Löhrbach

Viele Anekdoten und allerhand Kurioses

Der Samstag steht in Löhrbach im Zeichen von „Spiel und Spaß“, am Sonntag wird der Kerwerede gelauscht.

Foto: Gian-Luca Heiser

Ein Wochenende im Zeichen der Kerwe: In Löhrbach fiel am Freitag der Startschuss nicht nur für das Fest im Birkenauer Ortsteil, sondern auch für die komplette und nun beginnende Kerwesaison im Odenwald und an der Bergstraße. Seit Freitagabend wird in Löhrbach gefeiert. Mit der Ausgrabung der Kerwe begann das viertägige Fest (wir haben berichtet).

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Der Kerwesamstag richtete sich in diesem Jahr vor allem an die kleinen Kerwegäste: So hat man in der Organisation verstärkt den Fokus darauf gelegt, den Kerwesamstag wieder für Kinder attraktiv zu machen. Gemeinsam mit der Unterstützung von Löhrbacher Vereinen und der katholischen Kirchengemeinde hat man mehrere Spielstationen aufgebaut, an denen es beispielsweise durch Kistenstapeln nicht nur hoch hinaus ging, sondern bei denen auch Geschick gefragt war, wie beispielsweise beim Dosenwerfen.

Am Samstagabend ging es dann mit DJ-Musik und Barbetrieb in der SKG-Halle weiter.

Anekdoten und Vorkommnisse

Während die Löhrbacher Kerwe am heutigen Montag nach dem traditionellen Frühschoppen ausklingt, legten sich die Aktiven am Sonntag für ihre Kerwegäste noch einmal mächtig ins Zeug: Im Rahmen eines Kerwequiz galt es, Fragen rund um das Löhrbacher Fest zu beantworten. Danach folgte die mit Spannung erwartete Kerwerede von Kerwepfarrer Simon Dörsam, der sein Amt an seinen Bruder Steffen weitergab.

In seiner letzten Rede als Kerwepfarrer ließ es sich Simon Dörsam jedoch nicht nehmen, in bewährter Form so manche Anekdote der Löhrbacher Bürger und Vorkommnisse im Ort aus dem vergangenen Jahr zum Besten zu geben.

„Fer mich wars immer e groußie Ehre, fer monchen in die Redd e bidderie Lehre“, bedankte sich Dörsam für die vergangenen Jahre und präsentierte auf der Bühne mit seinem Bruder Steffen gleich seinen Nachfolger: „Liewer Steffen, ich bitt dich zu mer nuff, die Kerwejugend braucht en neie, der de Hut hot uff.“

Das Rätsel um das Heckenloch

In seiner letzten Rede gab Dörsam vor allem Einblick in eines der liebsten Hobbys der Löhrbacher: die Gartenarbeit. „Der Lehrbescher pflegt soin Garde akkurat, wonn ah alles werd deirer, do werd ned gspart. Vor allem was jeder sieht vunn de Stroß, fer die Heck, do is der Uffwond groß“, erklärte Dörsam. Doch im Ortsteil kam es eines Tages dazu, dass die doch so akkurat gepflegte Hecke eines Anwohners eines Morgens mit einem riesigen Loch versehen war.

„Die gonz Heck is verrobbt, die Erwet war fer die Katz, die schäi Heckefrisur is jetz e Glatz.“ Der Anwohner zeigte Ambitionen eines Detektivs, um den Übeltäter zu finden. Doch im Rahmen einer Ortsbeiratssitzung fand sich ganz schnell die Lösung: Der Übeltäter wurde mithilfe einer Löhrbacherin überführt, die den Vorfall beobachtet hatte. „Des warn Rindviecher, die warn ausgerisse, unn hewwe herzhaft vunn de heißgeliebte Heck abgebisse.“

Besonderer „Löscheinsatz“

Auch ein „Löscheinsatz“ der besonderen Art blieb nicht unerwähnt – und bei diesem spielte auch Dörsams Bruder eine Rolle. So ergab es sich, dass sich die Feuerwehrleute einen Scherz erlaubten, als sie bei einem geselligen Treffen einen bestimmten Kameraden vermissten: „Drumm hewwe se en Probealarm uff dem soin Melder gschickt, – ,F3‘ – brennt Kehle, dass ers ah glei blickt (...). Schunn halwer in Lehrboch draus isses ihm donn ufgfalle, dass blouß der Dorschd brennt iwwer de Fahrzeughalle. Ach Steffen, do wärs halt besser gewese, deedschd du alsemol rischdisch lese.“

Premiere für Steffen Dörsam

Sein Bruder Steffen gab am Sonntag ebenfalls, jedoch aber erstmals, auf der Bühne ein paar Anekdoten zum Besten und ließ dabei auch Aktuelles, wie beispielsweise den Funkmast, nicht unerwähnt. Doch dass beispielsweise sein Bruder Simon, ein „riese Kerl, Oangst häwwe konn vor ner tode Ratt“, konnte Steffen Dörsam nicht glauben. Kurzerhand half eine Frau und schritt zur Tat, als es darum ging, das tote Tier aus dem Hof zu entfernen: „Sou schlimm sieht die ja garnet aus, eher wie sou e grouße Maus.“

Dass Löhrbach feiern kann, sieht man nicht nur an der Kerwe, sondern auch während der Fastnacht in der SKG-Halle. Bei dieser sorgt ein Küchenteam dafür, dass niemand hungrig nach Hause gehen muss. Doch in diesem Jahr hatte man es gut gemeint: „Unserm Küchenchef hots e bissl iwwertriewe, un hot 50 kg Worscht un Käs’ zsamme griewe.“ Das Ende vom Lied: Eine Woche lang gabs „Worschtsalat“ zum Essen, bis schließlich alle Reste verzehrt waren.