage, wie man mit den kommenden Bauabschnitten umgeht und wie diese leistbar sind. Darüber will man sich in einer kommenden Zusammenkunft zum Haushalt unterhalten. tom