Wald-Michelbach: In der Gemeindekasse fehlen 450.000 Euro
Die Gemeindevertretung hat den Etat der Gemeinde Wald-Michelbach für das Jahr 2025 mehrheitlich beschlossen. Von Seiten der CDU hagelt es Kritik.
Wald-Michelbach. Bei den einen waren es die drei zusätzlichen Personalstellen (CDU), bei den anderen (Grüne, BfW) die Gelder für die Grundstückskäufe beim Gewerbegebiet Affolterbach. Aus verschiedenen Gründen gab es in der Sitzung der Gemeindevertretung Widerstand gegen die Verabschiedung des Haushaltsplans. Allerdings äußerte sich dieser in größeren Teilen eher durch Enthaltungen, sodass das Zahlenwerk letztlich mit 14 Ja- bei drei Neinstimmen und neun Enthaltungen verabschiedet wurde.
Schon in der Ausschussberatung hatte sich die CDU gegen drei weitere Personalstellen ausgesprochen. In der Gemeindevertretung präsentierte Sprecher Stefan Doetsch diese Ablehnung jetzt allerdings etwas modifizierter und abgeschwächt. Eine Springer-Erzieherin „rettet“ den Gesamt-Kita-Bereich mit 55 Stellen nicht, meinte er. Fehlzeiten seien in der Kapazitätsbemessung ja „eingepreist“. Aber das könnte man testen und im nächsten Jahr nochmals behandeln, meinte er – zumal sich das Personalkarussell schnell dreht.
Aus dem Wald-Michelbacher Haushalt
Ergebnishaushalt: Ordentliches Ergebnis: Minus 650.000 Euro; außerordentliches Ergebnis: 200.000 Euro; Gesamtfehlbetrag: 450.000 Euro
Finanzhaushalt: Saldo aus Ein- und Auszahlungen laufender Verwaltungstätigkeit: 1,8 Millionen Euro; Saldo aus Investitionstätigkeit: 3,4 Millionen Euro; Saldo aus Finanzierungstätigkeit: 900.000 Euro. Zahlungsmittelbedarf: 690.000 Euro
Kredite: 2,225 Millionen Euro; aus dem Hessischen Investitionsfonds: 300.000 Euro; Verpflichtungsermächtigungen: 180.000 Euro; Höchstbetrag der Liquiditätskredite 2 Millionen Euro
Steuern: Grundsteuer A: 332 Prozent, Grundsteuer B: 365 Prozent, Gewerbesteuer: 357 Prozent
Kritik von der CDU
Bürgermeister Dr. Sascha Weber ging auch auf Doetschs Aussage ein, Wald-Michelbach habe viel mehr Personal als etwa Mörlenbach oder Fürth. Aber Azubis und FSJ-Kräfte sowie Minijobber würden dort nicht ausgewiesen, weil man das nicht müsse. „Das sind bei uns 23,5 Stellen“, die in der Berechnung enthalten sind, verdeutlichte er die Diskrepanz.
Ein Elektriker für den Wasserbereich ist laut Doetsch „niemals ganztägig beschäftigt“. Womit dieser eine verdeckte Erhöhung des Mitarbeiterbestands im Bauhof darstelle. Leistungen könnte man womöglich auch preiswerter und effizienter einkaufen. Eine Aussage, der Weber widersprach. Die Drohung „Versorgungssicherheit gefährdet“ ließ Doetsch nicht gelten.
Ein zusätzlicher Hausmeister (plus Auto) bringt für ihn keinen Mehrwert, da die Hallenwarte weiter wie bisher benötigt werden. Ohnehin seien ständig Handwerker des Bauhofes in den Liegenschaften der Gemeinde, um dort zu reparieren. Diese könnten dabei auch etwaige Mängel feststellen.
Bei neun Jastimmen wurden die CDU-Wünsche mehrheitlich abgelehnt. (tom/tak)